21-09-2024, 21:26 - Wörter:
Was blieb ihr denn anderes übrig, als Verständnis zu zeigen? Es half doch nichts, nicht nur in dieser Situation, sondern niemals, einen Streit vom Zaun zu brechen, der doch kein Ergebnis haben würde. Elithea steckte zurück. Zum Wohle der Familie. Sie nahm sich selbst zurück, um den Frieden zu wahren und nicht anzuecken. Sie steckte ihre eigenen Ängste, Sorgen, Wünsche und Bedürfnisse zurück, damit sie niemandem zur Last fallen würde. Sie wollte gefallen und gefällig sein, es jedem recht machen. In ihrer bescheidenen und zurückhaltenden Art war sie allerdings ständig gefährdet, selbst zu vergehen, zu verschwinden hinter dem Glanz und den lauten Präsenzen der anderen, die viel heller strahlten und viel deutlicher ausdrückten, was ihr Begehr war, die sich nicht davor scheuten für sich einzustehen, auch wenn das vielleicht manchmal Aufsehen erregte. Elithea aber blieb still. Sie schwieg. Und behielt ihre Gefühle für sich, ob Leid oder Freude. Sie hob alles, was sie bewegte, in ihrem Herzen auf, bewahrte es und behütete es, doch ließ sich kaum eine Regung jemals anmerken. Sie nickte nur ihrer Mutter zu. "Wenn wir uns nicht haben, wen haben wir dann." zitierte sie einen Spruch, den ihre Kinderfrau immer gesagt hatte, wenn die Geschwister in jungen Jahren untereinander gestritten und gezankt hatten. Aber je älter sie wurden, desto mehr fielen Elithea die Unterschiede auf, die die Geschwister trennten. Und diese zu vereinen, fiel immer schwieriger. Zu verschieden waren die Ansichten und Ansprüche an die zukünftige Gestaltung ihrer Leben.
Wie überrascht aber war die junge Prinzessin, als die Mutter einfach so den leeren Raum zwischen ihnen überwand und unverhofft nach den Fingern griff, die fast schon besessen an den immer blutiger werdenden Hautfetzen herumzupften. Erstaunt und gleichsam peinlich berührt sah sie der Mutter erst in die Augen, ehe sie beschämt den Blick senkte und sofort wusste, warum die Fürstin die Nähe suchte. Sicherlich nicht aus mütterlicher Zuneigung, sondern aus stillem Tadel an ihrer Tochter und ihren lästigen Ticks. Elithea atmete tief ein, schloß für einen Moment die Augen, als ihr die Röte bis in die Ohrenspitzen zu steigen schien. Betroffen gab es ihrem Herzen einen Stich, dass sie dabei ertappt wurde, nicht zu genügen. Da halfen auch die aufmunternden Worte der Mutter nicht viel. Natürlich versuchte das junge Mädchen deren Zuversicht zu teilen, aber dies würde einen Krieg bedeuten, der die Welt, so wie sie sie kannten, in höllischen Abgrund reißen würde. Und mit ihr alle Menschen der Königreiche. Und das konnte Elithea nicht gut heißen. Sie wollte nicht Teil des Grunds für das Leid anderer sein. Und dennoch musste sie den Weg gehen, der Familie und ihren Ambitionen folgen. Tränen standen ihr in den Augen, die nicht geweint werden durften, um keine Schwäche zu zeigen. "Mama..." wisperte sie leise eine vertraute Ansprache. "Wir konnten Papa nicht einmal begraben." so viel wurde ihnen verwehrt. Kein Abschied, keine Verteidigung, nicht mal ein Ort der Trauer wurde ihnen gewährt. Sie mussten mit ihren eigenen Gedanken leben, die voller abscheulicher Fantasie über das Schicksal des leblosen Leichnams des Vaters schwirrten.
Wie überrascht aber war die junge Prinzessin, als die Mutter einfach so den leeren Raum zwischen ihnen überwand und unverhofft nach den Fingern griff, die fast schon besessen an den immer blutiger werdenden Hautfetzen herumzupften. Erstaunt und gleichsam peinlich berührt sah sie der Mutter erst in die Augen, ehe sie beschämt den Blick senkte und sofort wusste, warum die Fürstin die Nähe suchte. Sicherlich nicht aus mütterlicher Zuneigung, sondern aus stillem Tadel an ihrer Tochter und ihren lästigen Ticks. Elithea atmete tief ein, schloß für einen Moment die Augen, als ihr die Röte bis in die Ohrenspitzen zu steigen schien. Betroffen gab es ihrem Herzen einen Stich, dass sie dabei ertappt wurde, nicht zu genügen. Da halfen auch die aufmunternden Worte der Mutter nicht viel. Natürlich versuchte das junge Mädchen deren Zuversicht zu teilen, aber dies würde einen Krieg bedeuten, der die Welt, so wie sie sie kannten, in höllischen Abgrund reißen würde. Und mit ihr alle Menschen der Königreiche. Und das konnte Elithea nicht gut heißen. Sie wollte nicht Teil des Grunds für das Leid anderer sein. Und dennoch musste sie den Weg gehen, der Familie und ihren Ambitionen folgen. Tränen standen ihr in den Augen, die nicht geweint werden durften, um keine Schwäche zu zeigen. "Mama..." wisperte sie leise eine vertraute Ansprache. "Wir konnten Papa nicht einmal begraben." so viel wurde ihnen verwehrt. Kein Abschied, keine Verteidigung, nicht mal ein Ort der Trauer wurde ihnen gewährt. Sie mussten mit ihren eigenen Gedanken leben, die voller abscheulicher Fantasie über das Schicksal des leblosen Leichnams des Vaters schwirrten.
