06-11-2024, 23:31 - Wörter:
Ein tiefes, fast schon animalisches Grollen drang aus Hafiz´ Brustkorb, als er seine Geliebte sah. Natürlich war sie das nicht, aber für ihn würde es sich immer so anfühlen. Seine Angebetete. Sein Ein und Alles, Geschenk von Heofader selbst. Doch er wusste nur zu gut, dass sie auf all diese Worte nichts gab, schon gar nicht von einem Straßenköter, wie er einer war, also schluckte er sie hinunter. “Sei nicht so streng mit mir”, brachte er mühsam hervor, weil alles an ihr ihn in Staunen versetzte. “Und wieso solltest du vor mir weglaufen? Ich würde immer für dich kämpfen, nie gegen dich.” Nun war seine Stimme selbst kratzbürstiger geworden, fast schon böse. Er hasste es, wenn sie so zu ihm war; er würde sie niemals entführen und nie etwas machen, was sie nicht wollte. Sie hatte keinen Grund, vor ihm wegzulaufen, vielleicht nur, weil er so stank. “Ich habe mich heute extra gewaschen, weil ich weiß, wie viel dir an solchen Dingen liegt.” Vielleicht klang er auch etwas gekränkt, so, als hätte sie ihn mit einem verbalen Schlag getroffen. Das wiederum war interessant, weil niemand Hafiz schaden konnte, so etwas ließ er schlicht nicht zu. Zu viel Gutes war in ihm abgestorben, um noch wirklich verletzt werden zu können. Doch Safiyya schaffte es. Nur sie. Immer sie. Mehr oder weniger geduldig wartete er, bis sie sich ihr Tuch geholt hatte, und als sie wiederkam, betrachtete er sie eine Weile lang nur schweigend. Sie war viel zu schön und er beneidete die Nacht, dass sie Safiyya einfach umschmeicheln konnte, so viel sie wollte.
Galant nahm er ihren Arm und hakte ihn sich bei sich selbst unter, doch auch er bemerkte, dass seine Bewegung zu scharf und ruckartig war, um als sanft gelten zu können. Er war nur schlagende Bewegungen gewohnt, und es fiel ihm schwer, sachte mit anderen Menschen umzugehen. Ob er das je lernen würde können? Er dachte an die Kinder, die ihm geholfen hatten, alles bereit zu stellen, und grummelte erneut. Sein ganzer Brustkorb vibrierte, doch er ließ Safiyya nicht an seinen Gedanken teilhaben. Vielleicht nahm sie es ja als Bestätigung für ihre Worte? Denn auch diese hallten in seinen Ohren und seinem Kopf, und er drückte ihre Hand. Fest, aber versichernd, dass er hier war. “Denk dran, dass es nicht unsichtbar ist, meine Schöne. Wir haben überall unsere Augen und Ohren. Sie machen keinen Schritt, den wir nicht kontrollieren. Und wir werden zuschlagen, bald schon. Nicht wir sind blind, sondern sie. Und jetzt komm, lass uns an etwas Anderes denken, zumindest für heute Nacht.” Er zog sie in Richtung Meer, und als sie am Hafen ankamen, war der immer noch halb zerstört. Die große Flut hatte viele Leben gekostet, und doch war der Ort hier… seine Heimat. Und auch die von Safiyya.
Hafiz zog sie also zu einer ausgebreiteten Decke, auf der die Datteln und der Wein stand, und bevor sie sich setzten, blieb er am Meer stehen, um hinauszusehen. “Ich mag das Wasser nicht sonderlich”, gab er irgendwann leise zu. “Und doch beruhigt es mich, wenn ich mich nicht gerade darin befinden muss. Ich hatte gehofft, es hat auf dich dieselbe Wirkung. Es ist nicht viel, aber ich habe uns Datteln und Wein besorgt. Entweder wir betrinken uns oder… nun, einen groß anderen Plan habe ich nicht.” Sein starkes, ehrerbietendes Gesicht wandte sich ihr zu und wie immer hatte er etwas Bösartiges im Blick, das aber bei Safiyya weicher wurde. “Lass uns für heute Nacht einfach nur hier sitzen und so tun, als wären wir zwei ganz normale Menschen. Und wenn dir das nicht reicht, dann schmieden wir weiter Pläne. Das ist zwar nicht meine Stärke, aber besser, als nichts zu tun.”
Galant nahm er ihren Arm und hakte ihn sich bei sich selbst unter, doch auch er bemerkte, dass seine Bewegung zu scharf und ruckartig war, um als sanft gelten zu können. Er war nur schlagende Bewegungen gewohnt, und es fiel ihm schwer, sachte mit anderen Menschen umzugehen. Ob er das je lernen würde können? Er dachte an die Kinder, die ihm geholfen hatten, alles bereit zu stellen, und grummelte erneut. Sein ganzer Brustkorb vibrierte, doch er ließ Safiyya nicht an seinen Gedanken teilhaben. Vielleicht nahm sie es ja als Bestätigung für ihre Worte? Denn auch diese hallten in seinen Ohren und seinem Kopf, und er drückte ihre Hand. Fest, aber versichernd, dass er hier war. “Denk dran, dass es nicht unsichtbar ist, meine Schöne. Wir haben überall unsere Augen und Ohren. Sie machen keinen Schritt, den wir nicht kontrollieren. Und wir werden zuschlagen, bald schon. Nicht wir sind blind, sondern sie. Und jetzt komm, lass uns an etwas Anderes denken, zumindest für heute Nacht.” Er zog sie in Richtung Meer, und als sie am Hafen ankamen, war der immer noch halb zerstört. Die große Flut hatte viele Leben gekostet, und doch war der Ort hier… seine Heimat. Und auch die von Safiyya.
Hafiz zog sie also zu einer ausgebreiteten Decke, auf der die Datteln und der Wein stand, und bevor sie sich setzten, blieb er am Meer stehen, um hinauszusehen. “Ich mag das Wasser nicht sonderlich”, gab er irgendwann leise zu. “Und doch beruhigt es mich, wenn ich mich nicht gerade darin befinden muss. Ich hatte gehofft, es hat auf dich dieselbe Wirkung. Es ist nicht viel, aber ich habe uns Datteln und Wein besorgt. Entweder wir betrinken uns oder… nun, einen groß anderen Plan habe ich nicht.” Sein starkes, ehrerbietendes Gesicht wandte sich ihr zu und wie immer hatte er etwas Bösartiges im Blick, das aber bei Safiyya weicher wurde. “Lass uns für heute Nacht einfach nur hier sitzen und so tun, als wären wir zwei ganz normale Menschen. Und wenn dir das nicht reicht, dann schmieden wir weiter Pläne. Das ist zwar nicht meine Stärke, aber besser, als nichts zu tun.”
