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I am not the only traveler
30.10.1016 - 19:00
Dharan al-Bahr
Caeus Valerius Vanja Neshat

Unregistered
Vanja Neshat
Alter
Beruf
Wohnort
Stand
User
#2
I am not the only traveler
who has not repaid his debt

Mit einer sanften Bewegung strich sie sich eine verirrte Haarsträhne aus dem Gesicht. Bedacht. Beinahe gefühlvoll. So wie alle ihrer Bewegungen. Gezielt und geplant. Vanja tat nichts ohne einen Grund. Selbst das tiefe einatmen, das ihrem Gegenüber signalisieren sollte, dass sie einen Moment brauchte. Selbst das war geplant und sollte Vertrauen schaffen. So etwas wie Sympathie in einer Welt, in der sich jeder selbst der Nächste war. Matariyya war ein hartes Pflaster, gezeichnet von jahrelanger Armut. Von Angst und Hunger. Und mittendrin war sie wie ein leuchtend heller Stern. Nicht nur Äußerlich, wenn man genau hinhörte. Wenn man den Geschichten lauschte, die es über die Neshats gab. Es waren nicht viele, denn Keeran wusste, was man mit Menschen machte, die zu viele Gerüchte in die Welt setzten, doch die wenigen Erzählungen, die es über sie gab, reichten aus. Reichten, um andere neidisch zu machen. Um Eifersucht und Missgunst zu wecken. Das wusste sie. Ihre wäre es genauso ergangen, wenn sie sich in den Armutsvierteln dieses Landes bewegen musste. Obwohl ihre Vergangenheit im Winterland keinesfalls mit dem Leben hier unter der prallen Sonne zu vergleichen war, so erinnerte sie sich gut an den Wunsch endlich raus zu kommen. Endlich zu entfliehen. Vielleicht war das der der einzige Grund, weshalb sie sich so ungezwungen hier in ihrer neuen Heimat bewegen konnte. Sie verstand. Sie hörte zu. Sie war eine von ihnen, auch wenn sie nicht so aussah. Vanja hatte es perfektioniert das zu bekommen, was sie brauchte. Vertrauen, Gold, Informationen. Egal. Die Menschen öffneten sich ihr. Vertrauten ihr. Ok, vielleicht waren es auch die Wachen, die in einem gesunden Abstand zu ihr standen und ihre Blicke auf ihre zarte Statur geheftet hatten, die verhinderten, dass hier Schlimmeres passierte.

Ihre Zunge leckte sich über die Unterlippe. Sie schmeckte den Duft dieser Taverne, die Gewürze, die Angst der Menschen. All das lag in der Luft, während sie hier seelenruhig ihre Kontakte pflegte, plauderte, Pläne schmiedete, Vertrauen sammelte. Wer weiß, wozu es ihr irgendwann einmal nutzen würde. Es gab im Moment nur diesen einen Plan, der ganz oben stand: ihren Bruder aus dem Weg zu räumen und das Geschäft ihres verstorbenen Vaters an sich zu nehmen. Aber es musste dezent von statten gehen, sollte nicht auf sie zurückfallen. Sie wollte es unauffällig und diskret und außerdem sollten ihre eigenen Finger weiterhin so schön sauber bleiben, wie es bisher der Fall war. Ihre helle Haut stach in der Gegend Dharan Al-Bhars genauso auffällig hervor, wie es ihre weißen Haare taten. Alles an ihr schrie danach, dass sie nicht hier hin gehörte - und trotzdem war das Gegenteil der Fall.

Ein beinahe gewinnendes Lächeln umschmeichelte ihre rosigen Lippen, als sie den Mann gerade verabschiedete, mit dem sie sich unterhalten hatte. Zufrieden ließ sie ihre Fingerspitze langsam auf dem Rand des Weinglases kreisen, das hier ebenfalls so sehr auffiel, wie Alles andere an ihr.
Als plötzlich ihr Name erklang, drehte sie sich überrascht um und hielt noch in der Bewegung inne, als sie sah, wer da plötzlich vor ihr stand. Wie ein Geist aus der Vergangenheit blickte sie Caeus Valerius in die dunklen Augen. Ein Glitzern in ihren Augen verriet ihre Begeisterung, ehe es ihre Worte vermochten. Ihre Mundwinkel zogen sich in die Höhe, sodass man ihre weißen Zähne sehen konnte. "Das ist mal eine Überraschung", schnurrte sie ihm leise entgegen und deutete mit einem Kopfnicken auf den Platz neben sich. Mit einer kleinen Handbewegung beruhigte sie gleichzeitig die Wachen, die einen Schritt näher getreten waren, als der für sie unbekannte Mann sie angesprochen hatte. Die drei Männer entspannten sich sichtlich und traten den eben getanen Schritt wieder zurück. "Mit dir hätte ich hier nicht gerechnet, Caeus", entgegnete sie mit samtweicher Stimme und beobachtet jede seiner Bewegungen. Sie konnte nicht anders, als an früher zu denken. An die Haut, die sich unter seiner Rüstung befand. Die Muskeln, die sie so fest gehalten hatten, dass sie sich damals sicher in seinen Armen gefühlt hatte.
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I am not the only traveler - von Caeus Valerius - 22-11-2024, 21:07
RE: I am not the only traveler - von Vanja Neshat - 23-11-2024, 15:44
RE: I am not the only traveler - von Vanja Neshat - 14-12-2024, 16:45
RE: I am not the only traveler - von Vanja Neshat - 22-01-2025, 16:45
RE: I am not the only traveler - von Vanja Neshat - 23-02-2025, 13:39
RE: I am not the only traveler - von Vanja Neshat - 13-05-2025, 13:33

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