25-04-2025, 13:48 - Wörter:
"Du hast dich verändert."
In ihrem Tonfall lag ein Gewicht, das sich nicht so leicht einordnen ließ. Ihr Blick verriet nichts: kein Lob, kein Tadel. Offen blieb, ob sie die Veränderung als Gewinn oder Verlust betrachtete.
Doch Caeus, gezeichnet von den Jahren, die nun schwer und stolz auf seinem Rücken ruhten, hatte längst gelernt, sich nicht mehr von den Urteilen anderer tragen oder verzerren zu lassen. Was einst wie ein Sturm durch ihn gefahren wäre, war nun kaum mehr als der müde Flügelschlag eines Schmetterlings – ein Hauch, der die Luft bewegte, aber nichts in ihm. "Das hat die Zeit so an sich, sie verändert einen.", ein halbes Lächeln zupfte an seinen Mundwinkeln.
Vanja mochte denken, was sie wollte. Er war in sich ruhend geworden, ein Fels statt eines reißenden Flusses. Die Zweifel, die ihn früher gequält hatten, waren zu Kieseln geworden, glatt geschliffen und bedeutungslos. Er war, wer er war – und er stand zu sich. Ebenso wie Vanja zu sich stand, in ihrer Verzweiflung und ihrem unstillbaren Drang zu gefallen. Er konnte es in ihren Bewegungen und Gesten erkennen, die nicht so beiläufig wirkten wie sie vermutlich angedacht waren. Sie war nun einmal auffällig unauffällig.
Dass Keeran ihr Ehemann war, war keine unwichtige Information. Caeus strich sich langsam über das stoppelige Kinn, eine nachdenkliche Geste, die mehr über seine Gedanken verriet, als er aussprach.
Sie waren Geschäftspartner – und er hielt es nicht für klug, in den Teichen seiner sogenannten Geschäftsfreunde zu fischen. Das hatte er sich abgewöhnt. Nicht aus Angst, sondern aus Prinzip. Gegenseitiger Respekt bedeutete ebenso viel wie das stille Einverständnis, bestimmte Grenzen niemals zu überschreiten.
Ihr Angebot kam wenig überraschend, aber Caeus schüttelte nur leicht den Kopf. "Manche Geschichten sollten Geschichten bleiben, Vanja."
Seine Stimme war ruhig, fast weich, und doch lag darin ein endgültiger Ton. Mit zwei Fingern – Zeige- und Mittelfinger – tippte er kurz auf die Tischkante, dann erhob er sich langsam.
Er wollte die Situation nicht überstrapazieren. Nicht, weil es ihm an Mut fehlte, sondern weil er wusste, wann es besser war, Dinge unausgesprochen zu lassen – und sie vor einer weiteren Zurückweisung zu bewahren. Vielleicht fand sie ihr Glück ja noch heute Nacht – in den Armen eines anderen.
"Ich fand es schön, dich mal wiederzusehen. Ich wünsche dir alles Gute."
Und das war nicht einmal gelogen. Das meinte er wirklich.
In ihrem Tonfall lag ein Gewicht, das sich nicht so leicht einordnen ließ. Ihr Blick verriet nichts: kein Lob, kein Tadel. Offen blieb, ob sie die Veränderung als Gewinn oder Verlust betrachtete.
Doch Caeus, gezeichnet von den Jahren, die nun schwer und stolz auf seinem Rücken ruhten, hatte längst gelernt, sich nicht mehr von den Urteilen anderer tragen oder verzerren zu lassen. Was einst wie ein Sturm durch ihn gefahren wäre, war nun kaum mehr als der müde Flügelschlag eines Schmetterlings – ein Hauch, der die Luft bewegte, aber nichts in ihm. "Das hat die Zeit so an sich, sie verändert einen.", ein halbes Lächeln zupfte an seinen Mundwinkeln.
Vanja mochte denken, was sie wollte. Er war in sich ruhend geworden, ein Fels statt eines reißenden Flusses. Die Zweifel, die ihn früher gequält hatten, waren zu Kieseln geworden, glatt geschliffen und bedeutungslos. Er war, wer er war – und er stand zu sich. Ebenso wie Vanja zu sich stand, in ihrer Verzweiflung und ihrem unstillbaren Drang zu gefallen. Er konnte es in ihren Bewegungen und Gesten erkennen, die nicht so beiläufig wirkten wie sie vermutlich angedacht waren. Sie war nun einmal auffällig unauffällig.
Dass Keeran ihr Ehemann war, war keine unwichtige Information. Caeus strich sich langsam über das stoppelige Kinn, eine nachdenkliche Geste, die mehr über seine Gedanken verriet, als er aussprach.
Sie waren Geschäftspartner – und er hielt es nicht für klug, in den Teichen seiner sogenannten Geschäftsfreunde zu fischen. Das hatte er sich abgewöhnt. Nicht aus Angst, sondern aus Prinzip. Gegenseitiger Respekt bedeutete ebenso viel wie das stille Einverständnis, bestimmte Grenzen niemals zu überschreiten.
Ihr Angebot kam wenig überraschend, aber Caeus schüttelte nur leicht den Kopf. "Manche Geschichten sollten Geschichten bleiben, Vanja."
Seine Stimme war ruhig, fast weich, und doch lag darin ein endgültiger Ton. Mit zwei Fingern – Zeige- und Mittelfinger – tippte er kurz auf die Tischkante, dann erhob er sich langsam.
Er wollte die Situation nicht überstrapazieren. Nicht, weil es ihm an Mut fehlte, sondern weil er wusste, wann es besser war, Dinge unausgesprochen zu lassen – und sie vor einer weiteren Zurückweisung zu bewahren. Vielleicht fand sie ihr Glück ja noch heute Nacht – in den Armen eines anderen.
"Ich fand es schön, dich mal wiederzusehen. Ich wünsche dir alles Gute."
Und das war nicht einmal gelogen. Das meinte er wirklich.
