11-05-2025, 15:55 - Wörter:
Wollte Ivar sich mit einer wütenden Mutter beschäftigen? Nein. Wollte er als Kopfgeld enden? Nein. Wollte er ein Kind zum Weinen bringen? Bei Heofaders Eiern, bewahre dieses nervige Geschrei. Wenn es nach ihm ging, dann könnten sie eben genau jetzt einen Strich ziehen, so von wegen Du gehst deinen Weg, ich meinen, und er hätte keine Entscheidungen treffen müssen, die er auf die ein oder andere Art sicher bereuen würde. Ivar wollte diese Winterländerin nicht weiter ansehen, weil sie etwas in ihm wach rüttelte, was lange geschlafen hatte; dieses eklige Gefühl von Abhängigkeit. Hilflosigkeit. Beißende Kälte und eine strenge, unnachgiebige Stimme, von der Kälte der Wälder spitz geschliffen, dass es das Herz eines kleinen Jungen brach. Immer und immer wieder.
Er hasste das Winterland und seine Bewohner.
Er hasste es, mit ihnen konfrontiert zu werden.
Er hasste es, an eine Vergangenheit erinnert zu werden, die er längst begraben hatte.
Und doch brauchte es nur die Stimme und diesen einen, schneidenden Ton, von dem sich seine Nackenhaare aufstellten.
Ivar blieb stehen, der Frau den Rücken zugewandt, die sich so verdächtig nach Marta Lorenson anhörte. Wie schwach und lächerlich, dass er Angst hatte, sich umzudrehen und mit dem Schatten seiner Vergangenheit zu konfrontieren - er, der Gefahren und dem Tod selbst ins Gesicht lachte. Für einen langen Moment war er unentschlossen, was er tun sollte. Seine Hände ballte sich zur Faust, entballte sich wieder, seine Schultern waren angespannt. Er war sich dem Treiben um ihn herum kaum noch bewusst und die Sonne hinterließ keine Wärme auf seiner Haut. Was er spürte, waren die Gefühle eines Jungen, der gerade alt genug war, um das Blut seiner Familie an den Händen kleben zu haben, vor dem Gericht zu fliehen und die Seele zurückzulassen, die er zu beschützen geschworen hatte.
Als wäre er an Ort und Stelle gefroren, drehte Ivars Körper sich schwerfällig um die eigene Achse, halb der Gestalt und dem Kind zugewandt, halb bereit, auszureißen. Was sollte er fühlen, wenn er sich nun genau der kleinen Seele gegenüber sah, seiner kleinen Schwester, die ihn wiedererkannte und ihn für all die Wut verantwortlich machte, die über ihr Gesicht zuckte? Er hatte seine Vergangenheit in Eis und Schnee gelassen und alles dafür getan, nicht mehr der Junge zu sein, der von Schatten zerfressen nur Rot gesehen hatte.
“Sanna”, sprach er schließlich, die Stimme bebend unter der Anspannung, unter Wut, Trauer, dem ekligen Beigeschmack von Schwäche. Denn vor ihr war er nur der große Bruder, der das Unsagbare getan und sich von ihr abgewandt hatte.
Er hasste das Winterland und seine Bewohner.
Er hasste es, mit ihnen konfrontiert zu werden.
Er hasste es, an eine Vergangenheit erinnert zu werden, die er längst begraben hatte.
Und doch brauchte es nur die Stimme und diesen einen, schneidenden Ton, von dem sich seine Nackenhaare aufstellten.
Ivar blieb stehen, der Frau den Rücken zugewandt, die sich so verdächtig nach Marta Lorenson anhörte. Wie schwach und lächerlich, dass er Angst hatte, sich umzudrehen und mit dem Schatten seiner Vergangenheit zu konfrontieren - er, der Gefahren und dem Tod selbst ins Gesicht lachte. Für einen langen Moment war er unentschlossen, was er tun sollte. Seine Hände ballte sich zur Faust, entballte sich wieder, seine Schultern waren angespannt. Er war sich dem Treiben um ihn herum kaum noch bewusst und die Sonne hinterließ keine Wärme auf seiner Haut. Was er spürte, waren die Gefühle eines Jungen, der gerade alt genug war, um das Blut seiner Familie an den Händen kleben zu haben, vor dem Gericht zu fliehen und die Seele zurückzulassen, die er zu beschützen geschworen hatte.
Als wäre er an Ort und Stelle gefroren, drehte Ivars Körper sich schwerfällig um die eigene Achse, halb der Gestalt und dem Kind zugewandt, halb bereit, auszureißen. Was sollte er fühlen, wenn er sich nun genau der kleinen Seele gegenüber sah, seiner kleinen Schwester, die ihn wiedererkannte und ihn für all die Wut verantwortlich machte, die über ihr Gesicht zuckte? Er hatte seine Vergangenheit in Eis und Schnee gelassen und alles dafür getan, nicht mehr der Junge zu sein, der von Schatten zerfressen nur Rot gesehen hatte.
“Sanna”, sprach er schließlich, die Stimme bebend unter der Anspannung, unter Wut, Trauer, dem ekligen Beigeschmack von Schwäche. Denn vor ihr war er nur der große Bruder, der das Unsagbare getan und sich von ihr abgewandt hatte.
