10-02-2025, 09:56 - Wörter:
Zephyr war natürlich nicht dumm. Er hatte genug Zeit mit seinem Cousin verbracht, um aus ihm zu lesen wie ein Buch — etwas, das zum Leidwesen von dessen Familie eine Beigabe seiner Unberechenbarkeit war. Wenn also die Stile anders stand, dann hatte Augusto vermutlich den Einfall gehabt, seine Räumlichkeiten anders zu gestalten, und wenn sein Schreibtisch aufgeräumter war, dann war das einer seiner nützlicheren Momente. Aber wenn sein Weinkelch unangetastet vor ihm stand… Die Tatsache war eines Blickes wert, nicht zu lang, ehe Zephyr sich setzte und selbst seinen Kelch gereicht bekam.
Der Stafford-Arsch war eine Bemerkung, die ihn keine Miene verziehen ließ. Nüchtern nahm er sie an und sortierte die Worte, die er sich zuvor bereits zurecht gelegt hatte. „Keine Veränderung an der Grenze. Charles Stafford lässt die Wägen der Händler stärker kontrollieren, seit der schwarze Schauer sich ausgebreitet hat.“ Hätte er Belisarius vor sich, hätte ein Grinsen seine Gehässigkeit wohl verraten, aber natürlich hatte er Augusto nicht erzählt, dass er eine Handvoll Matariyyaner absichtlich in den Karten über die Grenzen geschickt hatte. Solche Kleinigkeiten musste sein Cousin nicht wissen. Im besten Fall hätte er sich diesen Schachzug selbst angerechnet und im schlimmsten Fall hätte er den Plan sabotiert, weil er die Männer noch anderswo brauchte. Straßenratten, die untrainiert und krank sowieso nur für die Frontlinien des Krieges gut waren. „Das Aufbauen der Verteidigungsanlagen in Bardon Pass ist hingegen fast vollständig abgeschlossen. Ihr hattet recht, die Weinbauer ließen sich durch die Flugblätter effektiv rekrutieren und teilen sich nun die Überwachung des Passes. Es war die richtige Entscheidung, ein paar Stadtplaner und Steinmetze mitzunehmen“, hob sich seine Stimme etwas, um den eintönigen Trott neutraler Berichterstattung zu unterbrechen, auch wenn er — wie sein Cousin es so elegant ausdrückte — wohl immer diesen ‚Stock im Arsch‘ haben würde. Wenn er nur wüsste, aber er hatte ja nichtmal eine Ahnung, dass die Idee der Flugblätter ursprünglich von Belisarius stammte.
„Und unsere Streitmacht wird immer stärker. Nach der Verzögerung durch die Krankheit konnten wir endlich eine Struktur in die matariyyanischen Truppen bringen. Ich kann mit Zuversicht berichten, dass es unter ihnen sogar einige… Überraschungen gibt.“ Zephyr rieb sich mit der freien Hand seinen linken Oberschenkel, der vom langen Reiten etwas mitgenommen war. Er hatte den Inselbewohnern ja anfangs wirklich wenig zugetraut, aber das bewies doch wieder mal, wie viel eine gute strategische Leitung ausmachte, nicht? „Wie geht es Eurem Sohn Orpheus?“, stellte er schließlich die Frage, die ihn schon seit ein paar Tagen beschäftigte. Obwohl Zephyr mittlerweile wusste, dass der schwarze Schauer nicht tödlich war, musste er seine Sorge doch anerkennen. Er selbst wusste schließlich am besten, wie es sich anfühlte, Wochen ans Bett gefesselt zu sein.
Der Stafford-Arsch war eine Bemerkung, die ihn keine Miene verziehen ließ. Nüchtern nahm er sie an und sortierte die Worte, die er sich zuvor bereits zurecht gelegt hatte. „Keine Veränderung an der Grenze. Charles Stafford lässt die Wägen der Händler stärker kontrollieren, seit der schwarze Schauer sich ausgebreitet hat.“ Hätte er Belisarius vor sich, hätte ein Grinsen seine Gehässigkeit wohl verraten, aber natürlich hatte er Augusto nicht erzählt, dass er eine Handvoll Matariyyaner absichtlich in den Karten über die Grenzen geschickt hatte. Solche Kleinigkeiten musste sein Cousin nicht wissen. Im besten Fall hätte er sich diesen Schachzug selbst angerechnet und im schlimmsten Fall hätte er den Plan sabotiert, weil er die Männer noch anderswo brauchte. Straßenratten, die untrainiert und krank sowieso nur für die Frontlinien des Krieges gut waren. „Das Aufbauen der Verteidigungsanlagen in Bardon Pass ist hingegen fast vollständig abgeschlossen. Ihr hattet recht, die Weinbauer ließen sich durch die Flugblätter effektiv rekrutieren und teilen sich nun die Überwachung des Passes. Es war die richtige Entscheidung, ein paar Stadtplaner und Steinmetze mitzunehmen“, hob sich seine Stimme etwas, um den eintönigen Trott neutraler Berichterstattung zu unterbrechen, auch wenn er — wie sein Cousin es so elegant ausdrückte — wohl immer diesen ‚Stock im Arsch‘ haben würde. Wenn er nur wüsste, aber er hatte ja nichtmal eine Ahnung, dass die Idee der Flugblätter ursprünglich von Belisarius stammte.
„Und unsere Streitmacht wird immer stärker. Nach der Verzögerung durch die Krankheit konnten wir endlich eine Struktur in die matariyyanischen Truppen bringen. Ich kann mit Zuversicht berichten, dass es unter ihnen sogar einige… Überraschungen gibt.“ Zephyr rieb sich mit der freien Hand seinen linken Oberschenkel, der vom langen Reiten etwas mitgenommen war. Er hatte den Inselbewohnern ja anfangs wirklich wenig zugetraut, aber das bewies doch wieder mal, wie viel eine gute strategische Leitung ausmachte, nicht? „Wie geht es Eurem Sohn Orpheus?“, stellte er schließlich die Frage, die ihn schon seit ein paar Tagen beschäftigte. Obwohl Zephyr mittlerweile wusste, dass der schwarze Schauer nicht tödlich war, musste er seine Sorge doch anerkennen. Er selbst wusste schließlich am besten, wie es sich anfühlte, Wochen ans Bett gefesselt zu sein.
