21-10-2024, 21:31 - Wörter:
Stavros war es gewohnt, mit anderen Männern über grundlegende Dinge zu philosophieren, doch mit einer Frau war es doch eine große Überraschung. Es war nicht so, dass er das nicht mochte; nein, er konnte an Ariadne Trakas´ Augen eine gewisse Intelligenz erkennen, die man bei seinem Geschlecht nur lange suchen konnte, doch überrascht war er dennoch. Ihm war es egal, ob sein Gegenüber männlich oder weiblich war, Hauptsache, derjenige hatte etwas im Köpfchen. Dieser Tag hatte sich zu einem furchtbar interessanten Abend und nun zu einer spannenden Nacht entwickelt, und Stavros empfand in diesem Moment die Gewissheit, dass es auch etwas Gutes hatte, sich mit anderen Menschen abzugeben. Er war wahrhaftig ein Einsiedler; doch zuerst Rajani und jetzt Euer Gnaden Trakas höchstpersönlich, die über Aristomachos sprach. Eine Wohltat für seinen Kopf. “Ich widerspreche Euch nur sehr ungerne, Euer Gnaden, aber ich denke wirklich nicht, dass das Zusammenleben, so wie wir es kennen, rein bloßer Zufall ist. Der Mensch ist ein Gemeinschaftswesen, war es immer schon, und zieht seinen größten Nutzen eben aus dieser Gemeinschaft. Und dass Menschen nur nach dem größten Nutzen für sich selbst suchen… nun, da stimmt Ihr mir bestimmt zu, nicht wahr?” Ein mildes Lächeln legte sich auf seine Lippen, und er setzte sich ihr gegenüber auf einen alten, durchgesessenen Sessel. Meine Güte, wie er es hier liebte. Diese Stille, die Klugheit, so viel Wissen.
Dann schenkte er sich etwas von einer dunklen Flüssigkeit in einen Becher, der wie immer auf einem der Lesetischchen stand. Er trank, überlegte und sah dann Euer Gnaden erneut an. “Farynn hat als einziges Land immer sehr strikt an den alten Traditionen festgehalten; weshalb das so ist, nun, darüber kann ich auch nur spekulieren. Es hat zumindest Geschichte, dass sich die Bewohner Farynns und die Könige selbst stets geweigert haben, den Fortschritt anzuerkennen. Man glaubt, im Alten liegt Beständigkeit, und man denkt, dass das bereits Ergründete Sicherheit schenkt. So erkläre ich es mir zumindest.” Nachdenklich glitt sein Daumen über seine Lippen, sich selbst fragend, wie viel er Lady Trakas erzählen sollte. “Ich war schon dutzende Male im Herbstland, es ist immer eine Reise wert. Die Menschen dort sind anders als in den anderen Ländern, es ist wahrhaft schwer zu beschreiben. Man bekommt dort beinahe das Gefühl, in einer anderen Welt zu leben, und darin empfinde ich viel Neugierde. Denn tatsächlich hat es auch sein Gutes, im Alten weiterzuleben, Traditionen zu feiern, die sich als nützlich erwiesen haben. Wie steht Ihr dazu?”
Dann schenkte er sich etwas von einer dunklen Flüssigkeit in einen Becher, der wie immer auf einem der Lesetischchen stand. Er trank, überlegte und sah dann Euer Gnaden erneut an. “Farynn hat als einziges Land immer sehr strikt an den alten Traditionen festgehalten; weshalb das so ist, nun, darüber kann ich auch nur spekulieren. Es hat zumindest Geschichte, dass sich die Bewohner Farynns und die Könige selbst stets geweigert haben, den Fortschritt anzuerkennen. Man glaubt, im Alten liegt Beständigkeit, und man denkt, dass das bereits Ergründete Sicherheit schenkt. So erkläre ich es mir zumindest.” Nachdenklich glitt sein Daumen über seine Lippen, sich selbst fragend, wie viel er Lady Trakas erzählen sollte. “Ich war schon dutzende Male im Herbstland, es ist immer eine Reise wert. Die Menschen dort sind anders als in den anderen Ländern, es ist wahrhaft schwer zu beschreiben. Man bekommt dort beinahe das Gefühl, in einer anderen Welt zu leben, und darin empfinde ich viel Neugierde. Denn tatsächlich hat es auch sein Gutes, im Alten weiterzuleben, Traditionen zu feiern, die sich als nützlich erwiesen haben. Wie steht Ihr dazu?”
