
Das das metallische Geräusch der Rüstungen ertönte, blickte Rajani auf. Ihre Wachen waren näher an sie herangerückt und es dauerte einen kurzen Moment, bis sie erkannte, was der Grund dafür war. Oder besser: wer. Blinzelnd sah sie der jungen Frau entgegen, die mit ihren langen schwarzen Haaren wie eine Märchengestalt anmutete. Die Lippen der Gesellschafterin standen einen Moment offen und sie starrte die Fremde beinahe unangenehm an. Selten hat die Sommerländerin eine so hübsche Frau gesehen, die gleichermaßen Charisma, als auch Anmut ausstrahlte. Natürlich außer Naila selbst. Die Frau, die sie mit ihrem Leben beschützen würde - wenn es denn nötig wäre - übertrumpfte natürlich alles. Eher wie fremdgesteuert richtete sie wieder den Blick auf den Stoff, über den die Fremde ganz offensichtlich gerade sprach, doch so ganz hatte die junge Frau die Situation noch nicht überblickt. Im Gegenteil zu ihren Wachen, die offenbar entschieden hatten, dass die Frau neben ihr keine Bedrohung darstellte. Noch ehe Rajani auf die samtweichen Worte der Dunkelhaarigen antworten konnte, hatte sie auch schon ein wenig Stoff gegen das Licht gehalten und nun erkannte auch sie die ausgefransten und durchschimmernden Stellen, die die Frau neben ihr beschrieb. Eifrig fing sie an zu nicken. "
Oh wie Recht Ihr habt!", rief sie aus und warf wie zur Bestätigung dem Händler einen bösen Blick zu, der gerade allerdings mit anderen interessierten Käuferinnen im Gespräch war. "
Was ein Schuft!", murmelte Rajani entrüstet und schielte möglichst unauffällig auf die Kleider, die die Fremde neben ihr trug. Sie waren von feiner Qualität und passten farblich ganz hervorragend zu den dunklen Haaren. "
Entschuldigt bitte, dass ich so forsch bin, aber Eure Kleider sehen fantastisch aus. Wo ist denn der Händler, der mir solche Stoffe verkaufen kann?", fragte sie neugierig und bewegte ihre Hand in Richtung der jungen Frau neben ihr. Rajani besann sich ihre guten Manieren und entschied, dass es für den ersten Kontakt sicher besser war sie nicht direkt anzufassen.
"
Bitte bliebt noch einen Moment!", bat sie und warf einen Blick von der Fremden hin zu ihren Wachen, die immer noch etwas unruhig von einem Fuß auf den anderen traten. Rajani stellte sich möglichst unauffällig so hin, dass es den Männern vielleicht etwas besser gehen würde, wenn sie sahen, dass die Fremde nicht mehr direkt zwischen ihnen stand. "
Mein Name ist Rajani Parikh. Wie man unschwer erkennen kann, bin ich das erste Mal hier in Castandor", erklärte sie lachend und zuckte entschuldigend mit den Schultern. "
Aber ich liebe diese Stadt jetzt schon", sinnierte sie und ließ ihren Blick mit glitzernden Augen einmal über den Markplatz schweifen. "
Mit wem habe ich das Vergnügen?", fragte sie ziemlich direkt und neugierig nach dem Namen der Frau, die sie gerade vor einem Fehlkauf bewahrt hatte und musterte sie noch einmal von oben bis unten.