20-04-2025, 04:57 - Wörter:
Ein solcher Tag war einer unter Hunderten, und er wäre wahrscheinlich nie passiert, wenn Naila nicht die Initiative ergriffen hätte. Nachdem Orpheus genesen war, bekamen sie sich kaum noch tagsüber zu Gesicht, musste er seine pausierten Aufgaben doch allesamt nachholen. Ein Krieg wartete nicht, dem waren sich beide bewusst, wenn sie abends bei Kerzenlicht und einer Partie Schach von ihren Eindrücken berichteten und Naila ihn stets sanft dazu ermutigte, seine Sorgen mit ihr zu teilen. Was Orpheus brauchte, war ein wenig Ablenkung von seinen königlichen Pflichten; so wie Naila nur auf die Gelegenheit wartete, endlich genug Adel zusammen zu klauben und sich Zutritt in ihre Ränge zu verschaffen.
Natürlich hatte sie sorgfältig ausgewählt, wen sie zu dem Spielenachmittag einlud. Unter den Eingeladenen befand sich nicht nur ihre neue Verwandtschaft, die junge Generation der Castellanos, sondern auch die beiden anwesenden Fürstensöhne, Aurora, Marcella und Naevia. Stavros, so wie seine beiden Schwestern Elexis und Amarantha hatten ebenfalls eine Einladung erhalten, auch wenn die beiden sich aufgrund einer Krankheit entschuldigt hatten. Dass ihre Gesellschafterin Teil des Nachmittags waren, stand natürlich außer Frage - sie hatte Naila persönlich gefragt und eingeladen.
So stand sie also hier, auf einer Treppenstufe vor dem im Rasen angelegten Feld, mit zwei Problemen konfrontiert: Erstens, ihr war nie wohl dabei, von so vielen Menschen umgeben zu sein. Sie tat ihr bestes, ihre Nervosität hinter ihrem Lächeln zu verstecken und glaubte auch daran, dass die meisten ihr die sanfte, gute Laune abnahmen, aber es kostete sie gehörig an Kraft, das Lächeln aufrecht zu halten. Womöglich trug das zweite Problem eine gute Portion dazu bei: Naila war nie sonderlich geschickt in Spielen. Wenn man es so nehmen mochte, dann vermied sie solche sogar, weil sie sich nicht traute, sie auszuprobieren. Sie hatte Angst davor, einen Fehler zu machen und ausgelacht zu werden - wenn ihre Geschwister im Garten spielten, hatte sie meist mehr Spaß am Zusehen gefunden. Jetzt, mit einem Schläger in der Hand, erwischte sie sich dabei, wie sie lieber mit etwas Abstand den Überblick über die Situation behielt und nur zögerlich an den Ball trat, wenn sie am Zug war. Ihr letzter Schlag war bestenfalls mit einer kleinen Windbrise zu vergleichen, hatte sich der Ball etwa zwei Meter weit bewegt.
Orpheus an ihrer Seite gab ihr tatsächlich eine Sicherheit, die sie so nicht erwartet hätte, und Rajanis Kommentar mit ihren wackelnden Augenbrauen ließ ein Stück Ehrlichkeit in Nailas Lächeln zurückkehren. “Vielleicht, wie wir dich davon abhalten können, der armen Lady Acilius ihre Punkte zu nehmen. Sie hat sich ihren Fortschritt so hart erarbeitet.” Mit einem innerlichen Seufzen blickte sie auf das Feld vor sich, während Marcella ihren Zug antrat und ihren Ball mit Bravo aus dem Feld schlug. Andere freuten sich darüber, allen voran Naevia, aber Naila nahm nur ihren Rock in die Hand, um das Feld zu ihrem Ball zu überqueren, der mittlerweile am weitesten entfernt vom Ziel war. Wie sie nur hoffte, dass Orpheus ihr den Schläger abnehmen und für sie schlagen würde…
Natürlich hatte sie sorgfältig ausgewählt, wen sie zu dem Spielenachmittag einlud. Unter den Eingeladenen befand sich nicht nur ihre neue Verwandtschaft, die junge Generation der Castellanos, sondern auch die beiden anwesenden Fürstensöhne, Aurora, Marcella und Naevia. Stavros, so wie seine beiden Schwestern Elexis und Amarantha hatten ebenfalls eine Einladung erhalten, auch wenn die beiden sich aufgrund einer Krankheit entschuldigt hatten. Dass ihre Gesellschafterin Teil des Nachmittags waren, stand natürlich außer Frage - sie hatte Naila persönlich gefragt und eingeladen.
So stand sie also hier, auf einer Treppenstufe vor dem im Rasen angelegten Feld, mit zwei Problemen konfrontiert: Erstens, ihr war nie wohl dabei, von so vielen Menschen umgeben zu sein. Sie tat ihr bestes, ihre Nervosität hinter ihrem Lächeln zu verstecken und glaubte auch daran, dass die meisten ihr die sanfte, gute Laune abnahmen, aber es kostete sie gehörig an Kraft, das Lächeln aufrecht zu halten. Womöglich trug das zweite Problem eine gute Portion dazu bei: Naila war nie sonderlich geschickt in Spielen. Wenn man es so nehmen mochte, dann vermied sie solche sogar, weil sie sich nicht traute, sie auszuprobieren. Sie hatte Angst davor, einen Fehler zu machen und ausgelacht zu werden - wenn ihre Geschwister im Garten spielten, hatte sie meist mehr Spaß am Zusehen gefunden. Jetzt, mit einem Schläger in der Hand, erwischte sie sich dabei, wie sie lieber mit etwas Abstand den Überblick über die Situation behielt und nur zögerlich an den Ball trat, wenn sie am Zug war. Ihr letzter Schlag war bestenfalls mit einer kleinen Windbrise zu vergleichen, hatte sich der Ball etwa zwei Meter weit bewegt.
Orpheus an ihrer Seite gab ihr tatsächlich eine Sicherheit, die sie so nicht erwartet hätte, und Rajanis Kommentar mit ihren wackelnden Augenbrauen ließ ein Stück Ehrlichkeit in Nailas Lächeln zurückkehren. “Vielleicht, wie wir dich davon abhalten können, der armen Lady Acilius ihre Punkte zu nehmen. Sie hat sich ihren Fortschritt so hart erarbeitet.” Mit einem innerlichen Seufzen blickte sie auf das Feld vor sich, während Marcella ihren Zug antrat und ihren Ball mit Bravo aus dem Feld schlug. Andere freuten sich darüber, allen voran Naevia, aber Naila nahm nur ihren Rock in die Hand, um das Feld zu ihrem Ball zu überqueren, der mittlerweile am weitesten entfernt vom Ziel war. Wie sie nur hoffte, dass Orpheus ihr den Schläger abnehmen und für sie schlagen würde…
