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A kind gesture can reach a wound that only compassion can heal
10.09.1016 - 15:00
Palastgärten des Großkönigs
Trigger: Hinrichtung, Flucht, Gewalt
Elithea Trakas Orpheus Castellanos

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Elithea Trakas
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User
#7
Elithea konnte nicht anders als ein wenig zu schmunzeln, als sie mit dem Henkel der Tasse spielte. Sie waren sich schon sehr ähnlich, in gewisser Hinsicht, der Prinz und sie. Beide waren sie unsicher, maßen ihren Worten viel zu viel Gewicht zu und haderten mit Sätzen, deren Bedeutung doch niemanden anderen zu interessieren hatte als nur sie beide, so wie sie hier an dem Tischchen im lauen Garten saßen. Und doch drucksten sie herum, brachten das Gespräch immer wieder zum Stolpern und zwangen sich dazu freundlich die Gegenwart des anderen für eine angemessene Zeit zu erdulden. Wobei, das war vielleicht zu harsch. Sie mochte Orpheus. Er hatte ihr nie etwas Unrechtes getan, war immer höflich zu ihr gewesen und aufmerksam, so wie eben mit dieser Einladung. Er war nicht aufdringlich, nicht arrogant oder herablassend, wenn gleich ihm seine Stellung als Sohn des Großkönigs ihm das durchaus ‚erlauben‘ würde.

Sie spitzte die Ohren, als Orpheus sich fast ein wenig zu verschlucken schien an der Erwähnung seines Vaters. Dass es in der Familie, so wie wohl in jeder, Spannungen gab, das war nicht weithin bekannt, aber doch ein wenig ein offenes Geheimnis, das man lieber nicht zu laut ansprach. Aber wenigstens hatte er noch einen Vater. Elithea presste ein wenig die Lippen zusammen, immer noch tief in ihrem Inneren gebeutelt bei jeder Erinnerung an den verlorenen Fürsten. “Bitte sprecht auch ihm, dem Großkönig, meinen Dank aus, so ihr Gelegenheit habt.“ Sie bezweifelte, dass es je zu einer Audienz mit König Augusto selbst kommen würde, wenn, dann würde wohl eher ihre Mutter in den Genuss kommen, aber sicherlich nicht sie selbst. Eine Pflicht also, sehr wohl, doch wie lange würde dieses Pflichtbewusstsein wohl anhalten? Sie könnten sich als Familie nicht ewig auf die Gnade anderer verlassen und doch hatte Elithea keinerlei Idee, wie sie denn selbst wieder zu Einkünften kommen sollten. Ein Beruf war ihnen allen fern und ohne eine Mitgift wäre auch eine lukrative Hochzeit wohl eher unmöglich, da sie nicht einmal einen Titel anbieten konnten.

In ihrem Fall, nun, ihre Gedanken waren seit der Reise aus Bardon Pass mit dem Caderitor verwoben und ganz praktisch gesehen, wäre eine solche Verbindung keine schlechte Chance. Er legte keinen Wert auf Macht oder Namen und Geld hatte seine Familie genug. Er wäre die Rettung aus all ihren tiefen Sorgen. Ein Lichtblick nach so viel Dunkelheit. Verklärt wanderte der Blick der jungen Fürstentochter an den Horizont und musste doch bald wieder ihre Träumereien verlassen. “Macht euch keine Gedanken um Larissa, Orpheus. Ihre Launen sind wechselhafter als das Aprilwetter. Was sie heute zu ärgern scheint, ist morgen schon längst wieder vergessen und alsbald ausgetauscht gegen die nächste Neuigkeit. Wenn ich sie nur ein wenig mit Tratsch versorgen kann, ist ihr Neid auch schon gestillt.“ konnte sich Elithea ein breites Schmunzeln nicht verkneifen und selbst aus Iulias Richtung war ein keckes Prusten zu vernehmen, das sie etwas unglücklich zu verbergen versuchte. Doch dann kam schon der nächste Themenwechsel und Elithea selbst fühlte sich hin und her geworfen in den Wogen ihres aufgewühlten Lebens. Sie spürte tief in ihrem Magen die Trauer um den Vater giftig gären, denn noch immer nicht war ihr die Gelegenheit gegeben, sich ihr wirklich stellen zu können. Gab es denn wirklich einen Grund für das Vorgehen des Frevlers? Welche Erklärung könnte jemals genügen zu rechtfertigen, was er getan hat? Was er nicht nur dem Land, der Stadt, nein ganz besonders ihrer Familie angetan hat. Wie konnte ein Mensch nur so gefühllos und brutal sein? Orpheus‘ Worte waren bemüht und wohl auch ernst gemeint, doch waren es trotzdem nur Floskeln, die kaum die Wunde heilen konnten, die in ihre Seele gerissen wurde. Sie taten gut, ohne Frage, aber Worte allein waren nicht genug. “Lieber wäre mir kein weiteres Blutvergießen, aber Staffords Verrat ist unverzeihlich und auch ein König muss die Konsequenzen seines Handelns zu spüren bekommen. Jede Handlung hat Folgen. Das muss ihm doch bewusst gewesen sein.“ hastig und so verborgen wie möglich wischte sie sich mit dem Ärmel über die tränenden Augen, was Iulia hinter ihr nur ein dezentes Räuspern entlockte. Erstens gehörte sich das nicht und zweitens durfte sie die Flecken dann wieder aus dem Gewand waschen, vielen Dank.

“Ich weiß, aber wenn ich nun nur untätig herumsitze, dann werden mich meine eigenen Gedanken irgendwann auffressen. Mit Haut und Haar, Orpheus. Ich muss etwas tun, dass mich ablenkt und mich mit anderem beschäftigt, als daran was passiert ist oder was nun noch vor uns liegt.“ brach es offen und unverblümt aus ihr hervor. Und fast, als würde sie ihren Worten mehr Ausdruck verleihen wollen, stellte sie die leere Tasse fast schon etwas zu abrupt auf das Tischchen ab. “Das soll jetzt nicht aufdringlich wirken, bitte, und es liegt auch nicht an euch allein mir meine Tage sinnvoll zu gestalten. Ich finde mir schon auch selbst eine Beschäftigung.“ ruderte sie gleichsam wieder mit scheuer Stimme zurück. Das wäre es ja wirklich, dass der Prinz nebst seinen Hochzeitsvorbereitungen sich auch noch um Elithea kümmern sollte! So war das nun nicht gemeint. Wie gut, dass nun eine Stille einkehrte zwischen ihnen, ein paar ruhige Momente, in denen kein Laut die Szenerie störte, außer das muntere Trällern der Vögel. Sie hatte sich in Rage geredet, ganz ungewohnt für das Mädchen, das sonst kaum ihre Fassung verlor, sondern meist von Bedacht und Besonnenheit gelenkt wurde. Da war es ihr schon lieber, dass das Thema wieder auf die Hochzeit zurückkam, die ja wahrlich ein freudiges Ereignis sein würde, das wohl jedem willkommen war. Den Sommer mit einem üppigen Fest zu beenden, bevor die nüchterne Kriegsmaschinerie ihr Werk aufnahm, kam gerade recht. “Ihr habt natürlich recht, dass die Politik immer vor der Zuneigung kommt, doch schließen sie sich nicht unweigerlich gegenseitig aus. Egal ob Pragmatismus oder Romantik zu Anfang im Vordergrund stand, ist es doch in beiden Fällen möglich eine harmonische Ehe zu führen. Weder das eine noch das andere ist ein Garant für eine glückliche Zukunft, wenn sich niemand darum bemüht.“ aber was wusste sie denn schon? Vermutlich hatte Orpheus weit mehr Erfahrungen in romantischen Dingen als sie. Aber es stimmte schon, egal warum und wie eine Ehe zustande kam, ob sie viele Jahre anhalten würde, konnten weder Liebe noch Vernunft zusichern.

“Bitte sagt mir nur, wenn ich zu viel rede.“ lief sie nun wahrlich rot an, als der Prinz sie ob ihrer Meinung sogar noch lobte. Eigentlich hielt sie sich mit einer solchen ja lieber zurück, schließlich wurde sie nicht immer gern gehört, aber mehr noch fühlte sich Elithea viel zu oft unerfahren und unwissend, als dass sie mit ihrer Meinung wirklich hausieren gehen könnte. Nun, vielleicht war Belisarius‘ Einfluss schon deutlicher in ihr aufgegangen, als sie ahnte. Wieder legte sich für einen Herzschlag ein liebevoller Ausdruck in ihren Blick, als sie an den Heermeister dachte. “Glaubt mir, je länger man versucht zu vergessen, verdrängt was einen bewegt, je mehr man es sich von sich schiebt, desto härter und vernichtender bricht es wieder über einen herein und verschlingt einen, da hilft keine Gegenwehr.“ nun, zumindest davon konnte sie wissend sprechen. Sie erlebte es gerade jeden Tag, verdrängte, vergaß, verschob und fürchte sich doch vor dem galligen Morat in ihrer Magengrube, die ihr die Kehle zuschnürte und irgendwann, dann, wenn sie am wenigsten daran dachte, sie wohl mit voller Wucht erschlagen würde, wenn sie sich denn endlich den Weg an die Oberfläche bahnen wollte. Sanftmild lächelnd sah sie zu dem Prinzen, die Dankbarkeit über sein Angebot stand ihr gut leserlich ins Gesicht geschrieben. “Ich werde sehr gern darauf zurückkommen, wenn es eure Zeit und eure zukünftige Gemahlin es erlauben.“ nicht, dass sie gleich Schuld an der ersten Ehekrise sein würde!
Bei jeder Silbe der Erklärungen des Prinzens über die Siegeschancen stellte es Elithea nach und nach noch mehr Härchen im Nacken auf. Sie konnte kaum verhindern, dass ihr ein kalter Schauer über den Rücken rieselte. Nachdenklich kräuselte sich ihre Stirn. An Verbündeten fehlte es ihnen wohl kaum und doch schien nur die Verbindung zum Sommerland wirklich sicher und dieses Wüstenreich war fern weg, getrennt durch einen ganzen Ozean, während Winter und Frühling Nachbarn waren, die noch dazu wie eine Mauer an mehreren Seiten sich um das Königsland schlossen. Keine gute Ausgangslage. Ja, sie konnten wahrlich nur auf die Kampfesstärke des Caderitor-Heeres hoffen, das gut ausgebildet und streng diszipliniert war. Doch auch die anderen Herrschaftsbereiche hatten ihre schlachtenhungrigen Männer, die für ihre Sache stritten. Wer konnte wirklich sagen, wer auf der ‚richtigen‘ Seite am Ende stehen würde. Sollte der Verräter Stafford wirklich auch unter den Bewohnern Castandors Zuspruch erhalten? Elitheas Schaudern wurde nicht weniger. “Wir haben den Konflikt nicht begonnen und doch müssen wir nun mit den Folgen leben und tun, was getan werden muss. Wie all das am Ende ausgehen wird, das weiß wohl nur Heofader. Uns bleibt nichts anderes übrig als darauf zu vertrauen, dass wir in seiner Gunst stehen und siegen werden.“ Elithea konnte dennoch kaum ertragen, dass ihre Familie unschuldig und ungefragt im Zentrum dieser Auseinandersetzung stand. Der Tod ihres Vaters, Heofader hab ihn selig, würde einst in den Geschichtsbüchern als Auslöser einer wohl zukunftsweisenden Konfrontation Erwähnung finden. Sie spürte, dass sie an der Schwelle zu einer Neuordnung der Welt stand, die ihr Angst und Bang werden ließ.
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RE: A kind gesture can reach a wound that only compassion can heal - von Orpheus Castellanos - 05-11-2024, 22:45
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