17-09-2024, 21:08 - Wörter:
Inmitten der hektischen Hochzeitsvorbereitungen und dem lähmenden Schock, den der Angriff auf Eastergold Meadow hinterlassen hatte, wirkte die Einladung zum Tee wie ein Moment des Aufatmens – fast schon zu idyllisch in einer Zeit, die von Unsicherheit und Angst geprägt war. Orpheus' Mutter, Königin Kosma, hatte die ehemalige Fürstin Ariadne Trakas zu einem höflichen Besuch eingeladen, was seine Schwestern sofort als Gelegenheit nutzten, auch Larissa und Endymion Trakas einzuladen. Doch Orpheus war verwundert, dass seine Schwester Euphemia die zweitgeborene Elithea nicht in die Pläne mit einbezogen hatte. Es war für ihn kaum nachvollziehbar, warum gerade Endymion und nicht Elithea eingeladen wurde. Er hatte das Bedürfnis, diese vermeintliche Unachtsamkeit auszugleichen, und beschloss kurzerhand, selbst eine Einladung an Elithea zu schicken.
Orpheus empfand tiefes Mitgefühl für das tragische Schicksal der Trakas-Familie. Dennoch war es nicht nur das Mitleid, das ihn quälte, sondern auch ein schweres Schuldgefühl. In Gedanken kehrte er oft zu jenem Gespräch mit Zephyr zurück, in dem er sich so leidenschaftlich für Friedensverhandlungen mit Charles Stafford eingesetzt hatte. Er hatte gehofft, dass ein diplomatischer Weg den Krieg verhindern könnte. Doch Zephyr hatte ihm klargemacht, dass mit der brutalen Hinrichtung von Fürst Trakas eine Grenze überschritten worden war, die keine Verhandlungen mehr zuließ. Es hatte lange gedauert, bis Orpheus diese bittere Wahrheit akzeptieren konnte. Trotz allem hielt er weiterhin an der Hoffnung fest, dass es irgendeinen Weg geben würde, den drohenden Krieg abzuwenden – wenn auch nur durch ein Wunder durch Heofader selbst.
Seit diesem Tag verfolgte ihn ein schlechtes Gewissen den Trakas gegenüber. Daher kam ihm die Gelegenheit, Elithea persönlich einzuladen, gerade recht. Es war für ihn mehr als nur eine höfliche Geste. Es war ein Versuch, der Familie, die so viel verloren hatte, auf eine leise und respektvolle Weise beizustehen. Orpheus fühlte, dass es wichtig war, eine Hand auszustrecken, besonders in Zeiten wie diesen, in denen Elithea, ihre Mutter und ihre Geschwister jede Form der Unterstützung gebrauchen konnten. Auch wenn es nur eine Einladung zum Tee war, so brachte sie doch ein wenig Abwechslung, einen Hauch von Normalität – so flüchtig dieser Moment auch sein mochte.
Als es an der Tür zu seinen Gemächern klopfte, holte ihn die Realität zurück. Ein Diener informierte ihn, dass sein Besuch eingetroffen sei. Orpheus legte das Buch zur Seite, in dem er soeben gelesen hatte, und machte sich auf den Weg in die Gärten des Palastes – ein Ort, den er besonders schätzte. Die Gärten waren für ihn ein Rückzugsort, eine Oase der Ruhe inmitten des politischen Chaos und der zunehmenden Spannungen, die die Atmosphäre im Königreich vergifteten. Hier, umgeben von den lebhaften Farben der Herbstblumen und dem sanften Rauschen der Blätter, konnte man für einen Moment vergessen, was draußen in der Welt geschah.
Als Orpheus den Garten betrat, erblickte er Elithea, die an einem der liebevoll gedeckten Tische unter einem aufgespannten Sonnenschirm saß. Sie wirkte ruhig, doch er konnte die leichte Anspannung in ihrer Haltung erkennen. Mit einem warmen, höflichen Lächeln trat er auf sie zu. Sein Schritt war gemessen, seine Haltung aufrecht, wie es sich für einen Prinzen gehörte.
„Euer Gnaden“, begrüßte er sie respektvoll, indem er ihren alten Titel verwendete. Seine Stimme war ruhig und weich, als er sich leicht verneigte. „Es ist mir eine große Freude, dass Ihr meiner Einladung gefolgt seid. Ich hoffe, der Weg war nicht zu beschwerlich.“ Er hielt einen Moment inne und ließ sich dann auf dem freien Stuhl links von ihr nieder. Kaum hatte er Platz genommen, eilte ein Diener herbei, um Tee einzuschenken. Die schlichte Eleganz der Szene schien in starkem Kontrast zu den ernsten Gedanken zu stehen, die Orpheus in diesen Tagen begleiteten.
Orpheus nahm die Tasse und trank einen kleinen Schluck. Dann hob er den Blick und musterte Elithea mit einem sanften Lächeln. „Darf ich mir erlauben zu sagen, dass Ihr bezaubernd ausseht, Elithea? Aber bitte, fühlt Euch hier ganz ungezwungen. Greift doch zu, die Auswahl an Gebäck ist recht vielseitig.“ Mit einer einladenden Geste deutete er auf die kunstvoll arrangierten Teller mit kleinen Leckereien, die auf dem Tisch standen. Er lehnte sich zurück, um Elithea Raum zu geben, sich wohlzufühlen.
Obwohl Orpheus oft als zurückhaltend galt, war er doch ein Meister der höfischen Etikette. Er verstand es, mit Höflichkeit und freundlichen Gesten ein Gespräch zu führen, ohne dass es gezwungen wirkte. Doch hinter dieser Fassade der perfekten Etikette verbarg sich ein junger Mann, der tiefer dachte als die meisten, die ihm je begegneten. Während er Elithea beobachtete, dachte er darüber nach, wann sie sich das letzte Mal gesehen hatten. Es musste auf der Geburtstagsfeier seines Vaters im Frühling gewesen sein. Damals hatte niemand geahnt, wie sehr sich die Welt in so kurzer Zeit verändern würde. Niemand hatte damit gerechnet, dass Elithea und ihre Familie sich bald auf der Flucht befinden würden, vertrieben von den Schatten eines heraufziehenden Krieges. "Nun, erzählt mir, wie es Euch und Eurer Familie ergangen ist in den letzten Wochen. Konntet Ihr ein wenig zur Ruhe kommen nach den schrecklichen Ereignissen?"
Orpheus empfand tiefes Mitgefühl für das tragische Schicksal der Trakas-Familie. Dennoch war es nicht nur das Mitleid, das ihn quälte, sondern auch ein schweres Schuldgefühl. In Gedanken kehrte er oft zu jenem Gespräch mit Zephyr zurück, in dem er sich so leidenschaftlich für Friedensverhandlungen mit Charles Stafford eingesetzt hatte. Er hatte gehofft, dass ein diplomatischer Weg den Krieg verhindern könnte. Doch Zephyr hatte ihm klargemacht, dass mit der brutalen Hinrichtung von Fürst Trakas eine Grenze überschritten worden war, die keine Verhandlungen mehr zuließ. Es hatte lange gedauert, bis Orpheus diese bittere Wahrheit akzeptieren konnte. Trotz allem hielt er weiterhin an der Hoffnung fest, dass es irgendeinen Weg geben würde, den drohenden Krieg abzuwenden – wenn auch nur durch ein Wunder durch Heofader selbst.
Seit diesem Tag verfolgte ihn ein schlechtes Gewissen den Trakas gegenüber. Daher kam ihm die Gelegenheit, Elithea persönlich einzuladen, gerade recht. Es war für ihn mehr als nur eine höfliche Geste. Es war ein Versuch, der Familie, die so viel verloren hatte, auf eine leise und respektvolle Weise beizustehen. Orpheus fühlte, dass es wichtig war, eine Hand auszustrecken, besonders in Zeiten wie diesen, in denen Elithea, ihre Mutter und ihre Geschwister jede Form der Unterstützung gebrauchen konnten. Auch wenn es nur eine Einladung zum Tee war, so brachte sie doch ein wenig Abwechslung, einen Hauch von Normalität – so flüchtig dieser Moment auch sein mochte.
Als es an der Tür zu seinen Gemächern klopfte, holte ihn die Realität zurück. Ein Diener informierte ihn, dass sein Besuch eingetroffen sei. Orpheus legte das Buch zur Seite, in dem er soeben gelesen hatte, und machte sich auf den Weg in die Gärten des Palastes – ein Ort, den er besonders schätzte. Die Gärten waren für ihn ein Rückzugsort, eine Oase der Ruhe inmitten des politischen Chaos und der zunehmenden Spannungen, die die Atmosphäre im Königreich vergifteten. Hier, umgeben von den lebhaften Farben der Herbstblumen und dem sanften Rauschen der Blätter, konnte man für einen Moment vergessen, was draußen in der Welt geschah.
Als Orpheus den Garten betrat, erblickte er Elithea, die an einem der liebevoll gedeckten Tische unter einem aufgespannten Sonnenschirm saß. Sie wirkte ruhig, doch er konnte die leichte Anspannung in ihrer Haltung erkennen. Mit einem warmen, höflichen Lächeln trat er auf sie zu. Sein Schritt war gemessen, seine Haltung aufrecht, wie es sich für einen Prinzen gehörte.
„Euer Gnaden“, begrüßte er sie respektvoll, indem er ihren alten Titel verwendete. Seine Stimme war ruhig und weich, als er sich leicht verneigte. „Es ist mir eine große Freude, dass Ihr meiner Einladung gefolgt seid. Ich hoffe, der Weg war nicht zu beschwerlich.“ Er hielt einen Moment inne und ließ sich dann auf dem freien Stuhl links von ihr nieder. Kaum hatte er Platz genommen, eilte ein Diener herbei, um Tee einzuschenken. Die schlichte Eleganz der Szene schien in starkem Kontrast zu den ernsten Gedanken zu stehen, die Orpheus in diesen Tagen begleiteten.
Orpheus nahm die Tasse und trank einen kleinen Schluck. Dann hob er den Blick und musterte Elithea mit einem sanften Lächeln. „Darf ich mir erlauben zu sagen, dass Ihr bezaubernd ausseht, Elithea? Aber bitte, fühlt Euch hier ganz ungezwungen. Greift doch zu, die Auswahl an Gebäck ist recht vielseitig.“ Mit einer einladenden Geste deutete er auf die kunstvoll arrangierten Teller mit kleinen Leckereien, die auf dem Tisch standen. Er lehnte sich zurück, um Elithea Raum zu geben, sich wohlzufühlen.
Obwohl Orpheus oft als zurückhaltend galt, war er doch ein Meister der höfischen Etikette. Er verstand es, mit Höflichkeit und freundlichen Gesten ein Gespräch zu führen, ohne dass es gezwungen wirkte. Doch hinter dieser Fassade der perfekten Etikette verbarg sich ein junger Mann, der tiefer dachte als die meisten, die ihm je begegneten. Während er Elithea beobachtete, dachte er darüber nach, wann sie sich das letzte Mal gesehen hatten. Es musste auf der Geburtstagsfeier seines Vaters im Frühling gewesen sein. Damals hatte niemand geahnt, wie sehr sich die Welt in so kurzer Zeit verändern würde. Niemand hatte damit gerechnet, dass Elithea und ihre Familie sich bald auf der Flucht befinden würden, vertrieben von den Schatten eines heraufziehenden Krieges. "Nun, erzählt mir, wie es Euch und Eurer Familie ergangen ist in den letzten Wochen. Konntet Ihr ein wenig zur Ruhe kommen nach den schrecklichen Ereignissen?"
