30-11-2024, 20:43 - Wörter:
Der junge Castellanos war wirklich anders als die meisten anderen adligen Männer. Er schien sich nicht nur für mehr zu interessieren als Frauengeschichten, Gelage und die Jagd, sondern zeigte auch keinerlei Abneigung gegenüber gelehrten Diskussionen mit einer Dame. Seine Ansichten trug er klug vor ohne zu sehr auszuufern. Man hatte jederzeit die Möglichkeit, entsprechend zu antworten. Indem er gezielt nachfragte äußerte er Wertschätzung für die Meinung seiner Gesprächspartnerin. Über die Frage, wie eine Gesellschaft organisiert sein könnte, hatte sie auch schon öfters nachgedacht und kam dabei zu ähnlichen Ergebnissen wie Castellanos. "Es ist in der Tat bedauernswert, dass die Unterschiede zwischen Armen und Reichen in der Welt so groß sind, doch ich bin wie Ihr der Auffassung, dass sich dies kaum vermeiden lässt. Es kann auch nicht jeder Mensch ein Herrscher sein oder an der politischen Gestaltung eines Reiches Anteil haben. Sie machte eine kurze Pause und führte dann einen Gedanken aus, den sie bei einem radikalen Staatstheoretiker einmal gelesen hatte. "Nehmen wir an, es gäbe eine große Versammlung, an der alle Bewohner des Reiches ungeachtet ihres Standes teilnehmen könnten, um politische Beschlüsse zu fassen. Wie sollte man dies in der Praxis organisieren? Könnte ein Bauer vom anderen Ende des Landes die wochenlange Reise auf sich nehmen und währenddessen die Feldarbeit liegen lassen? Könnte ein Händler seinen Laden in dieser Zeit geschlossen lassen? Es mag ein Übel sein, dass Macht und Geld in wenigen Händen konzentriert sind, doch eins, dass sich nicht vermeiden lässt.
Sie sprachen noch ein wenig über die Besonderheiten der gesellschaftlichen Entwicklung Farynns, bis der Castellanos ihr eine Frage stellte, die sie so nicht erwartet hatte. Sie hatten die ganze Zeit über philosophische Theorien und Politik gesprochen, doch plötzlich bat er sie, eine persönliche Frage stellen zu dürfen. So wie sie ihn bisher kennengelernt hatte, war sie aber davon überzeugt, dass er keine unangemessene Frage stellen würde. Aber natürlich, Euer Gnaden, stellt Eure Frage!
Sie sprachen noch ein wenig über die Besonderheiten der gesellschaftlichen Entwicklung Farynns, bis der Castellanos ihr eine Frage stellte, die sie so nicht erwartet hatte. Sie hatten die ganze Zeit über philosophische Theorien und Politik gesprochen, doch plötzlich bat er sie, eine persönliche Frage stellen zu dürfen. So wie sie ihn bisher kennengelernt hatte, war sie aber davon überzeugt, dass er keine unangemessene Frage stellen würde. Aber natürlich, Euer Gnaden, stellt Eure Frage!
