16-02-2025, 20:02 - Wörter:
Finola hatte sich auf den heutigen Tag gefreut und zeitgleich wollte sie nichts anderes tun als sich wieder unter ihre warme, aber nicht gerade kuschelige, Decke verkriechen und erst am nächsten Morgen wieder hervorkommen. Sie mochte das Fest an sich ganz gerne, was sie aber weniger leiden konnte, waren die vielen Menschen hier auf dem Platz. Der Alkohol floss in Strömen und war es am Anfang des Festes noch erträglich gewesen, wurde es mit jeder fortschreitenden Stunde anstrengender höflich und distanziert zu bleiben. Ihr Vater hatte sich schon lange mit seinen Freunden in eine Ecke gestellt und redete über die Arbeit, etwas das Finola mit verstreichender Zeit langweilig fand. Es ging immer um ähnliche Themen, die besprochen wurden und die junge Frau konnte es einfach irgendwann nicht mehr hören welches Gesetz jetzt Bauer A beschützte und welches Bauer B aber die Kuh auf Bauer As Wiese zusprach. In der nächsten halben Stunde drehte sich das gleiche Thema um eine Ziege und als dann noch ein Schaf hinzugezogen wurde, beschloss Finola sich unter die feiernden Menschen zu mischen. Etwas das sie für gewöhnlich nicht tat, aber alles war angenehmer, als hier weiter neben ihrem Vater zu stehen und dessen Gespräche zu lauschen. Nicht mal was ergänzen konnte sie, wurde sie als Frau eh nicht ernstgenommen. Also ging Finola zu den tanzenden Menschen, denn was sollte man sonst auf diesem Fest machen, wenn man den Geschmack von Alkohol nicht leiden konnte und nicht einsam am Rand stehen wollte? Tanzen schien die richtige Lösung zu sein. Tanzen erforderte keine Gespräche, sondern war wirklich nur das. Tanzen eben. Und die Musik war gut. Finola blieb am Anfang eher am Rand der tanzenden Menge stehen und ließ ihren Blick über eben diese schweifen, bis jemand sie aufforderte zu tanzen. Ab diesem Moment war genau das ihre Beschäftigung für den Abend. Sie tanzte, entwickelte sogar Spaß daran und wechselte am Anfang ihre Tanzpartner durch. Es waren auch häufiger mal die Selben zwei hintereinander. Die Musik wurde immer schwungvoller und die Tänze immer wilder und als sich ihr Vater verabschiedete, er winkte ihr kurz zu, bevor er ging, hatte Finola noch lange nicht das Bedürfnis es ihm gleich zu tun. Sie hatte Spaß am tanzen und zu ihrer Überraschung störte sie die anderen Menschen immer weniger. Vielleicht hatte sie sich auch einfach die letzten paar Jahre zu sehr zurück gezogen und deswegen machten sie die Gedanken vor solchen Festen so nervös. Sie hatte keine Angst vor Menschen. Nein das auf keinen Fall. Sie mochte Menschen wirklich gerne, die Gespräche die sich manchmal entwickelten waren wirklich interessant. Aber wenn viel Alkohol dazu kam und viele Menschen, wurde Finola schnell mulmig. Zu sehr bekam sie mit, mit was sich auch ihr Vater beschäftigte und zu was manche Menschen fähig waren. Doch heute Abend wollte sie nicht daran denken. Heute Abend wollte sie tanzen bis ihre Füße weh taten und sie morgen bestimmt nicht mehr laufen konnten. Der Abend war noch jung und so viel konnte noch passieren.
