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Im Auge des Sturms

FACING
THE
STORM

Tritt ein in eine düstere Welt aus Macht, Verrat und alten Schwüren.

Thema

A song of ice and fire

Linearer Modus
Szeneninformationen
Charaktere
Szeneneinstellung
feste Postreihenfolge
Datum
26. Oktober 1016
Ort
Spring\'s Court
Tageszeit
12:00
#1
a song of ice and fire

Schon seit Tagen war sie in der Hauptstadt der Frühlingslande und das Herz der Jägerin wurde von Tag zu Tag schwerer. Es war, als ob das Land selbst sich gegen sie sträubte. Die Luft war so weich, so warm – und doch fühlte sie sich wie ein Schatten inmitten all dieser Farben, der selbst das Licht zu verdrängen schien. Ihre Seele, an den kalten Wind der Winterlande gewöhnt, fand keinen Frieden in der sanften Brise dieses Frühlingsreiches. Sie gehörte nicht hierher, das wusste sie. Ihre Füße, die den eisigen Boden der Heimat kannten, wollten sich nicht an den weichen, grünen Teppich der neuen Welt gewöhnen. Alles in ihr schrie danach, den langen Weg zurückzugehen, sich in den verschneiten Weiten zu verlieren, wo der Frost ihren Gedanken die Schärfe gab und die Stille ihren Geist beruhigte. Hier gab es nichts, das sie Heimat nennen konnte. Alles war fremd, alles war zu viel.. Doch es gab etwas, das sie zurückhielt. Etwas Kleines, Wildes, das mit dunklen, zerzausten Locken auf dem Kopf die Sonne der neuen Welt in vollen Zügen aufnahm. Valda. Ihre Tochter. Ein leuchtendes Wesen, das in dieser neuen Umgebung zu blühen schien, während Sanna im Schatten zu vergehen drohte. Valda vermisste die eisige Kälte nicht, sie ließ sich von der üppigen Farbenpracht des Frühlings verzaubern, als wäre sie in ein Land voller endloser Möglichkeiten gefallen. Ihre Augen funkelten mit einer Neugier, die Sanna beinahe schmerzte.
In ihrer Klarheit und Offenheit bewegte sich Valda durch diese fremde Welt, als könnte ihr nichts passieren, als würde sie niemals fürchten müssen. Anders als ihre Mutter, die stets eine gewisse Vorsicht mit sich trug, den Blick nicht all zu lang auf jemanden gerichtet. Vielleicht wäre sie besser weiter mit Tyra und Eneas gezogen, doch deren Auftrag war erfüllt und Sanna glaubte nicht, dass ihre Wege dafür bestimmt waren, auf Dauer in dieselbe Richtung zu gehen.

So hatte sie sich vor einigen Tagen von ihnen verabschiedet, Tyra mit einem leicht schmollenden Ausdruck im Gesicht, da Valda bitterlich um die nordische Blondine geweint hatte. Um Tante Tyra. Insgeheim hoffte Sanna, dass sie sich wiedersehen würden. Bald.

Heute war sie auf den Straßen von Springs Court unterwegs, Valda lief neben ihr, voller Energie, doch auch voller Fragen. Ihre Augen suchten, suchten nach etwas. Oder jemanden. Nach ihrem Vater, dem Bild des Mannes, der in ihren Erinnerungen wie ein dunkler Schatten existierte. Vier Monate waren vergangen, seit sie ihn das letzte Mal gesehen hatte. Die Vorstellung, dass Valda ihn bald vergessen könnte, schmerzte Sanna tief in der Brust. Doch Valda fragte weiterhin nach ihm, zeigte auf jeden großgewachsenen, dunkelhaarigen Mann und rief „Papa!“, als könnte er nur hinter einer der unzähligen Gesichter lauern, die die Straßen bevölkerten. Es war ein seltsames Gefühl, mit dem Wissen zu leben, dass ihr Kind irgendwann wirklich vergessen würde.
Die Männer drehten sich um, gaben Valda ein freundliches Lächeln, doch es war nicht derjenige, den sie suchte. Valda zeigte keine Entmutigung, sie sprang von einer Enttäuschung zur nächsten, als wäre sie selbst noch unverwundbar, noch zu jung, um zu verstehen, was es bedeutet, jemanden zu verlieren.

„Papa!“, rief Valda erneut, die Stimme voller Hoffnung und Aufregung, als sie plötzlich losstürmte. Sannas Herz setzte für einen Moment aus, als das Mädchen sich auf einen Mann zubewegte – einen Fremden, der mit dem Rücken zu ihnen stand, ein Schatten unter all den anderen. Sanna rief ihre Tochter, doch sie hörte nicht. Valda, von der leisen Hoffnung getrieben, die ihren Schritten die Schnelligkeit eines Sturms gab, zog unbeirrt weiter, als würde nichts sie aufhalten können.

Sie erreichte den Fremden, griff nach seinem Kleidungsstück, um ihn zu drehen. Doch es war nicht der Mann, den Valda suchte. Es war niemand. Nur ein Unbekannter. Das wusste Sanna.

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Nachrichten in diesem Thema
A song of ice and fire - von Sanna Lorenson - 28-11-2024, 17:59
RE: A song of ice and fire - von Farid Barnett - 28-11-2024, 20:43
RE: A song of ice and fire - von Sanna Lorenson - 28-11-2024, 21:33
RE: A song of ice and fire - von Sanna Lorenson - 28-11-2024, 22:24
RE: A song of ice and fire - von Sanna Lorenson - 28-11-2024, 23:15
RE: A song of ice and fire - von Sanna Lorenson - 28-11-2024, 23:53
RE: A song of ice and fire - von Sanna Lorenson - 29-11-2024, 21:43
RE: A song of ice and fire - von Sanna Lorenson - 29-11-2024, 23:07
RE: A song of ice and fire - von Sanna Lorenson - 01-12-2024, 10:48
RE: A song of ice and fire - von Sanna Lorenson - 08-12-2024, 15:14
RE: A song of ice and fire - von Sanna Lorenson - 20-12-2024, 23:20
RE: A song of ice and fire - von Sanna Lorenson - 29-12-2024, 18:38
RE: A song of ice and fire - von Farid Barnett - 28-11-2024, 21:48
RE: A song of ice and fire - von Farid Barnett - 28-11-2024, 22:41
RE: A song of ice and fire - von Farid Barnett - 28-11-2024, 23:33
RE: A song of ice and fire - von Farid Barnett - 29-11-2024, 19:16
RE: A song of ice and fire - von Farid Barnett - 29-11-2024, 22:27
RE: A song of ice and fire - von Farid Barnett - 01-12-2024, 09:08
RE: A song of ice and fire - von Farid Barnett - 03-12-2024, 21:36
RE: A song of ice and fire - von Farid Barnett - 20-12-2024, 14:55
RE: A song of ice and fire - von Farid Barnett - 28-12-2024, 19:51
RE: A song of ice and fire - von Farid Barnett - 21-01-2025, 20:45
RE: A song of ice and fire - von Sanna Lorenson - 22-01-2025, 15:23
RE: A song of ice and fire - von Farid Barnett - 22-01-2025, 17:47
RE: A song of ice and fire - von Sanna Lorenson - 22-01-2025, 23:48