15-09-2024, 21:24 - Wörter:
![[Bild: 96be842c15168afd044472cd988185ae891bac6f.gif]](https://64.media.tumblr.com/e25709aa467c3e1a84046e5658b4743b/af6abb7dfa0dc1fa-d9/s400x600/96be842c15168afd044472cd988185ae891bac6f.gif)
Hazelbrook war geradezu wundervoll. Ganz genauso, wie Grace es sich vorgestellt hatte. Die vielen Obstbäume, der Duft von Laub und frischem Gras und Apfelkuchen, so viel Apfelkuchen. Die Menschen hier waren genauso wunderbar wie die Natur selbst; mit offenen Herzen und einem freundlichen Lächeln im Gesicht. Ihre Ankunft war groß aufgezogen worden, die Bewohner hatten Spalier gestanden, als ihre Kutsche angefahren kam, und man hatte ihr zugewunken und ihr das strahlendste Lachen überhaupt geschenkt. Und dann… dann hatte sie Alden´s Eltern kennengelernt. Den gutmütigen, kränklichen und doch so stolzen Vater. Die liebevolle, aufmerksame und kluge Mutter, der Alden mehr ähnelte als sonst jemandem. All das hatte Grace in sich aufgesogen wie die nötige Luft zum Atmen. Und all das würde sie niemals vergessen. Sie war ihrem Cousin Charles dankbar gewesen, dass er sie auf eine kleine Reise schicken ließ, doch auf ihren Vorschlag hin, die Reise auf einem eigenen Pferd zu bestreiten, hatte er sich nicht eingelassen. Er hatte sie daran erinnert, dass ihre Angst groß war, und als Grace ihn vom Gegenteil überzeugen wollte, war sie beinahe vom Pferd gefallen… sie musste wirklich üben, diesen geduldigen Tieren mehr zu vertrauen. Charles, dieser liebevolle Naseweis, hatte nur gegrinst und war glücklich gewesen, dass er Recht behalten hatte, und sie hatte ihn spielerisch mit ihrem Ellbogen in die Seite gestupst. Ihre Familie war wirklich gut zu ihr, das wusste sie, und sie wollte niemanden davon je missen.
Das war auch der Grund, warum ihre eigene Mutter gerade so nah war; als sie im Sterben gelegen war, hatte Grace ihre Hand gehalten, nahezu immer. Und sie hatte ihrer Mutter das Versprechen abnehmen müssen, ihr eigenes Leben frei und voller Liebe zu führen. Nach eigenen Wünschen und für das eigene Glück. Grace hatte es ihr versprochen, und nun, nachdem sie Alden kennengelernt hatte und ihm näher gekommen war, verstand sie, was ihre Mutter mit ihren Worten gemeint hatte. Grace war immer noch in einem goldenen Käfig eingesperrt, aber es gab durchaus kleine Freiräume im Käfig, die man ein wenig ausnutzen konnte, um an Luft zu gelangen. Ihr Herz hatte sich sofort in Hazelbrook verliebt, und als sie langsam den Weg entlang schritt, ganz für sich, wusste sie, dass sie diesen Tag nie vergessen würde. Es war eine stete Gewissheit, die sie mit sich trug, und sie war sich so sicher, als wenn sie gen Himmel blickte und die Sonne sah. Ihre normalen Begleiter hatte sie im Anwesen gelassen, ihrer Zofe mitgeteilt, sich einige Stunden freizunehmen, und da sie beide eine gute Freundschaft verband, hatte sie verstanden und war lächelnd selbst an die frische Luft gegangen, zusammen mit einer anderen Dienstmagd des Hauses. Der Ritter selbst, der sie hierher begleitet hatte, war ebenfalls nicht da, wahrscheinlich hatte Alden das arrangiert und sie genoss einfach nur den stillen, kurzen Spaziergang in die Richtung, die Alden ihr erklärt hatte.
Die Sonne stand so angenehm warm am Himmel, dass ihr Kleid sich federleicht um ihren Körper schmiegte. Ihre Haare trug sie, weil sie hier immerhin auch als Fürstin residierte, in einem komplizierten Zopf, und ihre wachen, blauen Augen sogen jedes Detail dieser wunderbaren Natur auf. Sie wusste nicht wirklich, was sie hier und jetzt erwarten würde, doch sie vertraute Alden und wusste, dass er ihr nie wehtun würde. Ihre Schritte verlangsamten sich etwas, als sie den Ritter schließlich nahe bei sich bemerkte, angelehnt an einen mächtigen Baumstamm. Sie blieb schließlich ganz stehen, um diesen wunderbar schönen Mann zu beobachten, und ein breites Lächeln zeichnete sich auf ihren Lippen ab, als sie sah, dass auch er sie bemerkt hatte. Die letzten paar Meter überwand sie, und als sie vor ihm stand, strahlte sie ihn förmlich an. Galant hob sie ihre Hand und streckte sie ihm entgegen. “Mylord Sutherland, wie schön, Euch hier anzutreffen”, sagte sie mit weicher, sanfter Stimme und sie knickste leicht vor ihm. Das war vielleicht nicht standesgemäß, aber es sprach von Respekt und Anstand. “Verratet Ihr mir, was wir heute vorhaben und was Ihr den ganzen Tag bisher so getrieben habt?”
Das war auch der Grund, warum ihre eigene Mutter gerade so nah war; als sie im Sterben gelegen war, hatte Grace ihre Hand gehalten, nahezu immer. Und sie hatte ihrer Mutter das Versprechen abnehmen müssen, ihr eigenes Leben frei und voller Liebe zu führen. Nach eigenen Wünschen und für das eigene Glück. Grace hatte es ihr versprochen, und nun, nachdem sie Alden kennengelernt hatte und ihm näher gekommen war, verstand sie, was ihre Mutter mit ihren Worten gemeint hatte. Grace war immer noch in einem goldenen Käfig eingesperrt, aber es gab durchaus kleine Freiräume im Käfig, die man ein wenig ausnutzen konnte, um an Luft zu gelangen. Ihr Herz hatte sich sofort in Hazelbrook verliebt, und als sie langsam den Weg entlang schritt, ganz für sich, wusste sie, dass sie diesen Tag nie vergessen würde. Es war eine stete Gewissheit, die sie mit sich trug, und sie war sich so sicher, als wenn sie gen Himmel blickte und die Sonne sah. Ihre normalen Begleiter hatte sie im Anwesen gelassen, ihrer Zofe mitgeteilt, sich einige Stunden freizunehmen, und da sie beide eine gute Freundschaft verband, hatte sie verstanden und war lächelnd selbst an die frische Luft gegangen, zusammen mit einer anderen Dienstmagd des Hauses. Der Ritter selbst, der sie hierher begleitet hatte, war ebenfalls nicht da, wahrscheinlich hatte Alden das arrangiert und sie genoss einfach nur den stillen, kurzen Spaziergang in die Richtung, die Alden ihr erklärt hatte.
Die Sonne stand so angenehm warm am Himmel, dass ihr Kleid sich federleicht um ihren Körper schmiegte. Ihre Haare trug sie, weil sie hier immerhin auch als Fürstin residierte, in einem komplizierten Zopf, und ihre wachen, blauen Augen sogen jedes Detail dieser wunderbaren Natur auf. Sie wusste nicht wirklich, was sie hier und jetzt erwarten würde, doch sie vertraute Alden und wusste, dass er ihr nie wehtun würde. Ihre Schritte verlangsamten sich etwas, als sie den Ritter schließlich nahe bei sich bemerkte, angelehnt an einen mächtigen Baumstamm. Sie blieb schließlich ganz stehen, um diesen wunderbar schönen Mann zu beobachten, und ein breites Lächeln zeichnete sich auf ihren Lippen ab, als sie sah, dass auch er sie bemerkt hatte. Die letzten paar Meter überwand sie, und als sie vor ihm stand, strahlte sie ihn förmlich an. Galant hob sie ihre Hand und streckte sie ihm entgegen. “Mylord Sutherland, wie schön, Euch hier anzutreffen”, sagte sie mit weicher, sanfter Stimme und sie knickste leicht vor ihm. Das war vielleicht nicht standesgemäß, aber es sprach von Respekt und Anstand. “Verratet Ihr mir, was wir heute vorhaben und was Ihr den ganzen Tag bisher so getrieben habt?”
