04-11-2024, 19:16 - Wörter:
![[Bild: 20b3230e554f3097b0bc14c769e8997e01f98c8c.gif]](https://64.media.tumblr.com/9d04ab5c97ecd09905ce78273ce2a95c/11af06c12d163d24-92/s540x810/20b3230e554f3097b0bc14c769e8997e01f98c8c.gif)
Die aktuellen Neuigkeiten beschäftigten Safiyya und sie… machten ihr Angst, auch wenn sie das niemals zugeben würde. Die Nächte wurden dunkler und die Morgen grauer. Ein Umschwung lag in der Luft, der ihr Tränen in die Augen treiben würde, wenn sie es zulassen würde. Wenn sie, wie jetzt gerade, an dem Tisch in der kleinen Küche saß und aus dem Fenster in die Dunkelheit starrte konnte sie beinahe spüren, wie das Gefühl der Gefahr und der Unsicherheit sie zu übermannen versuchte. Sie hatte schon vieles in ihrem erlebt und noch mehr Grausamkeiten gehört. Aber sie spürte, dass etwas im Wandel war, das sie nicht greifen konnte. Worauf sie vielleicht keinen Einfluss hatte. Etwas, das ihr aller Leben verändern würde. Sie schrak aus den Gedanken hoch, weil es laut ein bekanntes Muster klopfte. „Ich geh‘“, ließ sie eine Magd wissen und öffnete die Eingangstür einen Spalt, um in ein vernarbtes und dreckiges Gesicht zu blicken. Ein Gesicht, bei dessen Anblick ihre Mundwinkel sich automatisch ein Stückchen anhoben. Dagegen war sie machtlos und tatsächlich störte es sie nicht. Als er sprach, zog sich ihr linker Mundwinkel noch ein wenig höher. Dann lachte sie kurz kopfschüttelnd. „Ein Entführer sollte seine Taten besser nicht ankündigen. Was machst du, wenn ich vorher weglaufe?“, fragte sie ihn herausfordernd, ehe ihre Augen seinen Blick suchten und ihn mit etwas Sorge straften. Was hatte der Mann jetzt schon wieder vor?
Als er sie dann plötzlich an sich zog, legte sie fragend und überrascht zugleich den Kopf schief. Hatte er einer Stadtwache wieder den Kopf umgedreht oder wehslab war er so gut gelaunt? Sie seufzte auf seine Worte hin leise, legte ihm eine Hand auf die Brust und ließ diese langsam nach oben an seinen Hals wandern, wo sie fest auf und ab strich. „Du klingst nicht so, als hätte ich eine Wahl.“ Ja, vermutlich hatte sie im Haus zu tun, es gab immer irgendetwas zu erledigen. Vermutlich sollte sie in diesen Zeiten da sein und Präsenz bei den Mädchen zeigen, aber wenn sie ehrlich zu sich selbst war, gäbe es niemanden, mit dem sie lieber etwas rauskommen würde. Mit Keeran hatte sie das Treffen schon nachbesprochen, aber es würde sie interessieren, wie Hafiz die Sache sah – aus seiner ganz eigenen, einfachen Sicht. Manchmal war diese nämlich oft klarer und direkter als die Ansichten der anderen – auch wenn seine Art sie oft genug zur Weißglut trieb.
Sie sah jetzt erst, dass er Wein in der Hand hielt, der ihm über die Finger tropfte. Sie seufzte und hätte ihn fast wie ein Kind getadelt, doch stattdessen glitt ihr Blick hinter sie ins Haus. „Ich hole mir ein Tuch, dann komm ich gleich.“, entgegnete sie nach einigen Augenblicken des Nachdenkens und schloss die Tür wieder vor Hafiz Nase. Rasch holte sie sich ein Tuch für die Schultern und den Kopf, richtete die Haare und packte noch ein paar Habseligkeiten zusammen. Eines der Mädchen übernahm die Aufsicht, wann immer sie nicht im Haus war und dieser galt es auch noch Bescheid zu geben. Einige Minuten später öffnete sie die Tür wieder und trat zu Hafiz in die erfrischende Abendluft. Sie hatten einige trockene, heiße Tage hinter sich. Dass seine Hand verletzt war, war ihr aufgefallen, aber da sie sich immer Tiraden anhören konnte, wenn sie ihn darauf ansprach, schwieg sie dieses Mal. Sowieso schwiegen sie beide sich einige Momente lang an, während Hafiz den Weg vorgab. Sie könnte fragen, was er vor hatte, aber das brauchte sie nicht. Er war eine der sehr wenigen Personen, denen sie blind vertraute. Sie musste ihm auch nicht sagen, dass er sie nicht ausführen sollte oder brauchte, denn das wusste er bereits. „Hafiz?“, begann sie dann stattdessen irgendwann in die Stelle. „Das ist das schlimmste Gefühl. Dieses… "Etwas" auszuhalten, das in der Luft liegt. Das herumschwirrt, unsichtbar, ungreifbar.“ Langsam schüttelte sie den Kopf. „Das macht mich krank.“
Als er sie dann plötzlich an sich zog, legte sie fragend und überrascht zugleich den Kopf schief. Hatte er einer Stadtwache wieder den Kopf umgedreht oder wehslab war er so gut gelaunt? Sie seufzte auf seine Worte hin leise, legte ihm eine Hand auf die Brust und ließ diese langsam nach oben an seinen Hals wandern, wo sie fest auf und ab strich. „Du klingst nicht so, als hätte ich eine Wahl.“ Ja, vermutlich hatte sie im Haus zu tun, es gab immer irgendetwas zu erledigen. Vermutlich sollte sie in diesen Zeiten da sein und Präsenz bei den Mädchen zeigen, aber wenn sie ehrlich zu sich selbst war, gäbe es niemanden, mit dem sie lieber etwas rauskommen würde. Mit Keeran hatte sie das Treffen schon nachbesprochen, aber es würde sie interessieren, wie Hafiz die Sache sah – aus seiner ganz eigenen, einfachen Sicht. Manchmal war diese nämlich oft klarer und direkter als die Ansichten der anderen – auch wenn seine Art sie oft genug zur Weißglut trieb.
Sie sah jetzt erst, dass er Wein in der Hand hielt, der ihm über die Finger tropfte. Sie seufzte und hätte ihn fast wie ein Kind getadelt, doch stattdessen glitt ihr Blick hinter sie ins Haus. „Ich hole mir ein Tuch, dann komm ich gleich.“, entgegnete sie nach einigen Augenblicken des Nachdenkens und schloss die Tür wieder vor Hafiz Nase. Rasch holte sie sich ein Tuch für die Schultern und den Kopf, richtete die Haare und packte noch ein paar Habseligkeiten zusammen. Eines der Mädchen übernahm die Aufsicht, wann immer sie nicht im Haus war und dieser galt es auch noch Bescheid zu geben. Einige Minuten später öffnete sie die Tür wieder und trat zu Hafiz in die erfrischende Abendluft. Sie hatten einige trockene, heiße Tage hinter sich. Dass seine Hand verletzt war, war ihr aufgefallen, aber da sie sich immer Tiraden anhören konnte, wenn sie ihn darauf ansprach, schwieg sie dieses Mal. Sowieso schwiegen sie beide sich einige Momente lang an, während Hafiz den Weg vorgab. Sie könnte fragen, was er vor hatte, aber das brauchte sie nicht. Er war eine der sehr wenigen Personen, denen sie blind vertraute. Sie musste ihm auch nicht sagen, dass er sie nicht ausführen sollte oder brauchte, denn das wusste er bereits. „Hafiz?“, begann sie dann stattdessen irgendwann in die Stelle. „Das ist das schlimmste Gefühl. Dieses… "Etwas" auszuhalten, das in der Luft liegt. Das herumschwirrt, unsichtbar, ungreifbar.“ Langsam schüttelte sie den Kopf. „Das macht mich krank.“
