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Wherever the Wind blows
13.10.1016 - 12:00
Marktplatz in Spring's Court

Winter's Breed
Ivar Lorenson
Heimatlose - Admin
Alter 28
Beruf Söldner
Wohnort Überall
Stand Ledig
User Letha
#1
I Go.
You find me.

Jeder Markt hatte seine ganz eigene Note, egal, wo auf der Welt man sich befand. In Norsteading hatten die Märkte oft nur in den Mittagsstunden geöffnet, die wenigen Sonnenstunden ausnutzend, weil kleine Bauern oft einen langen Weg zurücklegen mussten, um an eine kleine Ortschaft zu kommen. Auf großen Märkten kam es schonmal zu Auseinandersetzungen, die mit blutigen Fäusten endeten, wenn ein Käufer das Produkt des Metzgers in Frage stellte. Farynns Märkte waren ähnlich klein, aber sehr viel schmuddeliger und friedlicher, mit vereinzelt sommerländischen Gewürznoten und erstaunlich vielen Ständen, die Badekräuter und Holzarbeit verkauften. Wer sich in Matariyya durch die engen Gassen trieb, der wusste, dass Märkte der Hauptschauplatz der Gesellschaft waren, mit Frauengruppen, die auf dem Boden saßen, Kindern, die Murmeln spielten, zahlreichen Dieben und der obligatorischen Stadtwache, die nur noch dastand, um den Anschein von Sicherheit zu vermitteln. Es war dreckig, bunt und wunderbar voll von Leben; ähnlich wie die Märkte in Castandor mit dem Chaos und der Lautstärke von zahlreichen Wetteiferern, die der Devise folgten ’Wer lauter schreit, der hat mehr Kundschaft’. Natürlich hatte Walleydor die geordnetsten und sichersten Märkte von allen. In der Hauptstadt gab es Wochenpläne für bestimmte Produktgruppen, Wachmänner patrouillierten die Straßen, und doch herrschte auch hier das meiste Leben, gerade die richtige Menge von Unordnung, die den großen, gepflasterten Marktplatz von Spring’s Court zum Leuchten brachte. Ivar mochte den Menschen der Länder nicht viel Positives abgewinnen, aber Märkte waren doch zu einem Ort geworden, dessen Schönheit er durch sein Reisen zu schätzen gelernt hatte.

Lange wollte er nicht in Spring’s Court verweilen. Die Stadt an sich war nicht einmal das Problem, fand er die vielen Blumenkästen doch nur ein wenig dick aufgetragen. Obwohl er für seine Verhältnisse bereits sehr lange in Walleydor ausgeharrt hatte und ihm diese aufgesetzte Freundlichkeit der Menschen langsam zuwider wurde, hatte er nichts dagegen gehabt, umgeben von grünen Hügeln aufzuwachen, seiner Arbeit nachzugehen und am frühen Abend positiv ausgelaugt wieder ins Bett zu gehen. Das Schlagen von Eisen auf Eisen, der Schweiß zwischen den arbeitenden Schulterblättern, angeheizt durch den Schmiedeofen, waren zu einer Routine geworden und er verstand durchaus, warum sich Menschen an einem Ort niederließen und diese Routine freiwillig jeden Tag durchlebten. Aber die Routine war es auch, die ihm schlussendlich Zeit zum Nachdenken gegeben hatte - viel Zeit, die er sich auch in den Arsch hätte stecken können, denn was kam dabei herum? Nur dumme Zweifel. Vielleicht hatte er die Gesellschaft von Zara und Khaled zu sehr genossen, sie als selbstverständlich angenommen. Er hatte sich an den Zickereien von Zara und den liebestollen Blick von Khaled gewöhnt, hatte sich zwischen sie gedrängt und ihnen aufgezwungen, nur um - ja, was? Am Ende doch wieder alleine dazustehen und sich eingestehen zu müssen, dass aus ihnen doch irgendwie eine Gemeinschaft geworden war, die er nun vermisste.
Verdammt, er vermisste auch seine andere Gemeinschaft. Eneas und Tyra waren irgendwo da draußen und erlebten Dinge, während er als Schmiedegehilfe in einem kleinen Ort versauerte und sich Gedanken darüber machte, was er mit seinem Leben eigentlich anstellte. Um ihn herum lebten Ehepaare mit Kindern zusammen, es gab ein junges Mädchen, das sich heimlich mit einem Jungen aus dem Nachbarsdorf traf, und er? Weit und breit keine Huren. Nichts, das ihn von der Einsamkeit ablenkte, und das Schlimmste: Er hatte nichtmal Interesse an den ledigen Weibern. Wenn sie ihn fragten, ob er aus dem Krieg käme wegen der zahlreichen Narben an seinen Armen, dann schnaufte er nur und ließ das zischende Eisen im Wasser das Gespräch beenden. Die Aufmerksamkeit und Neugierde der Menschen war ihm nicht mehr egal, sie störte ihn. Dieses Dorf machte aus ihm doch tatsächlich einen Menschen, einen normalen Menschen mit einer Vergangenheit, die er sonst immer gern in Alkohol ertränkte.
Zugegeben hatte Ivar nie vorgehabt, lange zu bleiben. Er hatte zwar auch keinen alternativen Plan gehabt - außer, dass er Castandor und Matariyya vorerst meiden würde - weshalb ihm das Gerücht aus Farynn ziemlich gelegen kam. Erst war es nur ein Gerücht aus dem Mund eines fahrenden Händlers, das in dem kleinen Dorf aber natürlich wie Lauffeuer die Runde machte. Bestätigt wurde das Gerücht von einem zweiten Händler, und seitdem wusste Ivar, wohin seine nächste Reise gehen würde. In Bell Port wartete sowieso noch ein Gaul, der seine Fratze zu lange nicht mehr gesehen hatte.

Das leichte Gepäck eines Wanderers geschultert, mit neuen Stiefeln, einem Überwurf aus dünnem Pelz und lederverstärkten Unterarmschienen, gab er gerade das Bündel Waffen ab, welches er als letzten Auftrag aus dem Dorf mitgenommen hatte. Dunkelblonde, schulterlange Strähnen waren zu einem halben Zopf nach hinten gebunden, seinen Bart trug er derzeit auf etwa fünf Tage. Auf seinem unteren Rücken ruhte das beruhigende Gewicht von zwei selbst geschmiedeten Zwillingsschwertern, verdeckt durch den Umhang, während zwei Dolche offensichtlicher seinen Gürtel schmückten und den Anwesenden suggerierte, dass er Erfahrung mit dessen Umgang hatte. Man merkte ihm nicht unbedingt an, dass er wachsam war ob möglicher Diebe, aber seine rechte Hand hing immer irgendwo zwischen Dolchgriff und Geldbeutel. “Wie viel für das Brot?”, fragte er eine Händlersfrau, als ein kleines Kind mit dunklen Locken an ihm vorbei watschelte, mit einer Blume im Haar. “Mama, können wir das Tante Tyra geben?”, deutete sie auf ein viereckiges Gebäck, das vermutlich mit Honig gefüllt war. Kurz betrachtete Ivar das Mädchen von der Seite, länger als er sollte, weil das Echo des Namens Erkenntnis weckte. Er machte sich aber nicht die Mühe, auch die Mutter ausfindig zu machen. “Fünf Kupfer.” Ohne Umschweife griff er nach seinem Geldbeutel und ließ das verlangte Geld in seine Hand fallen, um sie gegen das Brot zu tauschen.
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Wherever the Wind blows - von Ivar Lorenson - 27-01-2025, 08:42
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