Dieses Forum nutzt Cookies
Dieses Forum verwendet Cookies, um deine Login-Informationen zu speichern, wenn du registriert bist, und deinen letzten Besuch, wenn du es nicht bist. Cookies sind kleine Textdokumente, die auf deinem Computer gespeichert sind; Die von diesem Forum gesetzten Cookies düfen nur auf dieser Website verwendet werden und stellen kein Sicherheitsrisiko dar. Cookies auf diesem Forum speichern auch die spezifischen Themen, die du gelesen hast und wann du zum letzten Mal gelesen hast. Bitte bestätige, ob du diese Cookies akzeptierst oder ablehnst.

Ein Cookie wird in deinem Browser unabhängig von der Wahl gespeichert, um zu verhindern, dass dir diese Frage erneut gestellt wird. Du kannst deine Cookie-Einstellungen jederzeit über den Link in der Fußzeile ändern.


Hail to the King, Hail to the One
20.09.1016 - 13:00
Arbeitszimmer des Großkönigs
Orpheus Castellanos *Augusto Castellanos

Land des Königs
*Augusto Castellanos
Land des Königs
Alter 56
Beruf Großkönig von Arcandas, König von Castandor
Wohnort King's Portal
Stand Verheiratet
User
#6
Wie verkrampft konnte man eigentlich sein? Orpheus musste durch und durch von Muskelkater durchzogen sein, so steif und angespannt wie er da vor dem Vater saß, während dieser in seinem Sitz eher majestätisch lungerte. War es daher denn ein Wunder, dass Augusto mit seinem Sohn so wenig anfangen konnte? Wann hatte er denn das letzte Mal fröhlich und befreit lächeln gesehen oder auch nur zufrieden und in sich ruhend schmunzeln? War Leandros, der ältere Bruder, dem Großkönig fast schon zu ähnlich - und damit für eine Thronfolge auch keine Hilfe - war Orpheus wie ein schwarzes Loch, das jeden Spaß und jeden Genuss freudlos verschluckte. Und Augusto hatte wirklich schon viel versucht, seiner Meinung nach zumindest, um den Sohn etwas aufzuheitern und ihm die Vorzüge des royalen Lebens schmackhaft zu machen. Was Orpheus allerdings an Lebensfreude zu fehlen schien, hatte Leandros offensichtlich in überschwänglichem Überfluss. Am Liebsten, wenn das denn ginge, wollte Augusto seine beiden Söhne zerkleinern, zusammen mischen, und aus dem Zuviel der beiden das perfekte Mittelmaß formen, einen Sohn, der sowohl Vergnügen als auch Verantwortung kannte und beides zur rechten Zeit an den Tag zu legen wusste. Aber ja, leider, das war nicht im Bereich der Möglichkeiten, selbst für einen Großkönig, also musste er sich mit den beiden Gegensätzen zufrieden geben, wohl oder übel.

Und dann musste Augusto dennoch schmunzeln, als Orpheus mit kläglich leiser Stimme Kritik am eigenen Vater äußerte. Na schau an! Hat der kleine Poet doch Schneid? Vielleicht war ja nicht alles verloren, vielleicht war die Ehe doch ein Vorteil an dem er wachsen und erwachsen werden konnte. Die heiße Wüstenblume würde ihm wohl sonst gar noch die Schreibfeder verbrennen mit ihrer sommerländischen Art! "Bravo, Sohn! Aber wenn du schon meinst mich kritisieren zu müssen, dann mach es das nächste Mal mit fester Stimme und sieh mir dabei in die Augen, sonst nimmt dich keiner ernst. Steh zu deiner Meinung, wenn du schon all deine wachen Augenblicke damit verbringst sie dir mühsam zu bilden." Heofader im Himmel, wunderte es wirklich irgendwen, wenn Augusto bei so einem Gesprächspartner zum Wein greifen musste? Dennoch, der Kelch in seinen Händen wurde weiterhin nur geschwenkt und nicht an die Lippen geführt, warum auch immer. Aber Orpheus stoische, spartanische Art verdarb ihm dem Durst. Dieser anklagende Blick war ja nicht auszuhalten! Aber ja, die neue Generation musste wohl immer die Ansichten, Eigenarten und Handlungsweisen der Vorgänger anzweifeln und sich dabei als allwissende Retter der Zukunft positionieren, und erkannten dabei nicht, dass ihr Wohlstand auf der Arbeit der Älteren fußte. Von sicherem und wohlgenährtem Stand ließ sich gut anklagen. Augusto kannte das, er war ja zugegebenermaßen wohl in seinen jungen Jahren ebenso engagiert und enthusiastisch die Welt aus den Angeln heben zu wollen. Er hätte wohl auch gern das Rad neu erfunden, bis er erkennen musste, dass man ein System nicht so leicht ändern konnte und die Rädchen, an denen es zu drehen galt, viel zu verworren waren, um auch wirklich alle Konsequenzen vorherzusehen. Außerdem konnte man es ohnehin nicht jedem Recht machen, daher musste er wohl auch schon früh lernen, dass er manchmal einfach der Böse sein 'musste'.

"Bitte wie willst du mit deiner Einstellung unsere Soldaten motivieren, wenn du selbst nicht einmal überzeugt bist?" musste Augusto dann doch ein wenig schnaufen und mit den Augen rollen. "Du hast keinerlei Feuer oder Elan, weder für dich selbst und schon gar nicht für unsere Truppen. Und ob du die richtigen Worte oder Rhetorik finden würdest, das vage ich auch zu bezweifeln." Orpheus dachte viel und schrieb davon wohl auch so einiges auf, aber Ansprachen oder Reden oder Diskussionen zu halten, sich durchzusetzen und andere zu überzeugen, damit hatte er noch nicht wirklich brilliert. "Da wäre dein Bruder eindeutig die bessere Wahl, der hat zumindest Charme und Charisma und kann Leute für sich gewinnen. Tut mir leid, aber daran musst du eindeutig noch arbeiten, wenn du irgendetwas produktives für unserer Familie erreichen willst. Und damit meine ich nicht die Publikation deiner gesammelten Gedicht-Werke." Orpheus hatte allerdings nicht Unrecht, was Leandros anging. "Über deinen Bruder zerbrich du dir nicht deinen Kopf. Er wird schon noch früh genug erkennen, dass auch für ihn die fetten Zeiten vorbei sind und er sich seinen Pflichten stellen muss. Seine Rechte hat er lang genug ausgenutzt." jetzt wäre eigentlich der passende Zeitpunkt für einen ordentlichen Schluck Wein, aber Augusto nahm nur einen tiefen Atemzug. "Konzentriere dich lieber darauf, was DU für diese Einheit tun kannst und wie du deine Ehefrau vielleicht nutzbringend einsetzen kannst. Sie muss genauso ihren Teil beisteuern." Sie hatten genug sommerländische Truppen im Lande, die es zu beherrschen und zu begeistern galt, schließlich kämpften sie für eine eigentlich fremde Sache und sollten besser nicht aus der Reihe fallen, schon gar nicht auf dem Schlachtfeld selbst.


"Herrschaftszeiten, Orpheus! Wenn du etwas zu sagen hast, sprich so, dass man dich auch versteht!" dieses Geflüster und Getuschle machte Augusto wahnsinnig. Und diese untertänige Ergebenheit ertrug Augusto noch viel schwerer, zeugte es doch von einer Leere und einer Antriebslosigkeit, die Augusto dem Sohn am liebsten aus dem Leib prügeln wollte. "Aber?" forderte er Orpheus nun deutlich heraus. "Du bist dir deiner Privilegien bewusst, gut so... aber? Da kommt doch noch was, also, raus mit der Sprache. Die Gelegenheit kriegst du vielleicht nur einmal, also, was verstehst du und bist doch blutleer wie ein Regenwurm? Verständnis sieht anders aus. Ich will Tatendrang und Initiative, nicht farblosen Gehorsam. Ich will Überzeugung und Feuer!" Gut so, dass der Sohn zusammen zuckte, vielleicht wachte er dann endlich auf. Aber wieder kam erst nur ein fast trotziges Aufmüpfen, wie von einem kleinen Kind, das beim Keksstehlen erwischt wurde. Und dann wieder nur ein duckmäuserisches Ergeben. Augusto konnte gar nicht so viel Seufzen, wie er gerne wollte. "Und was, liebster Sohn, denkst du, das nötig ist? Was willst du tun?" Vielleicht konnte er so ein wenig Leben in ihn hineinstacheln.
Neues Inplayzitat
Inplayzitat hinzufügen
Zitat
Folgendes Zitat wird als denkwürdiger Inplay-Moment eingetragen.
 


Nachrichten in diesem Thema
Hail to the King, Hail to the One - von Orpheus Castellanos - 30-11-2024, 20:27
RE: Hail to the King, Hail to the One - von Orpheus Castellanos - 12-01-2025, 18:34
RE: Hail to the King, Hail to the One - von Orpheus Castellanos - 11-03-2025, 21:37
RE: Hail to the King, Hail to the One - von *Augusto Castellanos - 31-03-2025, 23:03

Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste