Dieses Forum nutzt Cookies
Dieses Forum verwendet Cookies, um deine Login-Informationen zu speichern, wenn du registriert bist, und deinen letzten Besuch, wenn du es nicht bist. Cookies sind kleine Textdokumente, die auf deinem Computer gespeichert sind; Die von diesem Forum gesetzten Cookies düfen nur auf dieser Website verwendet werden und stellen kein Sicherheitsrisiko dar. Cookies auf diesem Forum speichern auch die spezifischen Themen, die du gelesen hast und wann du zum letzten Mal gelesen hast. Bitte bestätige, ob du diese Cookies akzeptierst oder ablehnst.

Ein Cookie wird in deinem Browser unabhängig von der Wahl gespeichert, um zu verhindern, dass dir diese Frage erneut gestellt wird. Du kannst deine Cookie-Einstellungen jederzeit über den Link in der Fußzeile ändern.


A kind gesture can reach a wound that only compassion can heal
10.09.1016 - 15:00
Palastgärten des Großkönigs
Trigger: Hinrichtung, Flucht, Gewalt
Elithea Trakas Orpheus Castellanos

Unregistered
Elithea Trakas
Alter
Beruf
Wohnort
Stand
User
#5
Der Tee schmeckte herb und hatte doch auch eine blumige Note, die sich mit den Gerüchen der Blüten in den Gartenbeeten vermischte. Elithea genoss den kleinen Schluck, der ihre Zunge wärmte und wohlig ihre Kehle hinabrann. Man konnte fast glauben, alles war wie immer, ein ganz normaler Tag wie jeder anderer, als hätte sich nichts verändert, ein einfacher Besuch unter Adeligen. Der idyllischen Szene sah man mit keinem Bisschen an, dass sie nur wegen eines furchtbaren Erlebnisses zustande gekommen war. Nichts deutete auf das verwüstete Seelenleben der jungen Fürstentochter hin, das sie geschickt und wohl geübt hinter einer stillen Fassade zu verstecken versuchte. Ehrlich gesagt war es ja auch nicht angemessen den Prinzen, dessen Gedanken sicherlich um andere, wichtigere Dinge kreisten, als um eine entwurzelte Adelsfamilie, damit zu belasten, wenn sie doch nicht einmal innerhalb der Familie darüber geredet hatten.

“Zugebenen, die Wege und Räumlichkeiten sind noch etwas gewöhnungsbedürftig. Aber das soll alsbald keine Schwierigkeit mehr sein. Auch die Dienerschaft, die ihr ausgewählt habt, sind sehr hilfreich und aufmerksam.“ Aus dem Hintergrund kam nur ein kleines Schnauben, kaum zu hören und doch ein deutliches Zeichen davon, dass die gute Iulia über dieses Thema eine ganz eigene Meinung hatte. Nunja, kein Wunder, auch sie musste sich an neue Rangordnungen und Abläufe anpassen, die ihr nicht immer gefielen. “Eure Umsicht macht uns das Einleben wahrlich leicht.“ beruhigte die junge Trakastochter den Königssohn und doch lag in ihren Worten eine gewisse Frage, oder Unsicherheit, die weniger mit dem aktuellen Zustand, sondern eher mit zukünftigen Auswirkungen zu tun hatte. Und dabei dachte sie nicht an den aufkeimenden Krieg. All die Ausgaben, angefangen von der Unterkunft über die Angestellten, das Essen, neue Kleidung und Schmuck oder andere Annehmlichkeiten. Das waren doch alles Kosten, die von ihrer Familie niemals beglichen werden konnten. Nicht nur, dass sie ihre Schätze und Geldreserven in Eastergold Meadows zurücklassen mussten, auch waren sie von allen Einnahmequellen der Stadt und ihres Fürstentums abgeschnitten worden. Und ob sie diese jemals wieder zurückbekommen würden, stand in den Sternen. Oder wann. Bis dahin standen sie bei der Familie Castellanos in der Kreide, angewiesen auf ihre Gutmütigkeit, abhängig von ihrem Wohlwollen. Und dadurch ein Spielball der Politik des Großkönigs, der ebenso schnell auch ins Aus geschossen werden könnte.

“Macht euch doch deswegen keine Vorwürfe, Eurer Hoheit. Ihr habt doch eure eigenen Aufgaben, die eure Zeit binden. Ich kann doch nicht erwarten, dass ihr euch selbst um unsere Eingewöhnung kümmert. Eure Einladung kam just im rechten Moment. Wobei ich zugeben muss, dass meine Schwester ein wenig neidisch war, dass sie nicht selbst eure Gegenwart genießen darf.“ schmunzelte Elithea ein wenig und versuchte die Stimmung durch eine geschwisterliche Anekdote zu lockern. Aber wie sooft in letzter Zeit ließ sie sich einfach nicht vertreiben, diese dunkle Wolke, die wie ein drohender Dämon über dem Kopf der sanften Fürstentochter hing, sie zu verschlingen drohte. “Ich befürchte, wir werden nie das ganze Ausmaß erfahren, nie wirklich verstehen können, was diesen Frevler Stafford dazu getrieben hat meine Heimatstadt anzugreifen und…“ Elithea presste fest die Lippen zusammen, schluckte schwer, ehe sie fast aggressiv noch einen Schluck Tee nahm, nur um den Satz nicht vollenden zu müssen. Es war das eine, in ihren Augen, einen Angriff gegen den Großkönig zu starten, aber ganz etwas anderes einen unschuldigen Fürsten willkürlich zu ermorden, nur weil er seinem Lehnsherrn treu ergeben war. Seinen Unmut gegen den Großkönig, so er denn einen hegte, hätte man doch auch anders Luft machen können, als mit einem Mord.

Ihr Kinn zitterte ein wenig, als sie in die leere Tasse starrte und mit aller Macht ihre Trauer zurück in die Tiefen ihrer Seele zwang. Hier war kein Platz dafür, keine Zeit dafür. Vielleicht würde es nie einen Platz geben, eine Zeit, sie freizulassen. Sie spürte den Knoten in ihrer Kehle, den schweren Batzen in ihrem Magen, der gärte und faulte und vergiftete. “Vielen Dank, eure Hoheit.“ wisperte sie leise, ehe sie wieder an Stimme gewann. “Wir werden gerne auf euer Angebot zurück kommen, sollte es Bedarf geben.“ Doch auch ihr habt nicht die Macht mir meinen Vater wieder zu bringen. wollte sie anfügen und schämte sich gleichwohl für ihre schnippischen Gedanken. Er meinte es doch nur gut. “Gleichsam möchte ich euch anbieten, und ich hoffe ich spreche da im Namen meiner ganzen Familie, dass wir uns gerne nützlich machen wollen, um uns für eure Großzügigkeit erkenntlich zu zeigen. Deshalb scheut auch ihr euch nicht davor uns Aufgaben anzutragen, so wir denn dienlich sein können, um unsere Dankbarkeit auszudrücken.“ und um die Schulden zumindest ansatzweise begleichen zu können.

Die Pause, die der junge Prinz so wohlwollend anbot, blieb ungenutzt, gefüllt von nichts mehr als fröhlichem Vogelgezwitscher und leisem Blätterrauschen. Sie konnte es einfach nicht, so sehr sie es auch wollte, so sehr es auch drängte in die Welt geschrien zu werden, so sehr sich die Tränen auch einen Weg bahnen wollten, sie konnte es einfach nicht. Er war, trotz allem, ein Fremder, ein ihr Höhergestellter, dem sie mit ihren schnöden Trauersorgen nicht zur Last fallen sollte, durfte. Vielleicht irgendwann. Später. Und doch nickte sie langsam, sachte, kaum merklich, als stille Anerkennung seiner Offenheit sich ihrer Nöte zu öffnen. Das rechnete sie ihm hoch an, denn in seiner Position, nicht nur als Königssohn sondern auch als baldiger Bräutigam, musste er dies nicht tun. Und auf eben jene Hochzeit kam er alsbald zu sprechen. “Ist das nicht ein wenig die übliche Aufteilung? Die Braut gestaltet nach ihren Geschmäckern und der Bräutigam akzeptiert?“ versuchte sie wiederum die Stimmung zu heben. “Seid ihr denn zufrieden mit eurer Braut?“ nur war es an ihr eine doch recht persönliche Frage zu stellen, doch ging es hier sicherlich nicht um Liebe oder Zuneigung. Nein, in ihren Kreisen waren andere Dinge wichtiger, politische Vorteile, vor allem. “Sie ist sicherlich eine Zierde und ein Gewinn für eure Familie. Und sie wird sich mit eurer aufmerksamen Zuwendung sicherlich ebenso schnell hier zurechtfinden und King’s Portal als Heimat ansehen.“ Den kleinen Nebensatz konnte Elithea nur all zu gut verstehen. “Es ist verlockend, nicht wahr, sich dem Moment hinzugeben, einfach nur zu sein, nicht zu denken, nicht zu fühlen. Und doch ist es nur ein Trugbild, das wir uns selbst vorgaukeln, um einen Augenblick nicht mit dem Schwermut des Alltags konfrontiert zu werden. Eine Erholung, sicherlich, aber keine Lösung.“ Nur war es an Elithea kurz mit der Teetasse zu klirren, was Iulia dazu veranlasste hinzuzutreten und die beiden leeren Tassen aufzufüllen. "Vielen Dank, eure Hoheit. Ja, eure Blumenauswahl ist wirklich exquisit.“ wagte die Dienerin ein paar Worte, ehe sie sich wieder zurückzog.

Ganz ließ Elithea das Thema aber dann doch nicht los, das wohl oder übel sie immer begleitete. “Eure Hoheit, ich weiß, dass Politik nicht unbedingt ein angenehmes Sujet für ein Gespräch ist, schon gar nicht für Frauen, aber darf ich euch etwas fragen?“ Sie wartete nur einen Augenblick, wohl hoffend, dass ihr die Frage nicht verwehrt werden würde. “Ein Krieg ist unausweichlich, das ist mir wohl bewusst.“ Auch wenn dem sehr ambivalent gegenüberstand. Ohne Frage musste der verräterische König ob seiner Gräueltaten bestraft werden, da gab es keine Widerworte, aber musste es gleich ein Krieg sein, der alle Länder ins Verderben reißen würde? “Doch wie steht es um die Wahrscheinlichkeit, dass wir diesen auch gewinnen? Dass der treulose Stafford einer gerechten Strafe vorgeführt werden kann?“
Neues Inplayzitat
Inplayzitat hinzufügen
Zitat
Folgendes Zitat wird als denkwürdiger Inplay-Moment eingetragen.
 


Nachrichten in diesem Thema
RE: A kind gesture can reach a wound that only compassion can heal - von Orpheus Castellanos - 17-09-2024, 21:08
RE: A kind gesture can reach a wound that only compassion can heal - von Orpheus Castellanos - 05-11-2024, 22:45
RE: A kind gesture can reach a wound that only compassion can heal - von Elithea Trakas - 20-11-2024, 22:02
RE: A kind gesture can reach a wound that only compassion can heal - von Orpheus Castellanos - 19-12-2024, 18:20

Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: