10-12-2024, 17:46 - Wörter:
Stavros hasste Belisarius Caderitor. Wahrlich und zutiefst. Immer versuchte er sich aufzuspielen und nutzte auch seine Verbindung zum Großkönig selbst, um seine eigenen Wünsche durchzusetzen. Er mochte das Land lieben, aber war dabei grausam und eiskalt, und das war keine gute Kombination. Und dennoch hörte der Großkönig auf ihn und Stavros konnte über diese Unsinnigkeit nur staunen. Doch jetzt war er hier, musste sich Vorträge anhören und schaltete dabei gedanklich ein wenig ab. Bei einer Sache jedoch spitzte Stavros seine Ohren, und er kam Belisarius nahe, so nahe, dass er dessen Atem hören konnte. “Droht mir noch einmal, und Ihr werdet es bereuen, verstanden? Vergesst nicht Euren Platz.” Dann ließ er sich von Orpheus so weit beruhigen, dass er wieder einige Schritte nach hinten ging und erstmal tief ein- und ausatmete. Hatte Belisarius gerade wirklich auf seine Liaison mit Rajani angespielt? War das sein verdammter Ernst? Er sollte ihm die Faust ins Gesicht rammen, doch stattdessen schloss er die Augen, lockerte seinen Nacken und hörte diesem ewigen Vortrag zu. Hatte der Caderitor vergessen, dass Orpheus und er eine Ausbildung genossen hatten, Waffentraining eingeschlossen? Er wusste, was ein Kurzschwert war, er wusste, wie es auf dem Schlachtfeld zuging, und er wusste, was Krieg bedeutete. Aber nun gut.
Einige Waffen lagen aus, und Stavros ging hin, um sich ein Kurzschwert zu nehmen. Er besah es sich von allen Seiten und nickte dann. Dann würde das Training wohl beginnen. Die zwei toten Schweine waren ein Gräuel zum Begutachten, doch er versuchte diesen Gedanken abzuschütteln und stach gekonnt mit dem Kurzschwert zu. “Orpheus, mein lieber Cousin”, neckte er den Frisch-Vermählten. “Wenn wir später gegeneinander antreten, verschone ich dich, versprochen. Deine Gemahlin soll mich nicht köpfen lassen, weil ich dir eine Schramme in dein schönes Gesicht geschnitzt habe.” Das war natürlich nur ein Scherz, und er wartete, bis Orpheus mit seinem Stich fertig war. Bisher war es noch nicht blutig geworden, aber er wusste ja auch, dass das schnell anders werden konnte.
Einige Waffen lagen aus, und Stavros ging hin, um sich ein Kurzschwert zu nehmen. Er besah es sich von allen Seiten und nickte dann. Dann würde das Training wohl beginnen. Die zwei toten Schweine waren ein Gräuel zum Begutachten, doch er versuchte diesen Gedanken abzuschütteln und stach gekonnt mit dem Kurzschwert zu. “Orpheus, mein lieber Cousin”, neckte er den Frisch-Vermählten. “Wenn wir später gegeneinander antreten, verschone ich dich, versprochen. Deine Gemahlin soll mich nicht köpfen lassen, weil ich dir eine Schramme in dein schönes Gesicht geschnitzt habe.” Das war natürlich nur ein Scherz, und er wartete, bis Orpheus mit seinem Stich fertig war. Bisher war es noch nicht blutig geworden, aber er wusste ja auch, dass das schnell anders werden konnte.
