01-03-2025, 12:04 - Wörter:
Immer wieder durchbrach das leise Knuspern die Stille, wenn gerade niemand sprach. Rajani hatte mittlerweile schon den vierten Keks in der Hand und biss - ganz ladylike - immer nur ein kleines Stückchen davon ab. In ihrem Schoß hatten sich auf dem farbenfrohen Gewand die ganzen Krümel gesammelt, denen sie bislang noch keine Aufmerksamkeit geschenkt hatte. Es war einfacher still zu halten und zu sein, wenn man etwas anderes zu tun hatte - in dem Fall essen. Daher hatte sie irgendwann schon das dritte vollständige kleine Gebäckstück vernichtet, während die anderen Damen noch gar nicht zugeschlagen hatte. Ein böser Geist könnte nun böses denken, doch die Parikh war einfach etwas... anders gestrickt. Sie hoffte einfach darauf, dass die Anderen bald zugreifen würden, weil sie sonst ein schlechtes Gewissen haben würde, dass sie nichts übrig gelassen hatte. Upsi. Während ihre Finger und ihr Mund beschäftigt waren, schnappte sie die Worte und die Gedanken der Runde auf. Auch wenn ihre eigenen Gedanken immer wieder unaufmerksam abschweiften und sie an die Nacht mit dem Fürstensohn dachte, so bekam sie doch das Wichtigste in der Unterhaltung mit. Und sie konnte sich nicht der Langeweile erwehren, die langsam von ihrem Geist Besitz ergriff. Sie war für mehr bestimmt, als stumm hier herum zu sitzen! Sie war dazu bestimmt zu tanzen, zu singen, Geschichten zu erzählen und andere glücklich zu machen (vornehmlich Männer...). Die Sommerländerin war ein Bienenstock voller Bienen, hatte Schwierigkeiten so ruhig und entspannt hier im Schatten zu sitzen, während die Sonne sie alle einlud zu feiern.
Für einen kurzen Augenblick zupfte das Gesprächsthema an ihrer Aufmerksamkeit, als es darum ging, dass Naila und Elithea gemeinsam musizieren wollte. Immerhin wäre das eine Gelegenheit zu Tanzen, auch wenn die Bewohner und Bewohnerinnen des Großkönigsland bislang nicht unbedingt mit Lebensfrohsinn und Leichtigkeit auf sich aufmerksam gemacht haben. In ihrer Heimat, in Matariyya, gab es an jeder Ecke eine junge Frau, in Schleier und Opium gehüllt, die sich langsam zu der hinreißenden Musik bewegte. Natürlich war auch Rajani das ein oder andere Mal unter diesen Frauen gewesen, liebte es, die gierigen Blicke der Männer zu sehen, wenn sie sie tanzen sahen... Doch sie wusste, dass Naila es nicht gerne hatte, wenn sie diesen Schleiertanz vollführte. Die Gründe hatte sie zwar in all' der Zeit nicht nachvollziehen können (obwohl sie sie ihr bestimmt schon hundert Mal erklärt hatte...), doch das war nicht wichtig. Wichtig war, dass es Naila nicht zusagte. Aber... Schleier um Frauen hat man hier wohl noch nie zu Gesicht bekommen, daher fiel das sowieso wohl flach. Den Männern würde wohl die Zunge aus dem Mund hängen, wenn sie Rajani so tanzen sehen würden. Das gab sicher keine guten Geschichten hinterher... Obwohl sie mittlerweile etwas zu spät dran war im Gespräch, gab sie natürlich trotzdem noch ihren Senf dazu: "Das Singen und Tanzen fehlt mir glaube ich am meisten. Es ist wunderschön im Sommerland, dass sich alle so frei fühlen und ihren Gefühlen freien Lauf lassen. Das müsstet ihr mit eigenen Augen sehen!".
Nachdem sie wieder bemerkte, wie weit ihre Gedanken abgedriftet waren, schnappte sie einen vielsagenden Blick von Naila auf. Schon den zweiten, den sie heute zugeworfen bekam. Im ersten Moment etwas verwirrt, weil sie dieses Mal nicht wusste, weswegen ihr diese Ehre zuteile wurde, verstand sie wenige Sekunden später (ehrlich gesagt erst, NACHDEM Naila gesprochen hatte), dass sich offenbar noch jemand anders zu ihnen gesellen wollte. Ein verspätetes unauffälliges Nicken in Richtung ihrer Prinzessin und daraufhin ein Herüberrutschen, um der jungen Frau ein wenig Platz zu machen. Dass sie damit ihren Platz neben Naila aufgab, passte ihr ÜBERHAUPT nicht, doch was tat man nicht alles, um seine Prinzessin glücklich zu machen. Rajani erinnerte sich dunkel an ein Gespräch mit ihr, dass sie sich wünschte ein wenig mehr Kontakt zu den Frauen hier am Hof zu bekommen und ganz offenbar war Lady Acilius genau eine solche Frau.
Dass Rajani dabei jede Menge Krümel auf ihrem Platz zurückließ bekam sie natürlich nicht mit.
Für einen kurzen Augenblick zupfte das Gesprächsthema an ihrer Aufmerksamkeit, als es darum ging, dass Naila und Elithea gemeinsam musizieren wollte. Immerhin wäre das eine Gelegenheit zu Tanzen, auch wenn die Bewohner und Bewohnerinnen des Großkönigsland bislang nicht unbedingt mit Lebensfrohsinn und Leichtigkeit auf sich aufmerksam gemacht haben. In ihrer Heimat, in Matariyya, gab es an jeder Ecke eine junge Frau, in Schleier und Opium gehüllt, die sich langsam zu der hinreißenden Musik bewegte. Natürlich war auch Rajani das ein oder andere Mal unter diesen Frauen gewesen, liebte es, die gierigen Blicke der Männer zu sehen, wenn sie sie tanzen sahen... Doch sie wusste, dass Naila es nicht gerne hatte, wenn sie diesen Schleiertanz vollführte. Die Gründe hatte sie zwar in all' der Zeit nicht nachvollziehen können (obwohl sie sie ihr bestimmt schon hundert Mal erklärt hatte...), doch das war nicht wichtig. Wichtig war, dass es Naila nicht zusagte. Aber... Schleier um Frauen hat man hier wohl noch nie zu Gesicht bekommen, daher fiel das sowieso wohl flach. Den Männern würde wohl die Zunge aus dem Mund hängen, wenn sie Rajani so tanzen sehen würden. Das gab sicher keine guten Geschichten hinterher... Obwohl sie mittlerweile etwas zu spät dran war im Gespräch, gab sie natürlich trotzdem noch ihren Senf dazu: "Das Singen und Tanzen fehlt mir glaube ich am meisten. Es ist wunderschön im Sommerland, dass sich alle so frei fühlen und ihren Gefühlen freien Lauf lassen. Das müsstet ihr mit eigenen Augen sehen!".
Nachdem sie wieder bemerkte, wie weit ihre Gedanken abgedriftet waren, schnappte sie einen vielsagenden Blick von Naila auf. Schon den zweiten, den sie heute zugeworfen bekam. Im ersten Moment etwas verwirrt, weil sie dieses Mal nicht wusste, weswegen ihr diese Ehre zuteile wurde, verstand sie wenige Sekunden später (ehrlich gesagt erst, NACHDEM Naila gesprochen hatte), dass sich offenbar noch jemand anders zu ihnen gesellen wollte. Ein verspätetes unauffälliges Nicken in Richtung ihrer Prinzessin und daraufhin ein Herüberrutschen, um der jungen Frau ein wenig Platz zu machen. Dass sie damit ihren Platz neben Naila aufgab, passte ihr ÜBERHAUPT nicht, doch was tat man nicht alles, um seine Prinzessin glücklich zu machen. Rajani erinnerte sich dunkel an ein Gespräch mit ihr, dass sie sich wünschte ein wenig mehr Kontakt zu den Frauen hier am Hof zu bekommen und ganz offenbar war Lady Acilius genau eine solche Frau.
Dass Rajani dabei jede Menge Krümel auf ihrem Platz zurückließ bekam sie natürlich nicht mit.
