17-11-2024, 00:21 - Wörter:
Wie konnte er nur so naiv sein und wirklich glauben, dass sich diese Welt für sie verändern konnte. Die Welt blieb die Welt und folgte weiter ihren gleichen Gesetzen. Niemand war hier wirklich frei und doch, gerade jetzt, wollte Belisarius alle Gesetzmäßigkeiten verlassen. Die Monster ihrer Zeit hausten bereits in ihren Herzen, die Unschuld würde bald vergehen und Belisarius wusste das eine glorreiche Stunde für jene Menschen geschlagen hatte, die unentwegt ihren Vorteil sahen. Und doch bewies diese junge Frau mehr Weitsicht und Würde als jene Herren, denen er bisher gedient hatte. Leben für einen Mann, wie ihn selbst, war eine Abfolge von Agonie, die gleichgültig machte. Elithea hatte diese Gleichgültigkeit zerschmettert, nicht in böser Absicht, sondern in einfacher Tagesvernunft. Gerne hätte er ihr die Welt erklärt, ihre Mächte zu Füßen gelegt, damit sie diese Erde heilen konnte. Mit aller Macht, die ihm gegeben war, hätte er dafür gesorgt, dass sie jedem zeigen konnte, dass andere Gesetzmäßigkeiten gelten konnten und ihre dargelegte Harmonie wahrhaftig sein konnte. Sie glaubte wirklich an einen Sinn in den Dingen; suchte nach Zeichen, Faktoren und Erklärungen für all jenes, was ihnen widerfuhr und widerfahren würde. Doch Belisarius wusste schlicht darum, dass nicht alles einen Sinn im Leben hatte. Manchmal gab es Verknüpfungen, Erklärungen und auch Möglichkeiten aber letztlich blieb der leibhaftige Sinn verloren;- insbesondere für dunkle Gesellen, wie er selbst einer war. Wie sollte man Mord im Auftrag anderer mit Sinn erfüllen, wenn nicht mal Rechtfertigung ausreichend war? Elithea konnte sich diese Gnade erlauben, sie konnte frei darüber hoffen, was sie glauben konnte und wollte aber Belisarius hatte sich selbst nicht immer bereitwillig in viele Abgründe geworfen, um der einen Sache zu dienen, die er verstand: der Logik der Macht. Der Kriegsteufel wollte für Elithea anders in die Welt blicken aber scheiterte an ihrer Hoffnung, denn das Biest in ihm, welches brutal gemeuchelt und gemordet hatte, war nur schwerlich in Ketten der Hoffnung zu hüllen, sondern folgte nur der Peitsche der eigenen Ambition und Geltung. All die Jahrzehnte des eigenen Leids waren kurz davor zum Leid aller zu werden, um einen Preis zu erringen, der größer war als die kleine Ambition von einst. Sein Vater wollte immer mehr. Immer nur mehr. Doch Belisarius folgte nur, von niederträchtiger Vergangenheit zu einer niederträchtigen Zukunft voller Gewalt und Intrigen. Veränderungen verhießen ihm nur Gutes, denn wenn er stillstand, inne hiel, spürte er wieder die Schläge seines Vaters, die blutwarmen Händen nach jeder Schandtat und sah die Gesichter derjenigen, die durch ihn gefallen oder zu Leid gekommen waren.
Ein Teil war noch Mensch genug, sich selbst zu verachten. Verachtung war jene Agonie, der er entkommen wollte aber niemals konnte. Keine Ambition vermochte genug Bewegung schaffen, um zu entkommen. Kein Flehen, keine Gnade und keine Fürbitte konnte den kalten Hunger töten und ihn erretten. Belisarius war schon seit Anbeginn seines Lebens verdammt, genau jener Mann zu werden, der er nun war: ein Kriegsherr. Sein Vater bestimmte über Menschen; und er hatte bestimmt, dass Belisarius dieser Mann zu sein hatte. Elithea würde noch sehen, welche Gewalt er in die Welt bringen würde. Viele würden erschrecken, andere jubeln und sich daran ergötzen, welche Macht er mit Gewalt verbinden konnte. Augusto, seines Zeichens Herrscher, genoss den gezielten Gewaltakt und die Macht, die Belisarius ihm verheißen konnte. Er war der Teufel, der nach Kings Portal zurückkehren würde und in diesem Sinne war der Name dieser Station "Hopes End" durchaus passend für alle, die hier noch Hoffnungen konstruieren wollten. Elithea musste sich hüten, nicht in der gleichen Welt verloren zu gehen, die er für sich gefunden hatte. Er würde dies verhindern, für sie kämpfen, damit sie niemals ein solcher Dämon wurde, wie er selbst. Sie sollte ihre Gnade behalten, ihre Würde nicht verlieren und stets jene Gedanken weiterführen, die sie ihm gerade geteilt hatte. Mit traurig-schönen Augen blickte sie der Unhold an, wohlwissend, niemals gerecht und gut genug zu sein, um einen Platz neben ihr zu verdienen. Er konnte nicht mehr entgegnen, keine Worte mehr winden und sich erklären, sondern ließ ihre Sätze als jene letzte Hoffnung unwidersprochen stehen. Wieder das merkwürdige Gefühl, wie eine starke aufkommende Erschöpfung. Ein Verdacht kam ihm.
Belisarius war ein Stratege und erahnte bereits, dass er sich sehr wahrscheinlich mit der Seuche angesteckt hatte. Dies war nicht ungewöhnlich, denn Feldlager und seine Dienste setzten ihn häufig entsprechenden Milieus aus. Eine gewisse Genugtuung lag darin, dass in seiner Sünde, die Plage gegen Walleydor zu richten auch eine gewisse Erlösung darin lag, an der selben Plage zu leiden. Ein salziges Schmunzeln huschte über seine Lippen. Wenn dies sein Ende wäre, wäre er immerhin nicht allein und starb in Schweiß und Fieber, was ihm grausam genug für sein eigenes Ende erschien. Denn die meisten Enden waren nie würdevoll und warum sollte gerade er dies verdienen? Belisarius drückte Elitheas Hand noch etwas fester, so als ob er sie ob ihrer Hoffnung festhalten wollte. Doch Elithea entschied sich für wenige Momente zu gehen, bei sich zu sein und der dunkle Herold leistete dem Folge. Die wenigen Momente des Alleinseins, als die Prinzessin ihren Weg zu Fuß fortsetze, nutzte er um zu ergründen, wie es geschehen sollte, dass ein Mensch, den er kaum kannte, ihm so wichtig werden konnte, ohne dass sie beide darum gebeten oder es erwünscht hatten. Sie hatte ihm einen anderen Sinn gegeben, so dass diese Reise weitaus größer wurde. Belisarius war nicht mehr nur kalt und berechnend, sondern hatte eine echte Aufgabe gefunden.
Die Dunkelheit sollte für heute noch fern bleiben. Darum bat er nicht gegen die Göttlichkeit dieser Welt, sondern erbat es sich von sich selbst. Belisarius wollte kämpfen, Elithea sicher zu wissen. Sie musste sicher sein; egal, was aus ihm wurde. Diese Mission galt es zu erfüllen - und so mobilisierte er seine Kräfte und lenkte den Wagen mit einem Gruß in die königliche Station ein. Endymions Wehklage ignorierte er. Dieser Junge war nicht fähig, selbstgerecht und verdiente wenig. Belisarius nickte der Weisung zustimmend in Richtung der Wache und begann den Wagen gleichsam in die bestimmte Richtung zu lenken. Der Ochse war nun auch dankbar für eine baldige Pause.
In der Tat war die Mutter bereits hier und Belisarius ließ seine Augen umherschweifen. Alles schien nach Plan gelaufen zu sein. Nun hieß weiterhin warten, bis die Garde eintraf, um den letzten Teil der Reise zu begleiten. Belisarius nahm sich vor, den Wagen anzubinden, sich um den Ochsen zu kümmern und der kleinen Familie etwas Raum im Wiedersehen zu geben. Er würde später mit ihnen sprechen. "Geht ruhig," meinte er mit einem dankbaren Lächeln. Er umarmte Elithea kurz und sehr ungelenk aber er wollte ihr zeigen, dass sie gehen konnte und kein schlechtes Gewissen haben musste. Auch war er ihr dankbar für die aufschlussreichen Gespräche und die gute Unterhaltung. Endymion war bereits herunter gesprungen und bewegte sich auf die Mutter zu. Belisarius blickte Elithea fest in die Augen. "Geh' ruhig zu ihr. Ich bin in der Nähe und Ihr seid hier vorerst sicher," meinte er und nickte er versichernd zu. Er wollte sie nicht von der Mutter trennen und wusste darum, dass diese Familie nur noch sich selbst hatte. Elithea sollte sich nicht davon getrennt fühlen."Sorge bitte nur dafür, dass ihr nicht zwingend als Familie Trakas enttarnt werdet. Fürstin Trakas neigt zu einer gewissen Darbietung," erklärte er und gab Elithea damit eine Aufgabe, die sie befolgen konnte. Nun saß er selbst ab und trat zum Halsband des Ochsen, um diesem dankend über den Kopf zu streicheln. Elithea entfernte sich mit vorsichtigen Schritten, während er den Ochsen losband und diesen zu einer Futterstelle brachte; doch Belisarius Augen blieben wachsam und immer wieder blickte er zurück, um Elithea (und Familie) auch aus einer gewissen Distanz schützen zu können. Er würde sich anschließen, nachdem sich die Familie im Wiedersehen befunden hatte und sein Auftritt seinen Platz haben konnte. Er machte noch eine winkende Geste, um Elithea zu versichern, sich beeilen zu können und nicht zu zu zögern. Er war ja hier und würde gleich dazu kommen.
Ein Teil war noch Mensch genug, sich selbst zu verachten. Verachtung war jene Agonie, der er entkommen wollte aber niemals konnte. Keine Ambition vermochte genug Bewegung schaffen, um zu entkommen. Kein Flehen, keine Gnade und keine Fürbitte konnte den kalten Hunger töten und ihn erretten. Belisarius war schon seit Anbeginn seines Lebens verdammt, genau jener Mann zu werden, der er nun war: ein Kriegsherr. Sein Vater bestimmte über Menschen; und er hatte bestimmt, dass Belisarius dieser Mann zu sein hatte. Elithea würde noch sehen, welche Gewalt er in die Welt bringen würde. Viele würden erschrecken, andere jubeln und sich daran ergötzen, welche Macht er mit Gewalt verbinden konnte. Augusto, seines Zeichens Herrscher, genoss den gezielten Gewaltakt und die Macht, die Belisarius ihm verheißen konnte. Er war der Teufel, der nach Kings Portal zurückkehren würde und in diesem Sinne war der Name dieser Station "Hopes End" durchaus passend für alle, die hier noch Hoffnungen konstruieren wollten. Elithea musste sich hüten, nicht in der gleichen Welt verloren zu gehen, die er für sich gefunden hatte. Er würde dies verhindern, für sie kämpfen, damit sie niemals ein solcher Dämon wurde, wie er selbst. Sie sollte ihre Gnade behalten, ihre Würde nicht verlieren und stets jene Gedanken weiterführen, die sie ihm gerade geteilt hatte. Mit traurig-schönen Augen blickte sie der Unhold an, wohlwissend, niemals gerecht und gut genug zu sein, um einen Platz neben ihr zu verdienen. Er konnte nicht mehr entgegnen, keine Worte mehr winden und sich erklären, sondern ließ ihre Sätze als jene letzte Hoffnung unwidersprochen stehen. Wieder das merkwürdige Gefühl, wie eine starke aufkommende Erschöpfung. Ein Verdacht kam ihm.
Belisarius war ein Stratege und erahnte bereits, dass er sich sehr wahrscheinlich mit der Seuche angesteckt hatte. Dies war nicht ungewöhnlich, denn Feldlager und seine Dienste setzten ihn häufig entsprechenden Milieus aus. Eine gewisse Genugtuung lag darin, dass in seiner Sünde, die Plage gegen Walleydor zu richten auch eine gewisse Erlösung darin lag, an der selben Plage zu leiden. Ein salziges Schmunzeln huschte über seine Lippen. Wenn dies sein Ende wäre, wäre er immerhin nicht allein und starb in Schweiß und Fieber, was ihm grausam genug für sein eigenes Ende erschien. Denn die meisten Enden waren nie würdevoll und warum sollte gerade er dies verdienen? Belisarius drückte Elitheas Hand noch etwas fester, so als ob er sie ob ihrer Hoffnung festhalten wollte. Doch Elithea entschied sich für wenige Momente zu gehen, bei sich zu sein und der dunkle Herold leistete dem Folge. Die wenigen Momente des Alleinseins, als die Prinzessin ihren Weg zu Fuß fortsetze, nutzte er um zu ergründen, wie es geschehen sollte, dass ein Mensch, den er kaum kannte, ihm so wichtig werden konnte, ohne dass sie beide darum gebeten oder es erwünscht hatten. Sie hatte ihm einen anderen Sinn gegeben, so dass diese Reise weitaus größer wurde. Belisarius war nicht mehr nur kalt und berechnend, sondern hatte eine echte Aufgabe gefunden.
Die Dunkelheit sollte für heute noch fern bleiben. Darum bat er nicht gegen die Göttlichkeit dieser Welt, sondern erbat es sich von sich selbst. Belisarius wollte kämpfen, Elithea sicher zu wissen. Sie musste sicher sein; egal, was aus ihm wurde. Diese Mission galt es zu erfüllen - und so mobilisierte er seine Kräfte und lenkte den Wagen mit einem Gruß in die königliche Station ein. Endymions Wehklage ignorierte er. Dieser Junge war nicht fähig, selbstgerecht und verdiente wenig. Belisarius nickte der Weisung zustimmend in Richtung der Wache und begann den Wagen gleichsam in die bestimmte Richtung zu lenken. Der Ochse war nun auch dankbar für eine baldige Pause.
In der Tat war die Mutter bereits hier und Belisarius ließ seine Augen umherschweifen. Alles schien nach Plan gelaufen zu sein. Nun hieß weiterhin warten, bis die Garde eintraf, um den letzten Teil der Reise zu begleiten. Belisarius nahm sich vor, den Wagen anzubinden, sich um den Ochsen zu kümmern und der kleinen Familie etwas Raum im Wiedersehen zu geben. Er würde später mit ihnen sprechen. "Geht ruhig," meinte er mit einem dankbaren Lächeln. Er umarmte Elithea kurz und sehr ungelenk aber er wollte ihr zeigen, dass sie gehen konnte und kein schlechtes Gewissen haben musste. Auch war er ihr dankbar für die aufschlussreichen Gespräche und die gute Unterhaltung. Endymion war bereits herunter gesprungen und bewegte sich auf die Mutter zu. Belisarius blickte Elithea fest in die Augen. "Geh' ruhig zu ihr. Ich bin in der Nähe und Ihr seid hier vorerst sicher," meinte er und nickte er versichernd zu. Er wollte sie nicht von der Mutter trennen und wusste darum, dass diese Familie nur noch sich selbst hatte. Elithea sollte sich nicht davon getrennt fühlen."Sorge bitte nur dafür, dass ihr nicht zwingend als Familie Trakas enttarnt werdet. Fürstin Trakas neigt zu einer gewissen Darbietung," erklärte er und gab Elithea damit eine Aufgabe, die sie befolgen konnte. Nun saß er selbst ab und trat zum Halsband des Ochsen, um diesem dankend über den Kopf zu streicheln. Elithea entfernte sich mit vorsichtigen Schritten, während er den Ochsen losband und diesen zu einer Futterstelle brachte; doch Belisarius Augen blieben wachsam und immer wieder blickte er zurück, um Elithea (und Familie) auch aus einer gewissen Distanz schützen zu können. Er würde sich anschließen, nachdem sich die Familie im Wiedersehen befunden hatte und sein Auftritt seinen Platz haben konnte. Er machte noch eine winkende Geste, um Elithea zu versichern, sich beeilen zu können und nicht zu zu zögern. Er war ja hier und würde gleich dazu kommen.
