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Im Auge des Sturms

FACING
THE
STORM

Tritt ein in eine düstere Welt aus Macht, Verrat und alten Schwüren.

Thema

And through the clouds, I see love shine

Linearer Modus
Szeneninformationen
Charaktere
Szeneneinstellung
feste Postreihenfolge
Datum
10. Oktober 1016
Ort
Palast der Castellanos
Tageszeit
16:00
#4
Orpheus ließ die Flut an Worten zunächst über sich hinwegspülen wie eine lauwarme Sommerdusche, die man nicht bestellt hatte, die aber auch nicht unangenehm war. Rajani war lebendig, das war offensichtlich. Und unübersehbar. Er hatte kaum Zeit gehabt, einzuordnen, was sie sagte, geschweige denn zu antworten, bevor sie ihn schon am Arm genommen und halb in Richtung der Gärten bugsiert hatte.

Seine ersten Instinkte schrien nach Zurückhaltung – es widersprach allem, was man ihm über Etikette, höfischen Abstand und die notwendige Würde eines Prinzen beigebracht hatte, sich einfach so von einer jungen Frau, vor allem einer "Dienerin", durch die Korridore führen zu lassen, noch dazu von einer, die ihn eben noch wortwörtlich über den Haufen gerannt hatte. Aber dann, fast unwillkürlich, entspannte er sich ein wenig. Rajanis Art war wie ein warmer Sommerwind, der Fenster aufriss, von denen man gar nicht wusste, dass sie zu waren.

„Wenn ich ehrlich bin, hatte ich nicht wirklich ein Ziel“, antwortete er schließlich, während er sich ihrem Schritt anpasste. „Ich wollte nur einen Moment frische Luft schnappen. Die Gärten erscheinen mir da gerade als der beste Ort.“ Sein Blick glitt zu ihr, musterte sie kurz, ohne dass es unhöflich wirkte. Ihre Energie war ansteckend – und gleichzeitig fragte er sich, wie jemand mit so viel Feuer sich freiwillig in den Schatten einer Prinzessin stellte, ganz gleich wie nah sie einander standen. Vielleicht war es keine Unterordnung, sondern Loyalität. Eine andere Art von Stärke.

„Es freut mich zu hören, dass es der Prinzessin gut geht. Sie hat viel für mich getan in der letzten Zeit. Mehr, als ich in Worte fassen kann.“ Es lag ein warmer Ton in seiner Stimme, wenn er von Naila sprach. Nicht überschwänglich, dafür war Orpheus zu zurückhaltend, ihre Verbindung noch zu frisch und er kannte sie noch zu wenig, aber es war ehrlich gemeint. Und immer, wenn er an seine frischgebackene Ehefrau dachte, breitete sich ein warmes Gefühl in seinem Bauch aus. Orpheus’ Blick glitt kurz über die kunstvoll verzierten Säulen entlang des Korridors, ehe er sich wieder Rajani zuwandte – sanft, höflich, mit einer feinen Nuance von Sorge in seinem Tonfall.

„Ich hoffe, die Kopfschmerzen sind wirklich nur flüchtig und sie gönnt sich die Ruhe“, sagte er leise, fast so, als wollte er das Wort Ruhe nicht zu laut in den Abend sprechen, um es nicht gleich wieder zu vertreiben. Einen Moment schwieg er, als müsse er den nächsten Gedanken erst abwägen, dann fuhr er fort, diesmal mit leiser Entschlossenheit: „Meinst du, ich sollte nach ihr sehen? Oder glaubst du, sie würde den Abend lieber für sich verbringen?“ Er sah Rajani fragend an – nicht fordernd, sondern ehrlich interessiert. Es war deutlich, dass er sich Gedanken machte, aber auch, dass er nicht unangemessen drängen wollte. „Ich würde ihr gern beistehen, wenn sie es möchte. Aber ich respektiere es auch, wenn sie lieber allein oder nur mit dir zusammen sein möchte.“ Es war keine hohle Höflichkeit. Vielmehr sprach darin jene stille Rücksicht, die Orpheus so oft gezeigt hatte – und die ihn, ganz ohne Pomp oder Pathos, wie einen echten Prinzen wirken ließ. Er ließ einen Moment vergehen, während sie an einer Biegung des Weges vorbei in Richtung der abendlich beleuchteten Gartenanlage traten. Die Luft war frisch, das Licht weich, und für einen Moment ließ die Welt ihre Anspannung los.
„Und was ist mit dir? … Rajani, nicht wahr?“ Er ließ ihren Namen mit sanfter Bestätigung in der Luft stehen. „Hast du dich gut in Castandor eingelebt?“ Seine Stimme war ruhig, weiterhin von ehrlichem Interesse getragen. „Es ist ein fremdes Land, das verstehe ich. Und ich weiß, wir machen es Fremden nicht immer leicht.“ Der Prinz warf Rajani einen flüchtigen Seitenblick zu. „Ich hoffe, man begegnet dir hier mit der gleichen Wärme, wie du sie uns entgegenbringst.“
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Nachrichten in diesem Thema
And through the clouds, I see love shine - von Rajani Parikh - 11-03-2025, 15:12
RE: And through the clouds, I see love shine - von Orpheus Castellanos - 22-03-2025, 23:24
RE: And through the clouds, I see love shine - von Rajani Parikh - 26-03-2025, 14:43
RE: And through the clouds, I see love shine - von Orpheus Castellanos - 18-04-2025, 17:20
RE: And through the clouds, I see love shine - von Rajani Parikh - 13-05-2025, 16:12