08-02-2025, 18:13 - Wörter:
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 11-03-2025, 14:52 von Rajani Parikh.)

Er nickte langsam, als wollte er das Gesagte in sich aufnehmen, während sein Daumen unruhig über den Stoff seiner Ärmel fuhr. „Ich danke Euch für Eure Offenheit, Aurora. Ich wusste nicht genau, wen ich fragen sollte, auch wenn es sich nicht schickt, mit einer Frau darüber zu sprechen, aber …“ Er holte tief Luft und richtete seinen Blick wieder auf sie. „Ich wollte es nicht aus den falschen Mündern hören. Nicht als bloße Prahlerei oder rohe Scherze unter Männern. Sondern von jemandem, der weiß, was es bedeutet.“
Für einen Moment herrschte Stille zwischen ihnen, doch sie war nicht unangenehm – eher nachdenklich. Orpheus runzelte die Stirn, als hätte Aurora ihm gerade eine unausweichliche Wahrheit offenbart, mit der er nicht wusste, wie er damit umgehen sollte. Seine Hände verkrampften sich leicht auf seinem Schoß, während er einen Moment brauchte, um ihre Worte wirklich zu verarbeiten. „Also … es wird ihr auf jeden Fall wehtun?“ fragte er schließlich leise, als ob er hoffte, dass Aurora sich geirrt hatte oder dass es eine Möglichkeit gab, es zu verhindern. Doch in ihrem Blick lag keine Unsicherheit, nur ehrliches Mitgefühl. Orpheus‘ Brust hob sich mit einem tiefen Atemzug, der seine innere Anspannung verriet. „Ich will das nicht“, flüsterte er. „Ich will nicht, dass sie Angst davor hat … oder vor mir.“ Seine Finger glitten fahrig über den Saum seiner Ärmel, ein verräterisches Zeichen seiner Nervosität. „Aber wenn ich es nicht ändern kann … dann bedeutet das, dass ich ihr Leid nur hinauszögern kann, nicht wahr? Dass es so oder so passieren wird.“
Er schüttelte leicht den Kopf, als würde ihm der Gedanke Unbehagen bereiten. „Es fühlt sich falsch an, Aurora. Zu wissen, dass es ihr wehtun wird und dass ich der Grund dafür bin.“ Seine Stimme klang rau, und er wagte es kaum, Aurora wieder anzusehen. Der sensible Prinz dachte kurz an seinen Bruder Leandros, der ihn wahrscheinlich mal wieder ausgelacht oder zumindest kein Verständnis für die Gedanken seines kleinen Bruders gezeigt hätte. Leandros war es wahrscheinlich egal, ob die Frau, mit der er das Bett teilte, Freude dabei empfand oder Leid.„Ich weiß, dass meine Frau mir anvertraut wird. Dass es meine Aufgabe ist, sie zu schützen – nicht nur vor äußeren Gefahren, sondern auch … in dieser Hinsicht. Und doch …“ Seine Finger schlossen sich kurz zu einer Faust, ehe er sie wieder entspannte. „…fürchte ich, dass ich es in diesem Fall nicht verhindern kann, dass es für Naila nicht so schön werden wird, egal wie vorsichtig ich sein werde.“
