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I am not the only traveler
30.10.1016 - 19:00
Dharan al-Bahr
Caeus Valerius Vanja Neshat

Unregistered
Vanja Neshat
Alter
Beruf
Wohnort
Stand
User
#4
Elegant und in sich ruhend lagen die gefalteten Hände auf ihrem eigenen Schoß. Ab und zu griff sie an ihren Ehering, den sie tagein, tagaus trug und schon des Öfteren festgestellt hatte, dass sie aufgrund des Rings anders wahrgenommen wurde, als ohne ihn. Er war das sinnbildliche Halsband, an dem eine Leine befestigt war. Es war ihr eigenes kleines Gefängnis, was sie jedoch selten tangierte. Sie wusste die Gefängnisstäbe so zurecht zu biegen, dass sie selbst darin wunderbar leben konnte. Vanja hat sich in all' den letzten Jahren selten über ihr Leben beschweren können und auch heute war es nicht anders. Der Mann, der ihr gegenüber saß, weckte alte Erinnerungen, riss vielleicht sogar eine alte Wunde auf, von der sie nicht einmal mehr wusste, dass sie noch existierte. Es war sein Duft, der Klang seiner Stimme, die Bewegung der kleinen Fältchen in seinem Gesicht, die damals zwar noch nicht so ausgeprägt, aber dennoch da gewesen waren. Alles an ihm erinnerte an ein anderes Leben. An ein Leben vor dem, im Sommerland. Vor ihrer Ehe. Vor dem, was sich wie ein Gefängnis herausstellte, aus dem sie ab und zu ausbrach, wann immer ihr danach war. Es war kein schlechtes Leben, aber ein anderes. Und dass sie einmal mit einem solch komplexen und schwierigen Mann verheiratet sein würde, damit hatte sie auch nicht gerechnet. Mit Caeus war immer alles sehr einfach gewesen. Sie liebten sich, körperlich und wer weiß, vielleicht auch seelisch. Sicher war sich Vanja heute nicht mehr. Ehrlicherweise war sie sich aber auch nicht sicher, ob sie ihren eigenen Ehemann liebte. Und trotzdem buhlte sie in jeder freien Sekunde um seine Aufmerksamkeit. Brauchte sie, zum überleben.

Als sich ihre alte Bekanntschaft setzte, legte sich ihr blonder Kopf ein wenig schief. Ihre eisblauen Augen ruhten auf seiner Gestalt, nahmen die Veränderungen wahr und stellten fest, dass er höchstens anziehender geworden war. Vanja war nicht mehr die gleiche, wie damals. Sie war erwachsen geworden. Sie war Mutter und Ehefrau geworden. Doch eines war noch immer gleich: der Drang nach Aufmerksamkeit. Sie brauchte sie, wie die Luft zum atmen. Sie wollte sie, mit allem was dazu gehörte. Und sie bereit auch alles dafür zu geben.
Dass Caeus sich also nun von einer dahergelaufenen Schlampe ablenken ließ, schmeckte der ehemaligen Winterländerin gar nicht. Das verräterische Zucken ihrer hellen Augenbraue war jedoch das einzige Zeichen ihres Unmutes. Dachte sie jedenfalls. Die Muskelspannung, die sich in dem Moment erhöhte, als sein Blick länger als nötig auf dem jungen Ding ruhte, war vermutlich ebenso auffällig wie das verächtliche leise Schnauben, das für einen Moment ihre Lippen benetzte. Als ob dieses Mädchen ihr das Wasser reichen konnte! Es war ein Räusper, das sie bewusst ausstieß, um nun wieder seine Aufmerksamkeit zu bekommen. Dass er sogar seinen Satz für die Bewunderung der anderen Frau unterbrochen hatte, rief feurige Eifersucht in ihren Adern hervor. Dabei... konnte es ihr eigentlich egal sein. War es aber nicht. Sie wollte alles. Sie wollte die Aufmerksamkeit. Die Begierde. Die Sehnsucht. Egal was, Hauptsache es gehörte ihr.

"Die Orte an sich sind weder gut, noch böse. Es sind die Menschen, die mich anziehen", erwiderte sie vage auf seine Ausführung und versuchte betont lässig mit den Schultern zu zucken. Sie fürchtete, dass er sie zu gut kannte, um darauf reinzufallen. Es war ihr damals schon schwer gefallen ihre Gefühle zu unterdrücken, wenn sie so temperamentvoll durch ihre Adern peitschten, wie es bei Eifersucht nun einmal der Fall war. "Und in diesem Etablissement haben die Männer und Frauen oft eher gelockerte Zungen", flüsterte sie leise und warf ihm einen vielsagenden Blick zu. Sie musste sich konzentrieren! Sie durfte sich nicht durch ihn und die Erinnerungen, die er in ihr hervor rief, so durcheinander bringen lassen. Sie konnte spüren, wie der Besitzanspruch, den sie damals gefühlt hat, mit aller Wucht zurück kam, weil sie eine gemeinsame Vergangenheit teilten. Und es fühlte sich an wie ein Hammerschlag. Mit voller Wucht.

"Ich wäre vorsichtig an deiner Stelle, das Wort der Königin in den Mund zu nehmen", raunte sie ihm zu und lehnte sich dafür ein kleines Stückchen in seine Richtung. "Damit machst du dir keine Freunde. Also nein, ich bin nicht sie", erwiderte sie beinahe etwas hasserfüllt und spie das letzte Worte beinahe aus. "Aber mein Mann und ich haben viel Reichtum, den es zu schützen gilt", schnurrte sie ihm entgegen und hoffte, dass die Erwähnung ihres Luxuslebens und ihrem Mann Caeus ähnlich zusetze, wie sein kleines Blickduell mit der jungen Frau eben. Sie legte sich eine Hand auf den Oberschenkel, als würde sie ihre Hände nur ein wenig anders positionieren, wobei aus Verstehen das Stückchen Stoff, das ihr Bein gerade noch verdeckt hatte, ein wenig verrutschte.
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I am not the only traveler - von Caeus Valerius - 22-11-2024, 21:07
RE: I am not the only traveler - von Vanja Neshat - 23-11-2024, 15:44
RE: I am not the only traveler - von Vanja Neshat - 14-12-2024, 16:45
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