08-04-2025, 11:10 - Wörter:
"Das klingt so, als würdet Ihr von meinem Vater sprechen", kommentierte sie mit kraus gezogener Stirn das Gesagte und richtete ihren Blick ebenfalls auf der flackernde Feuer. Wenig Empathie und mehr Kontrolle war eine perfekte Beschreibung des Familienoberhaupts der Henaghens. Automatisch kroch eine Gänsehaut über ihre Arme, als sie diese Feststellung machte. Irgendwie war ihr Vater zwar trotzdem ihre Familie und sie wäre sicher traurig, wenn er irgendwann das Zeitliche segnen würde, doch sie konnte spüren, wie sich die Fesseln seiner Gegenwart, die sich um das Herz der jungen Prinzessin gelegt hatten, bei dem Gedanken lockerten. Gleichzeitig folgte auch das schlechte Gewissen, immerhin redeten sie hier vom Tod des Vaters dreier Kinder. Voller Unbehagen trat sie von einem Fuß auf den Anderen. "Also falls Ihr ein paar Tipps für mich habt, wie man am besten mit so etwas umgeht, nehme ich sie sehr gerne entgegen", murmelte Muirín grinsend und ließ ihren Blick über die Gäste schweifen. Sie hatte keine Ahnung wo ihre Geschwister heute Abend waren, doch ehrlicherweise genoss sie die Zeit im Moment alleine. Es gab ständig etwas, was ihre Wünsche und ihr Glück überschattete, sei es ihr Bruder, der viel zu viel von ihrem gemeinsamen Vater geerbt hatte, als ihr lieb gewesen war, oder Ana, die sie gefühlt vor alles und jedem beschützen musste, weil sie viel zu gutgläubig war. Ihre Schwester hätte vielleicht sogar etwas mehr von ihrem Vater vertragen, sie war quasi das Abbild ihrer verstorbenen Mutter. "Bei mir war es die Mutter, die vor einigen verstarb. Allerdings war das ein sehr traurige Tag. Sie war ein wundervoller Mensch und wir haben sie alle sehr geliebt. Mein Vater hat es geschafft sie zügig zu ersetzen und ich glaube... dass ich ihm das bis heute nicht so richtig vergeben kann", erzählte sie frei von Sorgen und Ängsten. Sie fühlte sich wohl in der Gesellschaft des Fürsten und wollte das Vertrauen, das er ihr schenkte, gleichermaßen erwidern.
"Das tut mir sehr leid für Euch", antwortete sie auf seine Worte zu seiner Ehe und berührte ihm zaghaft am Ellenbogen, um ihr Mitleid zu verdeutlichen. "Leider ist eine solche Ehe keine Seltenheit, aber solange sie so etwas Wundervolles wie ein kleines Wunder hervorbringt, ist es vielleicht manchmal auszuhalten", sinnierte sie und sprach das aus, was sie sich selbst immer wieder einredete. Sie selbst würde auch bald heiraten müssen, besser gestern, als morgen, doch konnte sie sich mit dem Gedanken überhaupt nicht anfreunden. Sie wollte nicht gebunden sein, wollte ihre Freiheit genießen, so wie es die Männer an ihrer Stelle immer taten. Aber nur, weil sie eine Frau war, erlaubte man ihr das nicht. Nicht, dass sie sich tatsächlich an diese Verbote hielt, aber das durfte im besten Falle niemand wissen. "Wie ist es so?", fragte sie mit leiser Stimme und beugte sich ein wenig näher zu dem jungen Mann. "Ich meine... Verheiratet zu sein?".
"Das tut mir sehr leid für Euch", antwortete sie auf seine Worte zu seiner Ehe und berührte ihm zaghaft am Ellenbogen, um ihr Mitleid zu verdeutlichen. "Leider ist eine solche Ehe keine Seltenheit, aber solange sie so etwas Wundervolles wie ein kleines Wunder hervorbringt, ist es vielleicht manchmal auszuhalten", sinnierte sie und sprach das aus, was sie sich selbst immer wieder einredete. Sie selbst würde auch bald heiraten müssen, besser gestern, als morgen, doch konnte sie sich mit dem Gedanken überhaupt nicht anfreunden. Sie wollte nicht gebunden sein, wollte ihre Freiheit genießen, so wie es die Männer an ihrer Stelle immer taten. Aber nur, weil sie eine Frau war, erlaubte man ihr das nicht. Nicht, dass sie sich tatsächlich an diese Verbote hielt, aber das durfte im besten Falle niemand wissen. "Wie ist es so?", fragte sie mit leiser Stimme und beugte sich ein wenig näher zu dem jungen Mann. "Ich meine... Verheiratet zu sein?".
