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My mind's a place I can′t escape your ghost
02.08.1016 - 23:00
In den Straßen
Elaine Beaufort Godwyn Wakefield

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Godwyn Wakefield
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#4
Godwyn stand wie versteinert da, seine blauen Augen fixierten Elaine in der Dunkelheit, während ihre Worte langsam in sein Bewusstsein sickerten. Er lehnte schwer gegen die Mauer hinter sich; ohne sie hätten seine zitternden Knie längst nachgegeben, und er hätte das letzte Fünkchen Würde verloren. Er wäre vor der Frau, die er mehr geliebt hatte als sein eigenes Leben, auf die Knie gesunken. Der Wein, der ihm über die Jahre als Trostspender und Betäubungsmittel gedient hatte, schien in diesem Moment völlig seine Wirkung zu verlieren, als er versuchte, ihre Gegenwart zu begreifen. Ihr Sarkasmus schnitt tief in seine angeschlagenen Sinne, schärfer als jede Klinge, und der Schmerz war intensiver, als er ertragen konnte. Die Frau, die er längst für tot gehalten hatte, stand nun vor ihm. Lebendig. Wütend. Nicht nur in seinen träumerischen Gedanken oder in den geisterhaften Erinnerungen, die ihn seit Jahren quälten.

„Elaine …“ Seine Stimme war rau, als hätte er das Sprechen verlernt. Schwerfällig schluckte er, während seine Hände sich zu Fäusten ballten, ein verzweifelter Versuch, seine Fassung zu bewahren. Der heisere Klang, der seinen Lippen entwich, war nicht die Stimme eines stolzen Ritters, sondern die eines gebrochenen Mannes. „Du... du bist wirklich hier.“ Seine Worte waren kaum mehr als ein Flüstern, verloren im Wind der vergangenen Jahre. Er wollte etwas sagen, irgendetwas, doch es fehlten ihm die richtigen Worte. Stattdessen starrte er sie an, als sähe er sie zum ersten Mal.

All die Jahre hatte er sich danach gesehnt, sie noch einmal zu sehen, noch einmal mit ihr zu sprechen – doch jetzt, wo dieser Moment gekommen war, fühlte er nur die Bitterkeit jeder Silbe, die sie ihm entgegenschleuderte. Ihr Sarkasmus, ihre Verachtung, jedes Wort fühlte sich an, als würde sie ihm mit einem Dolch ins Herz stechen.

"Kein Gott dieser Welt wird dich von deinem Gewissen befreien... Kein Gott kann dein Spiegelbild ändern."

Ihre Worte lasteten schwer auf ihm, drückten ihn nieder, als wäre er unter ihrem Gewicht kurz davor zu brechen. Sie hatte recht. Der Mann, den er im Spiegel sah, war ein Schatten dessen, der er einst gewesen war – ein Mann, der alles verloren hatte, wofür er einst gekämpft hatte. Was er geliebt hatte.

„Ich…“, setzte er erneut an, doch die Worte verblassten, noch bevor sie Gestalt annehmen konnten. Die Frage, die darauf folgte, raubte ihm die Luft: „Hättest du mir auch zugesehen?“

Godwyn schloss die Augen, als ob er so den Schmerz ihrer Worte abwehren könnte. Als er sie wieder öffnete, stand Elaine näher, als er es erwartet hätte. Sie hob die Hand, als wollte sie ihn berühren, und sein Herz schlug schneller, eine ungewollte Reaktion, die er nicht unterdrücken konnte. Doch ihre Hand zitterte, bevor sie sich zu einer Faust ballte und sie sich wieder zurückzog. Die Distanz zwischen ihnen wuchs erneut.

„Elaine… ich…“ Godwyns Stimme versagte fast. „Ich hätte dich niemals…“ Er hielt inne, rang nach Worten, die die Kluft zwischen ihnen überbrücken könnten. Tief atmend versuchte er mit aller Kraft, die er noch aufbringen konnte, seine Fassung zu bewahren, obwohl er sich innerlich zerrissen fühlte. „Was glaubst du, wer dich vor der Hinrichtung bewahrt hat?“ Seine Stimme war jetzt nur noch ein Flüsterton. „Mein Vater sicher nicht. Ich habe alles versucht, um dich zu retten. Ich konnte nicht zulassen, dass du auf dem Schafott endest.“

Er ließ den Kopf hängen, seine Schultern sanken unter der Last seiner Erinnerungen und des unausgesprochenen Schmerzes. Er war erschöpft, so müde, dass es ihm schwerfiel, weiterzukämpfen. Für einen kurzen Moment dachte Godwyn daran, einfach loszulassen, sich fallen zu lassen, in die Gosse zu fallen, aus der sie gekrochen war, um über ihn zu richten, wie ein Racheengel. Ihre letzten Sätze, voller schneidendem Zynismus, ließen ihn zusammenzucken. Ihr förmliches „Euer Gnaden“ brannte erneut wie eine scharfe Klinge in seiner Brust, die die Distanz zwischen ihnen noch größer werden ließ, obwohl sie sich nur wenige Schritte voneinander entfernt befanden.

Elaine zog sich vor ihm zurück, und alles in Godwyn schrie danach, sie festzuhalten – sie nie wieder gehen zu lassen. Jetzt, da er wusste, dass sie lebte, konnte er den Gedanken nicht ertragen, sie ein weiteres Mal zu verlieren. Doch die Vergangenheit lastete schwer auf ihnen; zu viel war geschehen. Der Schmerz, die Lügen, die unausgesprochenen Wahrheiten – all das stand wie ein undurchdringlicher Nebel zwischen ihnen. Es war unmöglich, einfach alles hinter sich zu lassen und zurückzukehren an den Punkt, an dem ihre Welt noch unberührt und vollkommen schien.

Godwyns Blick verdüsterte sich, als die Bitterkeit in ihm aufstieg, die quälende Ungewissheit, die ihn all die Jahre begleitet hatte, was an ihrer Liebe überhaupt echt gewesen war. „Es war sowieso alles eine Lüge, nicht wahr?“ Seine Stimme war leise, doch der Schmerz darunter war unüberhörbar. „Gib es ruhig zu, dass du mich nie geliebt hast. Ich war nur ein Mittel zum Zweck, um dich in unsere Familie einzuschleichen. Mein Bruder hatte recht gehabt, dir zu misstrauen. Ich wollte es nur nicht wahrhaben.“
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My mind's a place I can′t escape your ghost - von Elaine Beaufort - 14-09-2024, 23:00
RE: My mind's a place I can′t escape your ghost - von Godwyn Wakefield - 15-09-2024, 19:37
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