29-12-2024, 14:24 - Wörter:
Noch einmal schnaubte Khaled, und in diesem Geräusch lag eine Zartheit, die man ihm vermutlich in dieser Situation und gegenüber seinem Gesprächspartner nicht zugetraut hätte. Doch Khaled befand sich in einem Prozess der Akzeptanz, so, wie er gerade lernte, dass er Zaras Entscheidungen eben akzeptieren musste, auch, wenn er sie lieber anders für sie getroffen hätte, akzeptierte er die unumstößliche Tatsache, dass er für Ivar einen weiteren Finger gegeben hätte. Es war ihm eingefallen, während er den vom Fieber gepeinigten Körper gepflegt und gewaschen hatte, Strich um Strich mit einem feuchten Lappen, vom Schlüsselbein bis zur Leiste, und er gut Gelegenheit gehabt hätte, sich für seinen Finger zu revanchieren. Er hatte es nicht getan. Denn Khaled war bewusst geworden, dass Ivar… Ein Freund war. Jemanden, für den er lügen, betrügen und stehlen würde, wie Khaled es bereits mit den Dolchen gemacht hatte. Dem er versprechen würde, ihn an einem anderen Ort auf dieser Welt, zu einer anderen Zeit, wiedertreffen zu wollen, weil er sich darüber freute, dass er es tat. Ivar zu sehen. Seine Launen zu ertragen. Und gegen diese unglaubliche Verbissenheit anzurennen, die Khaled bei keinem anderen Menschen jemals so erlebt hatte. Ausdruck seiner Verbissenheit war jetzt eine flapsige Bemerkung, über die Khaled amüsiert schnaubte. Träume waren nichts für Männer, die ihr Schicksal selbst in der Hand hielten.
„Nun… nachts ist es doch reichlich kalt in der Wüste. Aber ich will nicht behaupten, dass mir die Kälte hier gar nichts ausmacht. Ich sah mich nur vor, dies vor dir zu erwähnen, denn sicherlich hättest du mir einen Rüffel verpasst.“ Auch seine Worte, seine Stimme, bargen die Zärtlichkeit, welche Khaled empfand. Und… es war ausgeschlossen, dass er Ivar das jemals sagte. Vermutlich würden sich beide Männer von diesem Geständnis nie wieder erholen können.
Khaled sagte Ivar allerdings auch nicht, dass ihm der Gedanke an eine Frau auf seinem Schoß zuwider war. Mochte sie auch eine noch so hübsche Bauerntochter sein. Er wollte würgen, wenn er daran dachte, dass er sie küsste, und seine Hand an ihre Hüfte legte, eine andere an ihren Busen, und sie dann in ihr Kämmerlein verschleppte. Doch er sagte es Ivar deshalb nicht, weil er irgendwie wusste, wie die Worte seines Freundes gemeint waren. Als kleine Stütze, noch ein wenig durchzuhalten, noch ein bisschen zu kämpfen. Bis zum nächsten Dorf, bis zur nächsten Frau, die kommen würde. Bis er nicht mehr… so empfand. Bis nicht mehr ständig Zaras Gesicht vor seinen inneren Augen prangte, ihn verschmähte, immer und immer wieder, über ihn lachte, spottete, und mehr als seine Gedanken, vor allem seine Gefühle dominierte.
Seine Meinung zu den Bauerntöchtern enthielt er Ivar vor, doch Khaled konnte sich nicht erwehren, auf das Thema „Arbeit“ näher einzugehen. Er hatte Ivar schließlich noch nie regelgerecht arbeiten sehen, und er konnte ihn sich bei Bienen oder auf einem Acker auch wahrlich nicht vorstellen. Dementsprechend skeptisch war der Blick, welchen Khaled Ivar schenkte. „Du meinst, du willst es mit ehrlicher Arbeit versuchen und auf unsere von Heofader gespendeten Talente nichts geben? Damit hätte ich nicht gerechnet, obgleich ich mir auch nicht besonders viel aus Bienen mache.“ Der Schatten richtete seinen Blick wieder geradeaus aus, was es ihm ermöglicht, einem weiteren Kuhfladen auszuweichen. In der folgenden Stille wägte er Ivars Plan ab. Das nächste Dorf. Das nächste Gasthaus. Die nächste Arbeit. Die nächste Frau.
Er liebte Zara. Er liebte sie aufrichtig. Und er wünschte sich, sie wären wieder in der Wüste. Er wünschte sich die Sterne über sie, und ein Feuer, an welchem sie sich wärmten, und kleine Käfer grillten. Er wünschte sich die Ruhe und die Stille, die von ihrem Lachen ausgefüllt worden war. Er wünschte sich, sie hätte sich für ihn entschieden.
„Mit einem Eintopf wäre ich jetzt schon zufrieden“, murmelte der Sommerländer, dessen Magen bei dem Gedanken an Essen zu knurren begann, „Obwohl ein Braten… Mh! Was würde ich für einen Braten alles geben.“ Da kam ihm eine Idee. Spitzbübisch lächelnd blickte er unter beinahe hüpfenden Augenbrauen Ivar an. „Weißt du was? Du kannst die Mädchen behalten, ich nehme das Essen.“
„Nun… nachts ist es doch reichlich kalt in der Wüste. Aber ich will nicht behaupten, dass mir die Kälte hier gar nichts ausmacht. Ich sah mich nur vor, dies vor dir zu erwähnen, denn sicherlich hättest du mir einen Rüffel verpasst.“ Auch seine Worte, seine Stimme, bargen die Zärtlichkeit, welche Khaled empfand. Und… es war ausgeschlossen, dass er Ivar das jemals sagte. Vermutlich würden sich beide Männer von diesem Geständnis nie wieder erholen können.
Khaled sagte Ivar allerdings auch nicht, dass ihm der Gedanke an eine Frau auf seinem Schoß zuwider war. Mochte sie auch eine noch so hübsche Bauerntochter sein. Er wollte würgen, wenn er daran dachte, dass er sie küsste, und seine Hand an ihre Hüfte legte, eine andere an ihren Busen, und sie dann in ihr Kämmerlein verschleppte. Doch er sagte es Ivar deshalb nicht, weil er irgendwie wusste, wie die Worte seines Freundes gemeint waren. Als kleine Stütze, noch ein wenig durchzuhalten, noch ein bisschen zu kämpfen. Bis zum nächsten Dorf, bis zur nächsten Frau, die kommen würde. Bis er nicht mehr… so empfand. Bis nicht mehr ständig Zaras Gesicht vor seinen inneren Augen prangte, ihn verschmähte, immer und immer wieder, über ihn lachte, spottete, und mehr als seine Gedanken, vor allem seine Gefühle dominierte.
Seine Meinung zu den Bauerntöchtern enthielt er Ivar vor, doch Khaled konnte sich nicht erwehren, auf das Thema „Arbeit“ näher einzugehen. Er hatte Ivar schließlich noch nie regelgerecht arbeiten sehen, und er konnte ihn sich bei Bienen oder auf einem Acker auch wahrlich nicht vorstellen. Dementsprechend skeptisch war der Blick, welchen Khaled Ivar schenkte. „Du meinst, du willst es mit ehrlicher Arbeit versuchen und auf unsere von Heofader gespendeten Talente nichts geben? Damit hätte ich nicht gerechnet, obgleich ich mir auch nicht besonders viel aus Bienen mache.“ Der Schatten richtete seinen Blick wieder geradeaus aus, was es ihm ermöglicht, einem weiteren Kuhfladen auszuweichen. In der folgenden Stille wägte er Ivars Plan ab. Das nächste Dorf. Das nächste Gasthaus. Die nächste Arbeit. Die nächste Frau.
Er liebte Zara. Er liebte sie aufrichtig. Und er wünschte sich, sie wären wieder in der Wüste. Er wünschte sich die Sterne über sie, und ein Feuer, an welchem sie sich wärmten, und kleine Käfer grillten. Er wünschte sich die Ruhe und die Stille, die von ihrem Lachen ausgefüllt worden war. Er wünschte sich, sie hätte sich für ihn entschieden.
„Mit einem Eintopf wäre ich jetzt schon zufrieden“, murmelte der Sommerländer, dessen Magen bei dem Gedanken an Essen zu knurren begann, „Obwohl ein Braten… Mh! Was würde ich für einen Braten alles geben.“ Da kam ihm eine Idee. Spitzbübisch lächelnd blickte er unter beinahe hüpfenden Augenbrauen Ivar an. „Weißt du was? Du kannst die Mädchen behalten, ich nehme das Essen.“
