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Im Auge des Sturms

FACING
THE
STORM

Tritt ein in eine düstere Welt aus Macht, Verrat und alten Schwüren.

Thema

I do a Thing called What the Fuck I Want

Linearer Modus
Szeneninformationen
Charaktere
Szeneneinstellung
feste Postreihenfolge
Datum
11. September 1016
Ort
Irgendwo in den weiten Hügeln von Walleydor
Tageszeit
06:30
#1

Just two Bros bitching about Life


Da stapften sie also durch die Scheiße; wortwörtlich, wenn man die Kuhfladen bedachte, die hier und dort schön platziert auf dem satten, grünen Feld lagen. Es machte Ivars Laune nun auch nicht unbedingt besser, aber wenigstens auch nicht schlechter. In seinem Leben gab es keinen Platz für Zimperlichkeiten, hatte es noch nie gegeben und auch, wenn er hin und wieder einen Gedanken darüber verlor, wie es wohl sein musste, seine stinkenden Füße hochzulegen und andere seine Arbeit machen zu lassen, hatte er nie die benötigte Blindheit besessen, sich tatsächlich in diesem Lebensstil aufgehen zu sehen. Irgendwie gehörte er doch hier unten in den Dreck, mit frischen, nicht bezahlten Stiefeln den Kuhfladen ausweichend und gar nicht nachfragend, durch welche Sekrete er sonst noch stapfte. Den Blick immer auf den Boden, die Arme vor der Brust verschränkt, weil das leichte Hemd ihn nicht vor der Feuchtigkeit des Morgentaus in der Luft schützte, und einmal wieder verfluchend, dass er dem Händler mehr hätte nehmen sollen als nur einen verschwindend geringen Teil seiner Waren und einen Teil seines eingeheimsten Geldes, das rechtmäßig doch mindestens genauso dem Söldner zustand. Denn wer war in einem seltenen Schwächezustand ausgenutzt und auf einen Karren gepackt worden? Wer hatte weder Geld, noch sein Pferd, noch seine geliebten Dolche bei sich? Richtig, sicher nicht der Händler, der feige das Geld dieses geleckten Schnösels mit dem ausgefransten Bart eines Borstenschweines (aka, Cade- riecht nach Kot) angenommen und fünf von ihnen über die Grenze transportiert hatte eine Entscheidung, die Ivar anhand der bezahlten Summe genauso getroffen hätte. Was man Ivar die letzten Wochen angetan hatte - die Verwechslung, dass er Sommerländer war (hä ???), der Zwangseinzug ins Heer, die Zwangsdisziplinierung, die Aussetzung von Krankheit, Schwäche und Langeweile, die Zwangstransportierung auf dem Wagen - das alles verlangte doch regelrecht nach 10 Jahren Entschädigung oder Vergeltung. Würde Ivar nur einen kleinen Scheißhaufen auf sein Leben geben, das es wert war, verteidigt zu werden.
Deswegen war er also hier und stapfte irgendwo im Nirgendwo über ein frühlingsländisches, vermutlich nicht ganz herrenloses Feld, wenn man die vergangene Anwesenheit von Kühen in Betracht zog. Vielleicht war er zu weich geworden. Nicht einmal alles hatte er dem Händler genommen, ihm seine Kleider gelassen, seinen Gaul, den Wagen, die Frau. In dem kleinen Beutel befand sich genauso viel, wie er brauchen würde, um sich ein Zimmer in einem billigen Gasthaus, ein ordentliches Mal, ein Bad und ein Paar neue Kleidung zuzulegen, und, ach ja, eventuell auch noch seinen Wegbegleiter durchzufüttern. Diese nervige Präsenz, an die er sich doch irgendwie gewöhnt hatte und von der er doch fast schwören konnte, dass sie mittlerweile sein Schatten war, so wie Khaled sich an seine Fersen geheftet hatte. Oder war es andersrum gewesen? Vielleicht hatte Ivar es satt, allein zu sein. Vielleicht vermisste er das Kuhfladengesicht von Eneas und Tyra, die öfter mit der Faust seine Lippen geküsst hatte als ihm lieb war. Eventuell konnte er auch nicht zusehen, wie Khaled an dem Anblick verging, wie Rana sich an den Hals des - jetzt nur noch halb so reichen - Händler schmiss, in der Hoffnung auf ein schönes Haus in Spring’s Court und Sicherheit. Letztendlich war es aber Khaleds Entscheidung gewesen, mit ihm zu kommen, und aus welchen Gründen auch immer hatte er danach beschlossen, Ivar mit Schweigen zu strafen. Als wäre es seine Schuld, dass er ein gebrochenes Herz zu flicken hatte. Lächerlich.
“Es war deine Entscheidung, weißt”, brach es irgendwann nach zwei Stunden Wanderung durch dieses gottlosen Wiesenhügel aus ihm raus, den von Tau und Morgen gelösten Restschnupfen hochziehend. “Ich hab dir nicht gesagt, dass du mich begleiten musst.” Eventuell hatte er die Zeit der Entscheidung sehr kurz geschnitten, so von ein paar Tagen, die er Khaled hätte geben können, runter auf ungefähr zwei Minuten, wo er spontan entschieden hatte, den Händler zu überfallen und ihm die Hälfte seines Goldes, sowie die Lederstiefel und sein Schnitzmesser abknöpfen. Obwohl er es nicht ausgesprochen hatte, stand klar in der Luft, dass der Dieb zwischen zwei Wegen hatte abwägen müssen - oder mehr, gegeben, dass Ivar ihm mit seiner greifbaren Freiheit die Tore zur Welt geöffnet hatte. Warum Khaled sich ausgerechnet für den Weg mit dem Söldner entschieden hatte, war genauso klar wie der Nebel auf den Feldern und Ivar war es leid, das Schweigen dafür sprechen zu lassen, was für eine miserable Entscheidung Khaled doch getroffen hatte.
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Nachrichten in diesem Thema
I do a Thing called What the Fuck I Want - von Ivar Lorenson - 10-11-2024, 13:31
RE: I do a Thing called What the Fuck I Want - von Khaled bin Sharif - 01-12-2024, 18:30
RE: I do a Thing called What the Fuck I Want - von Ivar Lorenson - 14-12-2024, 09:34
RE: I do a Thing called What the Fuck I Want - von Khaled bin Sharif - 29-12-2024, 14:24