22-01-2025, 16:45 - Wörter:
Für den Moment gab es nur sie zwei. Die Stimmen im Hintergrund waren zu einem Gemisch aus unterschiedlichen Tönen geworden, die Vanja nicht länger tangierten. Die Farben um sie herum waren verschmolzen und ließen sich nur noch schwer voneinander trennen. Wie ein Raubtier seine Beute taxiert lag der Blick der eisblauen Augen auf dem gealterten Mann neben der noch immer deutlich jünger aussehenden Frau. Nicht, dass sie ihm diesen Umstand jemals unter die Nase reiben würde, nein, viel mehr beneidete sie ihn beinahe ein wenig um seinen lässigen Umgang mit besagtem Alter. Es machte ihn gewissermaßen würdevoller. Anziehend. Ja, vielleicht sogar ein wenig attraktiver, als noch vor einigen Jahren. Jetzt hatte er noch mehr zu bieten, als damals. Er war kein Jungspund mehr, niemand, der sich in den Träumen einer besseren Welt verlor. Er war zu einem Mann mit Erfahrung geworden. Nicht nur darin zu spüren, was Frauen wollen. Wobei... Auch wenn sie es schon lange nicht mehr getan hat, erinnerte sie sich in diesem Moment wieder gerne an die vielen Stunden voller nackter Haut, die sie zusammen verbracht hatten. Schwitzend. Ineinander verrenkt. Sie hatten ihren Spaß gehabt, so viel stand fest. Und beinahe war es, als würden seine Worte ein wenig an ihrer harten Oberfläche kratzen.
"Ich war damals nicht auf Gold oder Macht aus. Ich wollte damals immer nur dich", schnurrte sie und legte den Kopf schief. Die weißblonden Haare fielen über ihren Rücken, sodass ein wenig Haut ihres Halses freigelegt wurde. Es war das gleiche Spiel wie mit dem Kleid auf ihrem Oberschenkel. Sie hatte seinen Blick bemerkt. Caeus war zwar beinahe meisterhaft darin geworden seine Gefühle zu verstecken, doch sie hoffte inständig, dass ihn das leichte Verrutschen ihres Kleides mehr berührt hat, als es in seinem Gesicht zu lesen war. Sie hatte den Blick beinahe kribbelnd auf ihrer Haut gespürt und daraufhin eine schier unerträgliche Kälte, als er ungerührt zu ihren Augen zurückgekehrt war. Sie hasste es, dass sie ihn nicht mehr vollends in der Hand hatte. Sie hasste es schon bei ihrem Ehemann und wurde schier wahnsinnig, wenn er sie zappeln ließ. Sie hasste alles daran. Sie war es, die die Oberhand behalten wollte. Dass es ihr bei Caeus offenbar genauso wenig gelang wie bei ihrem eigenen Ehemann setzte ihr mehr zu, als sie jemals zugeben würde. Es störte sie so sehr, dass es beinahe körperliche Schmerzen verursachte.
"Es war damals genug, so wie es heute genug wäre", flüsterte sie leise und sog tief die Luft ein. Wie genau sie diese Worte meinte ließ sie offen. Dass Vanja kein Kind von Traurigkeit (oder Treue...) war, war ein bislang recht wohlgehütetes Geheimnis, denn auch wenn sie wusste, dass ihr Ehemann keinen Deut von Eifersucht verspüren konnte (falls er überhaupt jemals irgendwelche Gefühle außer Schmerz spürte...), war die junge Frau sehr exklusiv darin, mit wem sie ihre Zeit verbrachte. Und doch kam sie zu dem Entschluss, dass Caeus es definitiv wert wäre. Auch heute noch. Sie biss sich auf die Unterlippe, als sie gedanklich schon weiter abgeschweift war, als ihr lieb gewesen war. Körperlichkeiten waren ihre beste und liebste Bestätigung. Einen Mann unter sich stöhnen und explodieren zu sehen und zu hören war das beste, was ihr passieren konnte. Es befriedigte die Gier nach Aufmerksamkeit besser, als alle Komplimente dieser Welt. Ihr Blick verdunkelte sich, als sie ihn wieder auf den des Mannes legte. Den Kopf noch immer leicht schief gelegt taxierte sie ihn mit ihrem Blick, während sie die Augen ab und zu mal bewusst einen Moment zu lange auf seinen Lippen oder auf seinem Hals ruhen ließ. Vanja wollte ihn.
Auf ihrer Zunge prickelten weitere Worte, Anknüpfungen an das Gespräch, bevor er auf ihre gemeinsame Vergangenheit zu sprechen gekommen war. Alles in ihr sträubte sich dagegen nun vom Thema abzulenken und gleichzeitig wollte sie unbedingt mehr über die Hochzeit erfahren, die er kurz zuvor angesprochen hat. Je mehr Informationen sie besaß, desto besser. Es spielte keine Rolle, ob wahrhaftige Geheimnisse dabei waren, wobei sie durchaus bereit war mehr für solche zu zahlen. In welcher Form auch immer. Doch eigentlich sammelte sie nur. Sie sammelte Informationen, Details, Namen. Alles, was ihr irgendwann einmal helfen konnte. Doch jetzt galt es etwas anderes zu sammeln. Jetzt musste sie sich konzentrieren. Sie wollte diesen Mann. Wollte seinen Duft riechen. Seine Haut schmecken. Sie wollte ihn erneut zu ihrer Sammlung hinzufügen. Nicht mehr als den jungen unerfahrenen Mann von damals, sondern als den gestählten Mann, der er heute war.
Vanja nahm ihr Getränk, stieß sanft gegen den Krug ihres Gegenübers und forderte ihn so zum Trinken auf. Ein bisschen Alkohol würde ihrer Sache sicher zuträglich sein...
"Ich war damals nicht auf Gold oder Macht aus. Ich wollte damals immer nur dich", schnurrte sie und legte den Kopf schief. Die weißblonden Haare fielen über ihren Rücken, sodass ein wenig Haut ihres Halses freigelegt wurde. Es war das gleiche Spiel wie mit dem Kleid auf ihrem Oberschenkel. Sie hatte seinen Blick bemerkt. Caeus war zwar beinahe meisterhaft darin geworden seine Gefühle zu verstecken, doch sie hoffte inständig, dass ihn das leichte Verrutschen ihres Kleides mehr berührt hat, als es in seinem Gesicht zu lesen war. Sie hatte den Blick beinahe kribbelnd auf ihrer Haut gespürt und daraufhin eine schier unerträgliche Kälte, als er ungerührt zu ihren Augen zurückgekehrt war. Sie hasste es, dass sie ihn nicht mehr vollends in der Hand hatte. Sie hasste es schon bei ihrem Ehemann und wurde schier wahnsinnig, wenn er sie zappeln ließ. Sie hasste alles daran. Sie war es, die die Oberhand behalten wollte. Dass es ihr bei Caeus offenbar genauso wenig gelang wie bei ihrem eigenen Ehemann setzte ihr mehr zu, als sie jemals zugeben würde. Es störte sie so sehr, dass es beinahe körperliche Schmerzen verursachte.
"Es war damals genug, so wie es heute genug wäre", flüsterte sie leise und sog tief die Luft ein. Wie genau sie diese Worte meinte ließ sie offen. Dass Vanja kein Kind von Traurigkeit (oder Treue...) war, war ein bislang recht wohlgehütetes Geheimnis, denn auch wenn sie wusste, dass ihr Ehemann keinen Deut von Eifersucht verspüren konnte (falls er überhaupt jemals irgendwelche Gefühle außer Schmerz spürte...), war die junge Frau sehr exklusiv darin, mit wem sie ihre Zeit verbrachte. Und doch kam sie zu dem Entschluss, dass Caeus es definitiv wert wäre. Auch heute noch. Sie biss sich auf die Unterlippe, als sie gedanklich schon weiter abgeschweift war, als ihr lieb gewesen war. Körperlichkeiten waren ihre beste und liebste Bestätigung. Einen Mann unter sich stöhnen und explodieren zu sehen und zu hören war das beste, was ihr passieren konnte. Es befriedigte die Gier nach Aufmerksamkeit besser, als alle Komplimente dieser Welt. Ihr Blick verdunkelte sich, als sie ihn wieder auf den des Mannes legte. Den Kopf noch immer leicht schief gelegt taxierte sie ihn mit ihrem Blick, während sie die Augen ab und zu mal bewusst einen Moment zu lange auf seinen Lippen oder auf seinem Hals ruhen ließ. Vanja wollte ihn.
Auf ihrer Zunge prickelten weitere Worte, Anknüpfungen an das Gespräch, bevor er auf ihre gemeinsame Vergangenheit zu sprechen gekommen war. Alles in ihr sträubte sich dagegen nun vom Thema abzulenken und gleichzeitig wollte sie unbedingt mehr über die Hochzeit erfahren, die er kurz zuvor angesprochen hat. Je mehr Informationen sie besaß, desto besser. Es spielte keine Rolle, ob wahrhaftige Geheimnisse dabei waren, wobei sie durchaus bereit war mehr für solche zu zahlen. In welcher Form auch immer. Doch eigentlich sammelte sie nur. Sie sammelte Informationen, Details, Namen. Alles, was ihr irgendwann einmal helfen konnte. Doch jetzt galt es etwas anderes zu sammeln. Jetzt musste sie sich konzentrieren. Sie wollte diesen Mann. Wollte seinen Duft riechen. Seine Haut schmecken. Sie wollte ihn erneut zu ihrer Sammlung hinzufügen. Nicht mehr als den jungen unerfahrenen Mann von damals, sondern als den gestählten Mann, der er heute war.
Vanja nahm ihr Getränk, stieß sanft gegen den Krug ihres Gegenübers und forderte ihn so zum Trinken auf. Ein bisschen Alkohol würde ihrer Sache sicher zuträglich sein...
