10-05-2025, 14:39 - Wörter:
Schon komisch, diese Sommerländer. Da hielten sie irgendwie zueinander, aber auch nur widerwillig, und irgendwie wehte von dem Soldaten ein ganz merkwürdiger Wind, mit dem Aurelia nicht wirklich etwas anfangen konnte. Er war ihr zu ernst, zu distanziert, mit einem Hauch von Abneigung, die sie ihrer Meinung nach nicht verdient hatte. Hey, sie mussten alle zuerst an ihre eigenen Familien denken; wenn Aurelia anfing, für jeden dahergelaufenen Dieb Mitleid zu empfinden, dann würde sie ihr Familiengeschäft mit eigenen Händen in den Ruin ziehen. “Geld ist Geld, oder nicht?”, zuckte sie also die Schultern, während ihr Blick abschätzend auf dem Soldaten verweilte, als würde sie überlegen, ob er bluffte oder nicht. Im Zweifelsfall würde sich das gleich herausstellen, wenn sie mit dem blinden Passagier fertig war.
“Warte hier, bis ich wieder zurück bin.” Ein Seufzen unterdrückend (nur, weil sie gegenüber eines Soldaten nicht ganz unhöflich sein wollte, obwohl der inneren Aurelia danach zumute war, sich theatralisch auf den Boden zu werfen), deutete sie dem Fassdieb an, hinter ihr her zu watscheln.
Es dauerte keine fünfzehn Minuten, bis sie alleine wieder aus der Kammer erschien, die Laune nur einen Deut schlechter, weil sie sich mit Eudokimus und seinem unlustigen Humor hatte herumschlagen müssen. So stellte sie sich einen Geschäftsmorgen nicht vor; vermutlich fragten sich ihre Eltern schon, wo sie blieb und ob sie auf dem Weg nicht doch von einem Piraten aufgegabelt wurde. Schön wärs, hm? Stattdessen hatte Aurelia noch dieses Problem zu regeln, weshalb sie nun ihre Hand ausstreckte. “Dein Geselle wartet drinnen auf dich. Du musst noch unterschreiben, dass du für ihn bürgst, aber gib mir vorher das Geld.” Fordernd deutete sie eine Handgeste an, die Eile bedeutete. Sicher würde sie nicht nochmal mitkommen. Mit ihrem halben Geduldsfaden wartete sie, bis das Gewicht der Münzen in ihren Händen lag, dann ließ sich sogar ein kleines Lächeln auf ihren Mundwinkeln blicken. “Danke. Dein Landsmann weiß die Geste sicher auch zu schätzen.” Schweres, braunes Haar fiel ihr über den Rücken, als sie sich umdrehte und den bezahlten Tagelöhner anwies, den Karren zur Taverne zu schieben.
Ende
“Warte hier, bis ich wieder zurück bin.” Ein Seufzen unterdrückend (nur, weil sie gegenüber eines Soldaten nicht ganz unhöflich sein wollte, obwohl der inneren Aurelia danach zumute war, sich theatralisch auf den Boden zu werfen), deutete sie dem Fassdieb an, hinter ihr her zu watscheln.
Es dauerte keine fünfzehn Minuten, bis sie alleine wieder aus der Kammer erschien, die Laune nur einen Deut schlechter, weil sie sich mit Eudokimus und seinem unlustigen Humor hatte herumschlagen müssen. So stellte sie sich einen Geschäftsmorgen nicht vor; vermutlich fragten sich ihre Eltern schon, wo sie blieb und ob sie auf dem Weg nicht doch von einem Piraten aufgegabelt wurde. Schön wärs, hm? Stattdessen hatte Aurelia noch dieses Problem zu regeln, weshalb sie nun ihre Hand ausstreckte. “Dein Geselle wartet drinnen auf dich. Du musst noch unterschreiben, dass du für ihn bürgst, aber gib mir vorher das Geld.” Fordernd deutete sie eine Handgeste an, die Eile bedeutete. Sicher würde sie nicht nochmal mitkommen. Mit ihrem halben Geduldsfaden wartete sie, bis das Gewicht der Münzen in ihren Händen lag, dann ließ sich sogar ein kleines Lächeln auf ihren Mundwinkeln blicken. “Danke. Dein Landsmann weiß die Geste sicher auch zu schätzen.” Schweres, braunes Haar fiel ihr über den Rücken, als sie sich umdrehte und den bezahlten Tagelöhner anwies, den Karren zur Taverne zu schieben.
