Dieses Forum nutzt Cookies
Dieses Forum verwendet Cookies, um deine Login-Informationen zu speichern, wenn du registriert bist, und deinen letzten Besuch, wenn du es nicht bist. Cookies sind kleine Textdokumente, die auf deinem Computer gespeichert sind; Die von diesem Forum gesetzten Cookies düfen nur auf dieser Website verwendet werden und stellen kein Sicherheitsrisiko dar. Cookies auf diesem Forum speichern auch die spezifischen Themen, die du gelesen hast und wann du zum letzten Mal gelesen hast. Bitte bestätige, ob du diese Cookies akzeptierst oder ablehnst.

Ein Cookie wird in deinem Browser unabhängig von der Wahl gespeichert, um zu verhindern, dass dir diese Frage erneut gestellt wird. Du kannst deine Cookie-Einstellungen jederzeit über den Link in der Fußzeile ändern.


Way down we go
08.10.1016 - 10:45
Kenmara Festung und Stallungen
Cathal Fraser Moira Fraser

Unregistered
Moira Fraser
Alter
Beruf
Wohnort
Stand
User
#10
Moira spürte, wie sich sein Atem an ihrem Haar verlor, warm und schwer. Wie oft hatte sie sich in den letzten Tagen nach genau diesem Moment gesehnt – nach einer Nähe, die nicht durch höfliche Distanz oder speichelleckendes Pflichtgefühl vergiftet war. Jetzt war er endlich wieder da, bei ihr. Und sie wagte kaum, sich zu rühren, als könnte jede Bewegung diesen zerbrechlichen Frieden vertreiben.

Seine Worte – dass sie noch immer wie früher roch – trafen sie wie ein unerwartetes Echo. Auch für sie hatte er sich nie verändert. Nicht wirklich. Trotz seines Rückzugs, in all dem Schweigen, in all der emotionalen Entfernung war es immer er gewesen, der in ihren Gedanken Heimat war. Ihre Fingern hielten ihn fest, als wollten sie ihn vor der Welt bewahren, vor der Zeit selbst. Und doch wusste sie, dass genau diese Zeit ihnen nun gnadenlos im Nacken saß. Dass sie ihnen schon viel zu viel geraubt hatte.

Ein leiser Stich fuhr ihr durchs Herz. Sie hatte geglaubt, ihn schützen zu müssen, indem sie ihn nicht mit ihren Ängsten, ihren Kämpfen, ihren Zweifeln belastete. Doch in Wirklichkeit hatte sie sich vielleicht selbst um seinen Trost gebracht. Um seine Gegenwart, indem sie ihm nicht das Gefühl gab, mit seinen Gedanken zu ihr kommen zu können. Um genau das zu erhalten, was sie jetzt in sich aufsog wie ausgedörrte Erde den ersten Frühlingsregen.

In seiner Nähe zu sein, war wie aufzutanken. Jede Geste, jede Silbe, jeder Hauch seiner Zuneigung füllte sie auf, wie ein Becher, der zu lange leer gewesen war. Es war, als könne sie endlich wieder atmen, als würde seine bloße Existenz sie daran erinnern, dass sie nicht allein durch den Sturm ging, der vor ihnen lag. Und tief in sich wusste sie, dass er genau das meinte – auch wenn er es nicht aussprach. Als er schließlich sprach, sie neckte, ein leises Schmunzeln in seiner Stimme – da zuckte es auch um ihre Mundwinkel. Natürlich. Natürlich wusste er, was in ihr vorging. Natürlich kannte er sie so gut wie kein anderer. Sein Spott war kein Angriff, es war ein Angebot. Ein kleiner Tritt gegen ihr Gewissen. Und sie nahm ihn an, aber nicht kampflos.

Langsam, sehr langsam löste sie sich aus seiner Umarmung, ohne die Wärme seines Körpers gänzlich zu verlassen. Eine Hand blieb an seiner Taille, ihre Stirn nur einen Atemzug entfernt von seiner Brust. Ihre Stimme war sanft, beinahe zärtlich, als sie endlich sprach. „Ich will nicht, dass sie scheitert, Cathal.“ Ihre Worte waren leise, klar – und sie spürte, wie sie sich selbst daran festhielt, um nicht von den widersprüchlichen Empfindungen hinweggerissen zu werden, die in ihr tobten. „Aber ich werde ihr nicht den Weg ebnen, nur weil sie nun dein Leben mit dir teilen soll.“

Ein kurzer Blick in sein Gesicht – so gut sie es eben von ihrer Position aus sehen konnte – suchte nach dem leisesten Zucken, dem kleinsten Zeichen von Unmut oder Belustigung. Nichts in ihr wollte eine Grenze überschreiten, aber nichts in ihr konnte sich verbiegen.

„Ich muss wissen, ob sie dich verdient. Nicht als Fürstensohn, oder als den, den alle in dir sehen. Sondern dich.“ Ihre Stimme stockte. Dann schloss sie für einen Moment die Augen, als sie an Cathal den geborenen Anführer dachte, der mit jeder Pore Macht verströmte, an Cathal als Mensch, als Bruder, der sie mit einem Satz wieder aufrichten konnte, wenn sie längst vergessen hatte, wie es war, sich gerade zu halten. „Ich werde ihr höflich begegnen. Offenen Herzens, wie es sich für eine Schwester ziemt.“ Ein kaum merkliches Lächeln schlich sich auf ihre Lippen – eines, das nicht versprach, aber auch nicht drohte. „Aber sie wird verstehen müssen, dass meine Prüfung nicht aus Fragen besteht. Ich bin gespannt, was sie daraus machen wird.“

Ihre Hand glitt schließlich von seiner Schulter, als sie schwieg. Sie kannte ihn. Er würde wissen, was sie meinte. Und er würde spüren, dass all ihr Widerstand, all ihr leiser Trotz nicht aus Misstrauen wuchs, sondern aus Liebe. Immer war es Liebe gewesen. Nur eben eine, die nicht mit Samthandschuhen kam, sondern mit aufrechter Haltung, geschärftem Blick – und einem Herzen, das nicht willig war, ihn an jemanden zu verlieren, der ihn nicht wirklich sah.

Cathal war kein Mann, den man beschützen musste. Aber in ihr regte sich jener unausrottbare Instinkt, es trotzdem zu wollen. Und daran würde auch keine zukünftige Fürstin etwas ändern.
Neues Inplayzitat
Inplayzitat hinzufügen
Zitat
Folgendes Zitat wird als denkwürdiger Inplay-Moment eingetragen.
 


Nachrichten in diesem Thema
Way down we go - von Cathal Fraser - 04-06-2025, 18:22
RE: Way down we go - von Moira Fraser - 04-06-2025, 20:49
RE: Way down we go - von Cathal Fraser - 04-06-2025, 21:48
RE: Way down we go - von Moira Fraser - 05-06-2025, 18:10
RE: Way down we go - von Cathal Fraser - 06-06-2025, 09:39
RE: Way down we go - von Moira Fraser - 08-06-2025, 20:03
RE: Way down we go - von Cathal Fraser - 09-06-2025, 10:48
RE: Way down we go - von Moira Fraser - 09-06-2025, 14:50
RE: Way down we go - von Cathal Fraser - 10-06-2025, 20:44
RE: Way down we go - von Moira Fraser - 15-06-2025, 18:57
RE: Way down we go - von Cathal Fraser - 18-06-2025, 12:35
RE: Way down we go - von Moira Fraser - 08-11-2025, 17:24

Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste