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I am not the only traveler
30.10.1016 - 19:00
Dharan al-Bahr
Caeus Valerius Vanja Neshat

Heimatlose
Caeus Valerius
Heimatlose
Alter 40
Beruf Anführer der Bruderschaft
Wohnort Lager der Bruderschaft
Stand Ledig
User Natsch
#5
Caeus' Blick kehrte zu Vanja zurück, als das leise Räuspern ihre Anwesenheit erneut in den Raum brachte. Ihre Haltung, selbstbewusst und elegant, wurde nur von einer Nuance durchbrochen, die ihm nicht entging. Eine subtile Anspannung, kaum sichtbar, aber für jemanden wie ihn – der ihren Körper, ihre Bewegungen und Nuancen einst so gut gekannt hatte – deutlich spürbar. Es überraschte ihn, wie vertraut ihm diese Regungen noch waren, selbst nach all den Jahren.
Ihre Fassade war meisterhaft – makellos wie immer. Die feinen Konturen ihres Gesichts verrieten keine Schwäche, und dennoch... diese Eifersucht, verborgen unter einem Schleier aus Arroganz und Gelassenheit, war da. Sie pulsierte wie ein unsichtbarer Strom durch den Raum, schwer greifbar, aber unübersehbar für jemanden, der wusste, wonach er suchen musste. Dennoch nagte der Zweifel in Caeus. Diese Eifersucht, so spürbar in der Luft, schien nicht vollständig ihm gewidmet. Nein, er kannte Vanja gut genug, um zu wissen, dass es nicht allein um ihn ging. Vielmehr war es ihr beständiger, unersättlicher Drang nach Aufmerksamkeit, der sich durch jede ihrer Bewegungen zog. Sie hatte immer eine Bühne gebraucht, ein Publikum, das ihre Schönheit bewunderte und ihr die Bestätigung gab, nach der sie verlangte.

Er erinnerte sich daran, wie oft er darin versagt hatte, ihr diese Bühne zu bieten. Damals, als sie allein waren, war es anders gewesen. In der Dunkelheit, fern von den Blicken anderer, hatte er es vermocht, sich ihrer ganz und gar hinzugeben – ihrem Körper, ihrer Gegenwart, dem Feuer, das sie entfachte. Doch sobald die Welt um sie herum wieder existierte, hatte er ihre stummen Forderungen zu oft ignoriert, ihre Erwartungen übergangen, als wäre er blind für das, was sie brauchte. Vielleicht war er das auch gewesen. Oder vielleicht hatte er einfach nie gelernt, ihre Bedürfnisse jenseits der körperlichen Ebene zu verstehen. Sie hatte ihn nie darum gebeten, aber sie hatte es verlangt – mit Blicken, Gesten, unausgesprochenen Worten. Und jetzt, hier in diesem Moment, sah er das Echo davon. Ihre Eifersucht war keine Frage der Liebe, kein Ausdruck einer Sehnsucht nach ihm als Person. Es war ein Ausdruck ihrer Angst, für einen Moment nicht im Mittelpunkt zu stehen, nicht diejenige zu sein, die sein Begehren oder auch nur seinen flüchtigen Blick einfing.

Caeus ließ den Gedanken durch sich fließen, ohne ihn gänzlich zu greifen. Er spürte den leichten Stich der Erkenntnis, die ihn hätte schmerzen sollen, es aber nicht tat. Nicht wirklich. Was zwischen ihnen gewesen war, war lange vergangen, und dennoch hatte es Spuren hinterlassen – auf ihnen beiden. In einer seltsamen, verdrehten Weise war es vertraut, fast beruhigend, sie so zu sehen. Denn in ihrer Eifersucht lag etwas Konstantes, etwas, das sich seit all den Jahren nicht geändert hatte.

Er nickte. Ihre Worte – er hätte sie beinahe vorhersagen können. So war es immer gewesen, damals wie heute. Vanja hatte nie Berührungsängste gehabt, weder mit Menschen noch mit den dunkleren Schatten, die sich in den Randbereichen der Gesellschaft bewegten. Sie war wie ein Blatt im Wind, das sich mit einer spielerischen Leichtigkeit in jeden Sturm werfen konnte, ohne Rücksicht auf die Gefahr, die darin lag.
Vielleicht war es genau diese Eigenschaft gewesen, die ihn damals an ihr fasziniert hatte. Ihre Furchtlosigkeit, gepaart mit einer fast verführerischen Unvorsichtigkeit, hatte sie für ihn unwiderstehlich gemacht. Sie war ein Rätsel gewesen, das er nicht lösen konnte, und eine Versuchung, der er nicht widerstehen wollte. "Schön zu sehen, dass sich manche Dinge nie ändern.", seine braunen Augen versanken in ihren blauen. Er ließ offen, worauf er sich bezog.

Caeus betrachtete sie aufmerksam, während ihre geflüsterten Worte noch in seinem Geist nachhallten. Es war etwas in ihrem Ton, ein Hauch von Vorsicht vielleicht, vielleicht sogar von Berechnung, das seine Aufmerksamkeit schärfte. Er lehnte sich leicht vor, die Ellenbogen auf den Tisch gestützt, die Stimme gedämpft und dennoch durchdringend.
"Gibt es etwas Bestimmtes, wonach du suchst, Vanja? Irgendein Geheimnis, das dir diese losen Zungen verraten sollen?", seine Worte waren ruhig, aber sein Blick haftete an ihr, als wollte er sie durchschauen.

Er hatte wenig Verständnis für die Intrigen und Belange des Sommerlandes. Die Politik war wie ein aufgedunsener Kadaver, der ihn nicht interessierte, solange er nicht in seiner Nähe verweste. Und vielleicht war das besser so. Intrigen und Machtspiele lagen ihm nicht, und seine Anwesenheit hier war ohnehin nicht von Dauer.
Caeus’ Miene blieb ruhig, doch innerlich nahm er die Veränderung in der Atmosphäre zwischen ihnen deutlich wahr. Der subtile Hass, der von Vanja ausging, war wie eine Klinge, die knapp unter der Oberfläche ruhte. Sie lehnte sich vor, ihr Parfüm vermischte sich mit der herben Luft der Schenke, und ihre Worte waren so messerscharf wie ihre Blicke. "Auf dem Festland bekommt man nicht so viel von den Hochwohlgeborenen des Sommerlandes mit – außer, wenn sie nach Castandor verheiratet werden.", Caeus erinnerte sich noch vage an die Hochzeit, er hatte sie in bester Gesellschaft verbracht.

Caeus konnte nicht umhin, die fließende Eleganz zu bemerken, mit der Vanja den Augenblick für sich formte. Ihre Worte hatten gerade noch wie Dolche die Königin getroffen – präzise und hart – und doch schaffte sie es, nahtlos in eine beinahe hypnotische Körperlichkeit überzugehen. Es war beeindruckend, selbst für ihn.

Ihr Kleid rutschte mit einer solch beiläufigen Eleganz, dass es fast wie ein Zufall wirkte. Doch Caeus kannte Vanja zu gut, um an Zufälle zu glauben. Der leichte Einblick, den sie ihm gewährte, war kalkuliert, eine Meisterleistung subtiler Manipulation, die sie schon immer beherrscht hatte. Der Kontrast zwischen ihrer scharfen Zunge und der sinnlichen Bewegung ihres Körpers war eine Kunstform, die Vanja wie kaum eine andere zu meistern schien.

Sein Blick glitt für einen kurzen Moment über die freigelegte Haut, ehe er wieder ihre Augen suchte. "Das ist vermutlich eine anstrengende Arbeit in einem solch armen Land.", er hatte den Namen ihres Mannes nie erfahren und er hätte ihm vermutlich auch nicht viel gesagt. Wie gesagt, er war im Bezug auf das Sommerland nicht so gut informiert wie auf dem Festland. Caeus ergriff das Glas auf dem Tisch und ließ es in seiner Hand leicht kreisen, das darin verbliebene Getränk wirbelte träge mit, während er sprach. Sein Tonfall war ruhig, beinahe beiläufig, doch in seinen Augen lag ein Schimmer von etwas Tieferem, einem Gefühl, das er nicht benennen wollte – oder konnte.

„Aber es freut mich, dass sich diese vorteilhafte Partie von damals bewährt hat.“, sagte er schließlich, seine Stimme getragen von einer ironischen Note, die nicht ganz Verachtung, aber auch nicht nur Gelassenheit war. Es war eine Feststellung, die die Distanz betonte, die Zeit und Umstände zwischen ihnen geschaffen hatten.
Er senkte den Blick, betrachtete den Inhalt seines Bechers, als würde er darin Antworten suchen, ehe er ihn wieder hob, um sie anzusehen. „Ich hätte dir gewiss nicht denselben Standard bieten können.“, fügte er hinzu, fast beiläufig, doch da war ein Hauch von Ehrlichkeit, der durchschimmerte. Es kränkte ihn nicht mehr – nicht wie damals. „Aber vielleicht war das auch nie mein Ziel.“, fügte er hinzu, sein Blick ruhte ruhig auf ihr, prüfend. „Ich konnte dir damals geben, was ich hatte – nicht mehr, nicht weniger.“ Sein Mund verzog sich zu einem leichten, fast unsichtbaren Lächeln. „Ob es genug war, das habe ich längst gelernt, nicht mehr zu hinterfragen.“
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I am not the only traveler - von Caeus Valerius - 22-11-2024, 21:07
RE: I am not the only traveler - von Vanja Neshat - 23-11-2024, 15:44
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