17-11-2024, 16:05 - Wörter:
So viele Träume waren zerbrochen, so viele Menschen lebten in Abhängigkeiten und unterworfen von jenen Herren, die Macht von Geburt an besaßen. Es war die alltägliche Ungerechtigkeit, die diese beiden Nobelleute zur Schau stellten. Sie verstanden die Welt nicht, derer sie vorstanden. Ihnen war viel gegeben und doch war vieles vergebens. Belisarius verachtete nicht ihre Rollen oder ihre Funktion, sondern ihre Haltung. Sie ließen jene Stimmen verstummen, um sich selbstgerecht zu erhöhen und einer Moral zu folgen, die sicherlich nur am Hofe gute Wirksamkeit zeigte. Die Welt außerhalb der Mauern war gezeichnet von einem ständigen Wettstreit, einem ständigen Kampf um das eigene Überleben und war nicht so bestimmt, wie das Leben am Hofe. Er selbst hatte genug Träume beendet, genug Menschen für sein eigenes Überleben heimgesucht, so dass er als Heermeister darum wusste, dass diese Welt grausam war und man stets vorbereitet sein musste. Insbesondere Stavros erzeugte in ihm ein Missfallen, da dieser doch eitle und selbstgerechte Mann für alle jene Unfähigkeit stand, die nun Krieg heraufbeschworen hatte. Seine Worte, seine Anmaßung gegenüber den einfachen Fakten der Politik und insbesondere der Logik von Macht, ließen Belisarius nüchtern in einem kalten Missfallen zurück. "Ihr könnt euch nicht schützen. Ebenso wenig, wie eure Geheimnisse. Ihr verlasst euch auf den Hof, die Mauern und die milde Tätigkeit eures Gefolges aber seht nicht, dass eure Höfe, Mauern und jener Wunsch nach Tätigkeit anderer bereits im Fallen begriffen sind," sagte er mit einer wissenden Gewissheit und verbarg nicht mal, dass er Geheimnisse um Stavros kannte und auch ihn beschatten ließ.
"Unser geliebter Monarch und mein Dienstherr - Großkönig - Augusto hat mich persönlich beauftragt, euch daran zu erinnern, was es heißt, einer Dynastie anzugehören," verwies er auf jene Authorität, die ihm gegeben war und offenbarte nun die wahren Befehlsgeber für diesen ungemächlichen Tag. "Der Großkönig misstraut euren Fähigkeiten, die Wahrheiten der Zeit anzuerkennen und jenem Wunsch und der Notwendigkeit zu folgen, entsprechend zu handeln. Die Propaganda ist Hoffnung für unsere Macht. Wenn man sich dieser Wirklichkeit öffnet, wird einem schnell klar, dass es gewisse banale Notwendigkeiten gibt, die man erhalten und pflegen sollte. Dazu zählt auch Narrative zu bilden und in der Tat ist ein gesundes Feindbild für ein Heer und streitende Reiche durchaus sinnvoll. Menschen wollen die Guten in ihrer Welt sein, wolllen klare Lager umrissen wissen und wollen sich stets in der Handlungsmacht sehen und das geben wir ihnen mit wenigen Flugblättern. Vergesst nicht, wer diesen Kampf eröffnet hat und wo der wahre Feind steht, was er euch nehmen will und euch bereits genommen hat," erklärte er nüchtern aber ebenso direkt die Bewegunggründe für ihre Handlungen. Dabei machte er eine deutende Geste mit einem erhobenen Zeigefinger und deutete dann in Richtung der Waffen, um erneut zu verdeutlichen, weshlab sie wahrlich geladen waren. "Ich vergesse nicht meine Funktion und Rolle, Herr Stavros. Ich bin bestellt und beordert worden, für eure Dynastie einen Krieg zu gestalten und euch daran zu erinnern, was es heißt, Krieg zu führen. Eure vergangene Schöngeistigkeit wird uns nicht zum Sieg verhelfen. Wenn ihr ein Ungemach mit mir persönlich verspürt, ist dies gut so und eure gute Sache aber wenn ihr Bedenken über meine Tätigkeit für eure Dynastie hegt, dann wendet euch an unseren Großkönig, der mich explizit über die Hand bestellen und beordern ließ," vermittelte er abermals, welcher Person in letzter Instanz Rechenschaft schuldete und warum die Dinge so waren, wie sie waren. "Ich diene nur in den Rahmen, der gewünscht ist," gab er sich im Anschluss demütig aber verschleierte dabei nicht, dass der Rahmen durch Augusto so gesetzt worden war und Belisarius mehr Einfluss auf den Thron und Hof selbst hatte, erwähnte er selbstredend nicht, denn so konnte er bequem auf den Großkönig oder Zephyr verweisen. Dies machte die Geschäfte leichter und erlaubte vielseitige politische Winkelzüge, um die Macht seines eigenen Hauses auszubauen und dieses verdammte Spiel der Mächte für sich selbst zumindest nicht allzu beschadet zu überstehen. Belisarius war kein Mann, der einfältig einer Illusion folgte und sich in einem guten Licht sonnen wollte. Er hatte auch nicht das Bedürfnis, wie Stavros ein Bild von sich zu pflegen, um die eigenen Positionen erträglich zu machen. Der Kriegsherr schützte sich selbst mit einer Kette von Selbstbetrug und Eiseskälte gegen jenes Ungemach aber Moral war nie sein Schild, Selbstdarstellung war nicht notwendig für ihn, der so vieles getan hatte, was manche als grausam oder brutal erachteten würden. Er konnte sich schlicht keinen Luxus einer dargebotenen Moral leisten. Dies war etwas für Höflinge und eine Oberschicht, die Zeit für gedankenvollen Müßiggang hatte.
Leben war - aus seiner Sicht - eine Abfolge von Ereignissen und die meisten davon waren nüchtern betrachtet traurig und grausam. Belisarius glaubte nicht daran, dass es gut für Menschen war, scheinheilig zu sein und eine Moral vorzuleben, die in jenem Augenblick zerbrechen würde, wo sie wahrlich gefordert war. Wer sich entschied, eine Waffe in die Hand zu nehmen, einen Kampf zu suchen, musste sich auch damit auseinander setzen, dass Friedfertigkeit, freundliche Worte und milde Absicht, nicht jenen Konflikt lösen würden. In Belisarius Welt gab es nur Sieg oder Tod. Man tat alles mit der notwendigen Ambition, um nicht zu verlieren, denn wer verlor, was ausgeliefert. Er wollte nicht mehr ausgeliefert sein, wie einst seinem Vater. Stavros konnte nicht sehen, was Belisarius wirklich war. Er sah nur einen Mann, der die gewohnte Ruhe des Palastes mit seinen Kriegsvorbereitungen aufmischte und damit seine Kreise störte, die durchaus weitläufig waren. Belisarius beließ es dabei und blickte vielsagend zu Orpheus, während er sich bereits überlegte, wie man Stavros politisch mundtot machen konnte. Augusto brauchte nicht viele Argumente, sondern ergötzte sich inzwischen auch an der Machtfantasie eines Heeres, an möglicher Gewalt und damit verbundener Dominanz über andere, die ihm selbst unangenehm worden waren. Belisarius lieferte Augusto bereits genug Elemente für eine übergeordnete Machtfantasie und Augusto sonnte sich genau darin, da er sich handlungsfähiger glauben konnte. Es waren jene falsche Versprechen, die Belisarius Mächtigen gut verkaufen konnte. Krieg als Notwendigkeit zu sehen, ihn als normale Politik zu begreifen und entsprechend brutal zu agieren, um die eigenen Ansprüche zu sichern. Vielleicht hatte Stavros ihn ein wenig durchschaut aber auch das war dem Teufel egal, denn ihm waren bereits ausreichend Seelen verfallen, so dass die Hölle real werden würde. Belisarius würde dann sehen, welche unheiligen Wunder sich zeigen konnten.
"Eure königliche Hoheit," begann Belsarius schließlich auf Orpheus Aussage einzugehen. "Es sind Fakten und gefühlte Wahrheiten für die einfache Bevölkerung entsprechend aufbereitet. Hoffnung brauchen sie nicht, sondern Sicherheiten. Ferne Bestätigungen, dass ihre Ansichten richtig sind. Man lenkt Menschen der einfachen Schichten und von einfachem Gemüt nicht über ein Traktat der Hoffnung, sondern über Ängste, Pfründe und klare Zuweisungen, dass eine andere unbestimmte Macht oder ein böser Feind die Schuld trägt. Man lenkt Menschen nicht über gutherzige Absichten, sondern verspricht ihnen klare Farben und Zeichnungen. Sie wollen nicht verstehen, sondern wollen nur Verständnis für ihre Lagen und da wir nicht ursächlich sein wollen und können, lenken wir aus eigener Notwendigkeit ihren Blick auf den Feind, der bereits feindlich gehandelt hat. Wir müssen mobilisieren, sie zu Handlungen bringen und das wird nicht über eine komplexe Erklärung geschehen oder eine vielschichtige Problemanalyse, sondern durch Emotionen, die einen Handlungswillen wecken. Notwehr, Angriffe oder verlorene Sicherheiten eignen sich hierfür sehr gut und insofern zielt unsere Propaganda mit der Wahrheit über den Angriff durch den verteufelten Charles genau darauf ab, damit wir Truppen ausheben können und diese jene Truppen aus Walleydor auch gegebenenfalls angreifen werden. Man muss Menschen dazu bringen, sich töten zu können und erst dann haben wir ein fähiges Heer," sprach er kühl die Wahrheit aus, die Augusto bereits mitgeteilt worden war. Zephyr sah es ähnlich und auch Belisarius teilte nur mit, was machtpolitische Interessen waren. Man benutzte Menschen und Orpheus sollte begreifen, dass die dunkle Seite der Macht eben jene Handlungen waren. Belisarius glaubte, dass Orpheus lernen konnte und so gab er sich offen aber verschwieg natürlich, welche weiteren Mittel zur Anwendung kamen. Orpheus war noch nicht bereit von seinem warmen Herzen abzurücken und jener Macht zu dienen, die Augusto so begehrte. Der Prinz musste aus Sicht des Heermeister dringend weniger weich, feinfühlig und sensibel werden, um diesen Krieg lebendig zu verlassen. Gerade die weichen und sanften Herzen fielen schnell. So schenkte Belisarius ihm einen verzeihenden Blick, rang sich einen verständnisvollen Ausdruck ab aber wandte sich dann wieder seiner Arbeit zu.
Belisarius nickte ab und hob ein Kurzschwert an, nachdem Orpheus seinen Verwandten aufgefordert hatte; es gut sein zu lassen. Auch Belisarius wollte keine politische Unterweisung vornehmen, sondern die beiden im brutalen und schmutzigen Kampf schulen, der auf Schlachtfeldern gebräuchlich war. Ehrenhafte Duelle oder ein Zweikampf war hier durchaus selten und auch ein Adelsmann ohne echte Lebensbedrohung bisher, musste lernen, dass es im Kampf allein um den Sieg ging und es egal war, welches Mittel man einsetzen würde. "So ist es," antwortete der Kriegsherr und fühlte das Gewicht der Waffe in seiner Hand, drehte den Schwertgriff ein wenig und schwang die Waffe ein wenig vor sich, bevor er einen festen Griff seiner Hand wählte. "Der Kurzschwert ist eine Stichwaffe," beganner mit seiner Ausführung. "Es ist die Standardbewaffnung unseres Heeres und wird in Masse ausgegeben, da es einen wesentlichen Vorteil hat." Er deutete auf die scharfe und spitze Klinge. "Es ist praktisch von jedem Mann zu erlernen und braucht schlicht Übung und kaum Technik. Denn man führt schlicht heftige Stöße und Stiche damit aus, immer wieder, bis der Feind an einer Blutung oder schweren Bauchverletzung zu Boden geht. Die verstärkte Spitze erlaubt es mit entsprechender Kraft sogar Kettenglieder eines Panzers aufzubrechen. Es wird von unserer Infanterie mit einem Turmschild kombiniert aber wir werden heute schlicht den direkten Kampf üben und euch dazu bringen, wenig elegant einen Feind zu Boden zu stechen und euch begrifflich zu machen, dass es keinen ehrbaren Zweikampf gibt, der euch von euren Ausbildern einst beigebracht wurde," erklärte er ausführlich und deutete dann mit der Klinge zu großen Holzträgern an denen zwei tote Schweinen hingen, die jedoch weitesgehend unversehrt wirkten. "Dort hängen zwei bereits tote Schweine. Schweinekörper sind unseren Körpern nicht unähnlich. Ich möchte, dass ihr mehrere kräftige Klingenstöße in die Körper vollführt. Ich werde bei Bedarf Stoßrichtungen korrigieren und euch erst einmal Fehler machen lassen, damit wir darauf aufbauen können," sagte er und trat mit wenigen Schritten zu den aufgehängten Schweinekörpern. "Es ist notwendig, dass ihr einschätzen könnt, wie viel Kraft notwendig ist, eine Haut zu durchstoßen und Knochen zu durchbrechen." Wieder deutete er auf die Schweine. "Bitte fangt zeitgleich an. Wundert euch nicht. Die Angelegenheit kann blutig werden," meinte er ohne jede Regung im Gesicht und nickte Orpheus sowie Stavros zu, dass sie nun ihre Waffen aufnehmen konnten, um zu beginnen.
"Unser geliebter Monarch und mein Dienstherr - Großkönig - Augusto hat mich persönlich beauftragt, euch daran zu erinnern, was es heißt, einer Dynastie anzugehören," verwies er auf jene Authorität, die ihm gegeben war und offenbarte nun die wahren Befehlsgeber für diesen ungemächlichen Tag. "Der Großkönig misstraut euren Fähigkeiten, die Wahrheiten der Zeit anzuerkennen und jenem Wunsch und der Notwendigkeit zu folgen, entsprechend zu handeln. Die Propaganda ist Hoffnung für unsere Macht. Wenn man sich dieser Wirklichkeit öffnet, wird einem schnell klar, dass es gewisse banale Notwendigkeiten gibt, die man erhalten und pflegen sollte. Dazu zählt auch Narrative zu bilden und in der Tat ist ein gesundes Feindbild für ein Heer und streitende Reiche durchaus sinnvoll. Menschen wollen die Guten in ihrer Welt sein, wolllen klare Lager umrissen wissen und wollen sich stets in der Handlungsmacht sehen und das geben wir ihnen mit wenigen Flugblättern. Vergesst nicht, wer diesen Kampf eröffnet hat und wo der wahre Feind steht, was er euch nehmen will und euch bereits genommen hat," erklärte er nüchtern aber ebenso direkt die Bewegunggründe für ihre Handlungen. Dabei machte er eine deutende Geste mit einem erhobenen Zeigefinger und deutete dann in Richtung der Waffen, um erneut zu verdeutlichen, weshlab sie wahrlich geladen waren. "Ich vergesse nicht meine Funktion und Rolle, Herr Stavros. Ich bin bestellt und beordert worden, für eure Dynastie einen Krieg zu gestalten und euch daran zu erinnern, was es heißt, Krieg zu führen. Eure vergangene Schöngeistigkeit wird uns nicht zum Sieg verhelfen. Wenn ihr ein Ungemach mit mir persönlich verspürt, ist dies gut so und eure gute Sache aber wenn ihr Bedenken über meine Tätigkeit für eure Dynastie hegt, dann wendet euch an unseren Großkönig, der mich explizit über die Hand bestellen und beordern ließ," vermittelte er abermals, welcher Person in letzter Instanz Rechenschaft schuldete und warum die Dinge so waren, wie sie waren. "Ich diene nur in den Rahmen, der gewünscht ist," gab er sich im Anschluss demütig aber verschleierte dabei nicht, dass der Rahmen durch Augusto so gesetzt worden war und Belisarius mehr Einfluss auf den Thron und Hof selbst hatte, erwähnte er selbstredend nicht, denn so konnte er bequem auf den Großkönig oder Zephyr verweisen. Dies machte die Geschäfte leichter und erlaubte vielseitige politische Winkelzüge, um die Macht seines eigenen Hauses auszubauen und dieses verdammte Spiel der Mächte für sich selbst zumindest nicht allzu beschadet zu überstehen. Belisarius war kein Mann, der einfältig einer Illusion folgte und sich in einem guten Licht sonnen wollte. Er hatte auch nicht das Bedürfnis, wie Stavros ein Bild von sich zu pflegen, um die eigenen Positionen erträglich zu machen. Der Kriegsherr schützte sich selbst mit einer Kette von Selbstbetrug und Eiseskälte gegen jenes Ungemach aber Moral war nie sein Schild, Selbstdarstellung war nicht notwendig für ihn, der so vieles getan hatte, was manche als grausam oder brutal erachteten würden. Er konnte sich schlicht keinen Luxus einer dargebotenen Moral leisten. Dies war etwas für Höflinge und eine Oberschicht, die Zeit für gedankenvollen Müßiggang hatte.
Leben war - aus seiner Sicht - eine Abfolge von Ereignissen und die meisten davon waren nüchtern betrachtet traurig und grausam. Belisarius glaubte nicht daran, dass es gut für Menschen war, scheinheilig zu sein und eine Moral vorzuleben, die in jenem Augenblick zerbrechen würde, wo sie wahrlich gefordert war. Wer sich entschied, eine Waffe in die Hand zu nehmen, einen Kampf zu suchen, musste sich auch damit auseinander setzen, dass Friedfertigkeit, freundliche Worte und milde Absicht, nicht jenen Konflikt lösen würden. In Belisarius Welt gab es nur Sieg oder Tod. Man tat alles mit der notwendigen Ambition, um nicht zu verlieren, denn wer verlor, was ausgeliefert. Er wollte nicht mehr ausgeliefert sein, wie einst seinem Vater. Stavros konnte nicht sehen, was Belisarius wirklich war. Er sah nur einen Mann, der die gewohnte Ruhe des Palastes mit seinen Kriegsvorbereitungen aufmischte und damit seine Kreise störte, die durchaus weitläufig waren. Belisarius beließ es dabei und blickte vielsagend zu Orpheus, während er sich bereits überlegte, wie man Stavros politisch mundtot machen konnte. Augusto brauchte nicht viele Argumente, sondern ergötzte sich inzwischen auch an der Machtfantasie eines Heeres, an möglicher Gewalt und damit verbundener Dominanz über andere, die ihm selbst unangenehm worden waren. Belisarius lieferte Augusto bereits genug Elemente für eine übergeordnete Machtfantasie und Augusto sonnte sich genau darin, da er sich handlungsfähiger glauben konnte. Es waren jene falsche Versprechen, die Belisarius Mächtigen gut verkaufen konnte. Krieg als Notwendigkeit zu sehen, ihn als normale Politik zu begreifen und entsprechend brutal zu agieren, um die eigenen Ansprüche zu sichern. Vielleicht hatte Stavros ihn ein wenig durchschaut aber auch das war dem Teufel egal, denn ihm waren bereits ausreichend Seelen verfallen, so dass die Hölle real werden würde. Belisarius würde dann sehen, welche unheiligen Wunder sich zeigen konnten.
"Eure königliche Hoheit," begann Belsarius schließlich auf Orpheus Aussage einzugehen. "Es sind Fakten und gefühlte Wahrheiten für die einfache Bevölkerung entsprechend aufbereitet. Hoffnung brauchen sie nicht, sondern Sicherheiten. Ferne Bestätigungen, dass ihre Ansichten richtig sind. Man lenkt Menschen der einfachen Schichten und von einfachem Gemüt nicht über ein Traktat der Hoffnung, sondern über Ängste, Pfründe und klare Zuweisungen, dass eine andere unbestimmte Macht oder ein böser Feind die Schuld trägt. Man lenkt Menschen nicht über gutherzige Absichten, sondern verspricht ihnen klare Farben und Zeichnungen. Sie wollen nicht verstehen, sondern wollen nur Verständnis für ihre Lagen und da wir nicht ursächlich sein wollen und können, lenken wir aus eigener Notwendigkeit ihren Blick auf den Feind, der bereits feindlich gehandelt hat. Wir müssen mobilisieren, sie zu Handlungen bringen und das wird nicht über eine komplexe Erklärung geschehen oder eine vielschichtige Problemanalyse, sondern durch Emotionen, die einen Handlungswillen wecken. Notwehr, Angriffe oder verlorene Sicherheiten eignen sich hierfür sehr gut und insofern zielt unsere Propaganda mit der Wahrheit über den Angriff durch den verteufelten Charles genau darauf ab, damit wir Truppen ausheben können und diese jene Truppen aus Walleydor auch gegebenenfalls angreifen werden. Man muss Menschen dazu bringen, sich töten zu können und erst dann haben wir ein fähiges Heer," sprach er kühl die Wahrheit aus, die Augusto bereits mitgeteilt worden war. Zephyr sah es ähnlich und auch Belisarius teilte nur mit, was machtpolitische Interessen waren. Man benutzte Menschen und Orpheus sollte begreifen, dass die dunkle Seite der Macht eben jene Handlungen waren. Belisarius glaubte, dass Orpheus lernen konnte und so gab er sich offen aber verschwieg natürlich, welche weiteren Mittel zur Anwendung kamen. Orpheus war noch nicht bereit von seinem warmen Herzen abzurücken und jener Macht zu dienen, die Augusto so begehrte. Der Prinz musste aus Sicht des Heermeister dringend weniger weich, feinfühlig und sensibel werden, um diesen Krieg lebendig zu verlassen. Gerade die weichen und sanften Herzen fielen schnell. So schenkte Belisarius ihm einen verzeihenden Blick, rang sich einen verständnisvollen Ausdruck ab aber wandte sich dann wieder seiner Arbeit zu.
Belisarius nickte ab und hob ein Kurzschwert an, nachdem Orpheus seinen Verwandten aufgefordert hatte; es gut sein zu lassen. Auch Belisarius wollte keine politische Unterweisung vornehmen, sondern die beiden im brutalen und schmutzigen Kampf schulen, der auf Schlachtfeldern gebräuchlich war. Ehrenhafte Duelle oder ein Zweikampf war hier durchaus selten und auch ein Adelsmann ohne echte Lebensbedrohung bisher, musste lernen, dass es im Kampf allein um den Sieg ging und es egal war, welches Mittel man einsetzen würde. "So ist es," antwortete der Kriegsherr und fühlte das Gewicht der Waffe in seiner Hand, drehte den Schwertgriff ein wenig und schwang die Waffe ein wenig vor sich, bevor er einen festen Griff seiner Hand wählte. "Der Kurzschwert ist eine Stichwaffe," beganner mit seiner Ausführung. "Es ist die Standardbewaffnung unseres Heeres und wird in Masse ausgegeben, da es einen wesentlichen Vorteil hat." Er deutete auf die scharfe und spitze Klinge. "Es ist praktisch von jedem Mann zu erlernen und braucht schlicht Übung und kaum Technik. Denn man führt schlicht heftige Stöße und Stiche damit aus, immer wieder, bis der Feind an einer Blutung oder schweren Bauchverletzung zu Boden geht. Die verstärkte Spitze erlaubt es mit entsprechender Kraft sogar Kettenglieder eines Panzers aufzubrechen. Es wird von unserer Infanterie mit einem Turmschild kombiniert aber wir werden heute schlicht den direkten Kampf üben und euch dazu bringen, wenig elegant einen Feind zu Boden zu stechen und euch begrifflich zu machen, dass es keinen ehrbaren Zweikampf gibt, der euch von euren Ausbildern einst beigebracht wurde," erklärte er ausführlich und deutete dann mit der Klinge zu großen Holzträgern an denen zwei tote Schweinen hingen, die jedoch weitesgehend unversehrt wirkten. "Dort hängen zwei bereits tote Schweine. Schweinekörper sind unseren Körpern nicht unähnlich. Ich möchte, dass ihr mehrere kräftige Klingenstöße in die Körper vollführt. Ich werde bei Bedarf Stoßrichtungen korrigieren und euch erst einmal Fehler machen lassen, damit wir darauf aufbauen können," sagte er und trat mit wenigen Schritten zu den aufgehängten Schweinekörpern. "Es ist notwendig, dass ihr einschätzen könnt, wie viel Kraft notwendig ist, eine Haut zu durchstoßen und Knochen zu durchbrechen." Wieder deutete er auf die Schweine. "Bitte fangt zeitgleich an. Wundert euch nicht. Die Angelegenheit kann blutig werden," meinte er ohne jede Regung im Gesicht und nickte Orpheus sowie Stavros zu, dass sie nun ihre Waffen aufnehmen konnten, um zu beginnen.
