27-11-2024, 22:17 - Wörter:
Was wohl aus ihr geworden wäre als eine Prudenius? Als Ehefrau von Remus wahrscheinlich noch? Ein solches Leben war für sie schwer vorstellbar. Aber die meisten Frauen trafen es mit ihren Ehemännern wesentlich schlechter. Natürlich kannte sie ihn nicht sehr gut, aber er schien kein Mann zu sein, der so unleidlich war, dass man seinem baldigen Ableben entgegen fieberte und sich darauf freute, das Witwendasein zu genießen. Außerdem war er durchaus attraktiv und in ihrem Alter, was viele Frauen von ihren Ehemännern sicher nicht behaupten konnten. Grundsätzlich war es aber besser, nicht von einem Mann abhängig zu sein und sie war froh, dieses Privileg genießen zu dürfen. "Gut, dass es nicht dazu gekommen ist. Ich beneide den Mann nicht, der sich mit mir rumschlagen muss",scherzte sie.
Womit beschäftigte sich eine Priesterin den ganzen Tag? Das war in der Tat eine sehr gute Frage und nicht so leicht zu beantworten, das hing von sehr vielen verschiedenen Faktoren ab. Zunächst einmal davon, ob es sich um eine einfache Priesterin oder um eine Hohepriesterin handelte. Die Hohepriesterin konnte es sich eher erlauben, Aufgaben zu delegieren. Es kam aber auch darauf an, ob sie im Heiligtum oder in der Welt da draußen eingesetzt wurde. Man konnte sich noch viel mehr Differenzierungen ausdenken und kam immer zu dem Ergebnis, dass es den typischen Alltag einer Priesterin nicht gab, aber so ein Vortrag über das Priesterinnenleben eignete sich natürlich nicht für ein normales Gespräch auf der Straße, daher fasste sie es kurz zusammen. "Meine Hauptaufgaben sind, die Lehren der Großen Mutter zu verkünden, mich um das spirituelle Wohlergehen der Gemeinde zu kümmern und die Interessen des Tempels gegenüber der weltlichen Obrigkeit zu vertreten. Vermutlich verbringe ich meinen Tag nicht grundsätzlich anders als ein Heofaderpriester."
Ihr war es nicht unangenehm, noch ein Stück weit von Remus begleitet zu werden. Vielleicht erfuhr sie so ja noch ein wenig über das Schicksal Leanders. "Nein, keineswegs, ich bin auf dem Weg zum Schloss. Der Fürst und die Fürstin haben mich zum Abendessen eingeladen. Sie sprach diese Worte mit einer Beiläufigkeit, die zeigte, wie selbstverständlich der Umgang mit der Aristokratie für sie war. Dass im Schloss sogar ein Zimmer für sie hergerichtet wurde und sie eine sehr enge, freundschaftliche Beziehung zu der Fürstin pflegte, verschwieg sie aber vorerst. Jetzt war es wichtiger, zuzuhören.
Womit beschäftigte sich eine Priesterin den ganzen Tag? Das war in der Tat eine sehr gute Frage und nicht so leicht zu beantworten, das hing von sehr vielen verschiedenen Faktoren ab. Zunächst einmal davon, ob es sich um eine einfache Priesterin oder um eine Hohepriesterin handelte. Die Hohepriesterin konnte es sich eher erlauben, Aufgaben zu delegieren. Es kam aber auch darauf an, ob sie im Heiligtum oder in der Welt da draußen eingesetzt wurde. Man konnte sich noch viel mehr Differenzierungen ausdenken und kam immer zu dem Ergebnis, dass es den typischen Alltag einer Priesterin nicht gab, aber so ein Vortrag über das Priesterinnenleben eignete sich natürlich nicht für ein normales Gespräch auf der Straße, daher fasste sie es kurz zusammen. "Meine Hauptaufgaben sind, die Lehren der Großen Mutter zu verkünden, mich um das spirituelle Wohlergehen der Gemeinde zu kümmern und die Interessen des Tempels gegenüber der weltlichen Obrigkeit zu vertreten. Vermutlich verbringe ich meinen Tag nicht grundsätzlich anders als ein Heofaderpriester."
Ihr war es nicht unangenehm, noch ein Stück weit von Remus begleitet zu werden. Vielleicht erfuhr sie so ja noch ein wenig über das Schicksal Leanders. "Nein, keineswegs, ich bin auf dem Weg zum Schloss. Der Fürst und die Fürstin haben mich zum Abendessen eingeladen. Sie sprach diese Worte mit einer Beiläufigkeit, die zeigte, wie selbstverständlich der Umgang mit der Aristokratie für sie war. Dass im Schloss sogar ein Zimmer für sie hergerichtet wurde und sie eine sehr enge, freundschaftliche Beziehung zu der Fürstin pflegte, verschwieg sie aber vorerst. Jetzt war es wichtiger, zuzuhören.
