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I could drag you from the ocean
31.10.1016 - 05:00
Dharan al-Bahr

Sommerland
Zariyah Silk
Sommerland
Alter 24
Beruf Assassine
Wohnort Dharan al-Bahr
Stand Ledig
User Lia
#4
Sie wollte sich gegen seine Vorwürfe wehren, doch die Worte blieben in ihrer Kehle stecken, wie ein scharf geschliffenes Messer, das zu tief geschnitten hatte. Ihre Brust hob und senkte sich schwer, und ihre Augen brannten vor ungesagten Gedanken. Caeus stand vor ihr, ein mächtiger Schatten gegen die zaghaften Strahlen des Morgens, und in seiner Nähe schien die Welt stillzustehen. Sie konnte den Griff seiner Hand noch an ihrem Arm spüren, und das Gewicht seiner Worte lag wie eine Last auf ihrem Herzen. „Warum bist du nicht zu mir gekommen?“ Ihre Stimme war leise, brüchig, als würde sie sich selbst vor dem Gewicht dieser Frage schützen wollen. Sie wagte es nicht, ihn dabei anzusehen, ihre Augen wanderten stattdessen über seine Gestalt, suchten Halt an den kräftigen Sehnen seines Halses, an der scharfen Linie seines Kiefers. „Du wusstest, wo ich war. Die ganze Zeit.“ Ihr Blick hob sich langsam, traf schließlich den seinen, und die leise Wut, die in ihrer Stimme aufgestiegen war, verblasste in lodernden Tiefen seiner Augen. Stattdessen war da nur noch eine ungefilterte Mischung aus Sehnsucht und Schmerz. „Ich hingegen wusste nicht, wo ich hätte suchen sollen. Du hättest ...“ Sie brach ab, schüttelte den Kopf, und ihre Worte versickerten in der Luft zwischen ihnen, unfertig, unvollständig.

Caeus’ Nähe brachte sie um den Verstand. Sie hatte ihn gefunden, oder er hatte sie gefunden – sie wusste nicht, welche Variante gefährlicher für ihr Herz war. Selbiges raste, ein verzweifelter Puls in ihrer Brust, der die Stille in der Gasse zu zerschmettern schien. Seine erneute Berührung an ihrem Arm, zärtlicher diesmal, seine Finger, die ihre Wange, ihre Lippen fanden – es war zu viel und doch nicht genug. Ihre eigenen Hände zitterten, als sie sie hob, nicht sicher, ob sie ihn von sich stoßen oder näher ziehen wollte. Ihre Finger fanden schließlich das grobe Leder oberhalb der Brustplatte seiner Rüstung, griffen hinein, als könnte sie sich daran festhalten, ihre Fingerspitzen fanden ein kleines Stück Haut an seiner Kehle, während ihre Welt unter ihr zerbrach. Sie trat einen Schritt näher, unwillkürlich, wie eine Motte, die der Flamme nicht entkommen konnte, obwohl sie dessen Hitze kannte. Zariyah schloss die Augen, ihre Stirn berührte flüchtig seine Brust, ehe sie sich wieder löste, und ihre Finger brachen die Verbindung zu seiner Haut, die zu glühen schien. Sie wollte ihn wegstoßen, doch ihre Hände ruhten weiterhin auf seiner Brust, und die schiere Kraft seines Körpers unter ihren Händen ließ sie innehalten.

„Ich sollte nicht hier sein“, flüsterte sie, die Worte waren fast unhörbar. Ihre Stimme klang wie eine Entschuldigung, wie ein Eingeständnis von Schwäche, das sie nicht zugeben wollte. „Ich habe … Dinge zu tun. Wichtige Dinge. Es gibt keinen Platz … für dich in meinem Leben. So wie es keinen für jemanden wie mich in deinem gibt.“ Doch sie konnte sich selbst nicht überzeugen. Sie konnte nicht verhindern, dass ihre Finger sich erneut leicht anspannte, dass ihre Nägel sich in das Leder seiner Rüstung gruben, als wollte sie ihn doch festhalten. Sie wusste, dass sie ihm ihre Wahrheit nicht offenbaren konnte. Nicht die von der Amra, von dem Plan, der in wenigen Stunden ausgeführt werden sollte. Nicht die von ihrem Doppelleben, in dem sie eine Assassine war, ein tödliches Werkzeug, dessen Hände schon zu oft das Ende gebracht hatten. Doch hier, in diesem Moment, war sie nicht jenes Wesen, das nur in einer Zwischenwelt existierte. Ohne jegliche Emotionen. Sie war nur Zariyah, eine junge Frau, die sich an etwas festklammerte, das sie nicht haben konnte.

„Warum bist du hier, Caeus?“ Zum ersten Mal sprach sie seinen Namen aus, ihre Zunge wob sich noch unsicher um diesen herum, wo er doch in ihren Gedanken schon eine Ewigkeit geflüstert worden war. Sie hob den Kopf, ihre Augen suchten erneut die seinen, voller Ungeduld, voller Angst. Und einem Hauch MIssfallen, denn sein süchtig machender Geruch aus Macht, Stärke und Caeus selbst wurde überdeckt von jenem penetrant-süßlichen Parfum anderer Frauen. „Ich bin nicht jemand, den du suchen solltest.“ Ihre Stimme brach, und für einen Moment stand die Zeit still. War das Eifersucht, die ihre Worte durchzogen und ihnen einen Hauch Schärfe gaben? Sie war sich schmerzhaft bewusst, wie nah sie ihm war, wie sehr sie sich nach dieser Nähe gesehnt hatte, seit sie ihn das letzte Mal gesehen hatte. Doch gleichzeitig war da diese Stimme in ihrem Inneren, die sie zurückhalten wollte. Die sie daran erinnerte, dass es kein Morgen für sie geben würde. Nicht, wenn sie das tat, was getan werden musste. Und dass es andere für ihn gab. „Ich kann dir nichts geben“, flüsterte sie, mehr zu sich selbst als zu ihm. Und dennoch wich sie nicht zurück, konnte sich nicht dazu bringen, sich aus seiner Reichweite zu befreien. Ihre Gedanken waren ein Chaos. Caeus war hier, ein greifbarer Beweis für all das, was sie hatte verdrängen wollen, und sie fühlte sich schuldig. Schuld, weil sie ihn hierher geführt hatte, ohne es zu merken. Schuld, weil sie ihn in eine Welt gezogen hatte, die nicht für ihn bestimmt war.

Doch ihre Hände, die noch immer auf seiner Brust ruhten, rührten sich nicht. Und sie wusste, dass sie verloren war.
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RE: I could drag you from the ocean - von Zariyah Silk - 02-12-2024, 10:03

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