31-05-2025, 16:26 - Wörter:
“Wen hast du gefickt, dass es braune Haare hat.”
Sannas Augen weiteten sich. Für einen flüchtigen Moment wünschte sie, sie wäre einfach weitergegangen. Dass sie ihn nicht erkannt, ihn gar nicht erst gesehen hätte. Aber es war zu spät. Ein Reflex, roh und ungebremst löste sich in ihrem Körper. Zorn flackerte in ihrem Blick auf – scharf, lautlos, plötzlich. Ihre Hand schnellte vor, und im nächsten Augenblick klatschte eine Ohrfeige gegen die Wange ihres Bruders. Ein dumpfer Schmerz breitete sich auf Sannas Handfläche aus, brannte bis in den Arm hinauf. Mit der anderen Hand umfasste sie instinktiv die kleine, warme Faust ihrer Tochter – ein wenig fester als nötig. Vielleicht hätten Ivars Worte sie nicht so tief getroffen, wenn die Umstände andere gewesen wären. Wenn Leif nicht der Vater ihres Kindes wäre – sondern ein Mann, den sie vorher geheiratet hätte.
"Niemanden." Natürlich war das eine Lüge. Und unlogisch. Natürlich hatte sie Leif gefickt. Und er sie. Aber es war leichter, ihn als Niemanden zu bezeichnen, als seinen Namen auszusprechen. Zumal es ohnehin unklug wäre, laut zu sagen, wer Valdas Vater war. Es war ihr Geheimnis. Ein gut gehütetes, stilles Stück Wahrheit. Etwas, das ihr gehörte. Nur ihr. Etwas von Leif – das sie nicht teilen musste. Mit niemandem.
Valda spürte die angespannte Stimmung zwischen den Erwachsenen und trat kurzerhand Ivar gegen das Schienbein. Während Sanna mühsam die Tränen des Zorns zurückhielt, die sich ihren Weg bahnen wollten, konnte sie nicht anders, als plötzlich zu lachen. Zuerst leise, zaghaft – und dann immer klarer. "Weißt du...", begann sie, während sie sich mit dem Ärmel – alles andere als ladylike – die tränenfeuchten Wangen abwischte. "... unter allen Fragen, die ich mir vorstellen konnte, die du mir stellen würdest, wenn wir uns jemals wiedersehen..." Ein weiteres Lachen brach aus ihr heraus – kurz, gepresst, beinahe atemlos. "... kommt ausgerechnet diese." Sie schüttelte den Kopf, halb ungläubig, halb belustigt. "Das ist wirklich ein neuer Tiefpunkt. Noch einer, in dieser ganzen absurden Kette der letzten Monate." Ihre Worte hätten vorwurfsvoll klingen können – hätten es vermutlich auch, wenn sie dabei nicht gelacht hätte.
Sannas Augen weiteten sich. Für einen flüchtigen Moment wünschte sie, sie wäre einfach weitergegangen. Dass sie ihn nicht erkannt, ihn gar nicht erst gesehen hätte. Aber es war zu spät. Ein Reflex, roh und ungebremst löste sich in ihrem Körper. Zorn flackerte in ihrem Blick auf – scharf, lautlos, plötzlich. Ihre Hand schnellte vor, und im nächsten Augenblick klatschte eine Ohrfeige gegen die Wange ihres Bruders. Ein dumpfer Schmerz breitete sich auf Sannas Handfläche aus, brannte bis in den Arm hinauf. Mit der anderen Hand umfasste sie instinktiv die kleine, warme Faust ihrer Tochter – ein wenig fester als nötig. Vielleicht hätten Ivars Worte sie nicht so tief getroffen, wenn die Umstände andere gewesen wären. Wenn Leif nicht der Vater ihres Kindes wäre – sondern ein Mann, den sie vorher geheiratet hätte.
"Niemanden." Natürlich war das eine Lüge. Und unlogisch. Natürlich hatte sie Leif gefickt. Und er sie. Aber es war leichter, ihn als Niemanden zu bezeichnen, als seinen Namen auszusprechen. Zumal es ohnehin unklug wäre, laut zu sagen, wer Valdas Vater war. Es war ihr Geheimnis. Ein gut gehütetes, stilles Stück Wahrheit. Etwas, das ihr gehörte. Nur ihr. Etwas von Leif – das sie nicht teilen musste. Mit niemandem.
Valda spürte die angespannte Stimmung zwischen den Erwachsenen und trat kurzerhand Ivar gegen das Schienbein. Während Sanna mühsam die Tränen des Zorns zurückhielt, die sich ihren Weg bahnen wollten, konnte sie nicht anders, als plötzlich zu lachen. Zuerst leise, zaghaft – und dann immer klarer. "Weißt du...", begann sie, während sie sich mit dem Ärmel – alles andere als ladylike – die tränenfeuchten Wangen abwischte. "... unter allen Fragen, die ich mir vorstellen konnte, die du mir stellen würdest, wenn wir uns jemals wiedersehen..." Ein weiteres Lachen brach aus ihr heraus – kurz, gepresst, beinahe atemlos. "... kommt ausgerechnet diese." Sie schüttelte den Kopf, halb ungläubig, halb belustigt. "Das ist wirklich ein neuer Tiefpunkt. Noch einer, in dieser ganzen absurden Kette der letzten Monate." Ihre Worte hätten vorwurfsvoll klingen können – hätten es vermutlich auch, wenn sie dabei nicht gelacht hätte.
