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Wherever the Wind blows
13.10.1016 - 12:00
Marktplatz in Spring's Court

Winter's Breed
Ivar Lorenson
Heimatlose - Admin
Alter 28
Beruf Söldner
Wohnort Überall
Stand Ledig
User Letha
#11
Frauen. Ey, am liebsten hätte Ivar ihr einfach alles um die Ohren gehauen, was er gerade von ihr abbekam. Leb damit? Tat er, zufällig genau hier. Er lebte mit der Scheiße, in der ihn die Welt ertränken wollte; hatte er schon immer getan, weil dieser eine mickrige kleine Funken in ihm zu bockig war, um zu verrecken. Damals, in der kleinen, ranzigen Hütte, hatte er lange mit den Behandlungen des Vaters gelebt, bis er irgendwann entschieden hatte, dass er auch etwas in den Topf werfen konnte. Dass er sich nicht immer nur rumschubsen lassen musste, sondern selbst lieber in seine eigene Scheiße waten wollte, als von ihr überrollt zu werden. Er war es leid, dass man ihm sagte, was er zu erdulden hatte und was nicht, Sanna hatte kein Recht, sich hier so aufspielen und ihm die Schuldgefühle eines großen Bruders aufzudrücken, der seine kleine Schwester im Stich gelassen hatte; oder ihr vielleicht eine Zukunft ermöglicht hatte, die mit Arvid Lorenson zu kurz gekommen wäre. Das Leben spielte nicht immer fair, ja und? War das jetzt auch noch seine Verantwortung? Aber natürlich waren es nicht solche Worte, die sich formten hinter dem Schwall von blinder Wut und der Fassungslosigkeit, überhaupt mitten auf dem Marktplatz mit solchen Gefühlen konfrontiert zu werden. Wäre Ivar für seine elegante Wortwahl bekannt, dann würde er jetzt wahrscheinlich nicht hier stehen, sondern sich einen Fettbauch anfressen in irgendeinem schnieken Thronsaal, oder wo auch immer die Reichen und Schönen sich der Völlerei hingaben. Aber nein, es musste ihn ja aufregen, dass Sanna es jetzt scheinbar nichtmal mehr schaffte, einen Satz zuende zu bringen, und noch mehr regte es ihn auf, dass es ihn so aufregte.
“-gefickt hab?”
, übernahm er es dann eben doch für sie, denn scheinbar war sie sich zu schade, die Straßenkötersprache in den Mund zu nehmen. Kein Problem, Schwester. War nicht so, als hätte er damit vor irgend jemandem einen Ruf zu verlieren.
Wollte er hier sein und von einem Balg, das zufällig seine Nichte war, getreten werden? Nein. Hatte er sich ausgesucht, hier in der Öffentlichkeit auf seine Vergangenheit zu treffen und so von ihr eingeengt zu werden, dass er sich entschuldigte? Sicher nicht. Ivar hätte schon längst seine Beine in die Hand genommen und reißaus genommen, wäre da nicht dieses eklige, kleine, elendige Gefühl von Verrat, das irgendwo da unten schlummerte - nicht ihm gegenüber, sondern von ihm ausgehend. Weil Sanna vor ihm stand und sie ihn mit ihrer Präsenz allein mit der Vergangenheit konfrontierte, die er vergessen wollte. Er wirkte wenig begeistert, fast ein wenig entsetzt über sich selbst, kaum hatte er die Entschuldigung ausgesprochen. Seine Aufmerksamkeit lag nicht mehr nur auf Sanna, sondern auch auf ihrer Tochter, die mittlerweile wieder Schutz bei ihrer Mutter suchte, auf den Umstehenden, die um sie herum einen Bogen machten und all die Blicke, die in seinem Nacken brannten. Dass er ein Idiot war, war nichts Neues. Dass Sanna ihn vermisst hatte eigentlich auch nicht, denn das Vermissen hatte lange auf Gegenseitigkeit beruht - so lange, bis Ivar entschieden hatte, seine Vergangenheit ruhen zu lassen. Und doch sprach etwas in ihrer Stimme auf ihn an, griff tiefer, als er wollte, und ließ ihn fast defensiv zurückweichen. Er starrte sie an. Lange, während sein Zögern verriet, dass er zwischen den Stühlen stand. Vor ihm stand kein Ebenbild von Martha mit ihrer stolzen, harten Art, sondern eine zerbrechliche junge Frau, die jetzt ihren Bruder brauchte. Ein Bruder, der nicht mehr existierte.
Die Blicke der Marktbesucher bohrten sich in den blonden Hünen und aus dem Augenwinkel bemerkte er, wie der Brotverkäufer sich langsam hinter seinem Stand heraus schälte, vermutlich, um die Situation zu deeskalieren oder so ein Scheiß. Und Sanna? Die wartete noch auf ihre Umarmung, doch er konnte sie ihr nicht geben. Aber er konnte sie auch nicht einfach so stehen lassen.
Unzufrieden zog Ivar den Schleim aus seinem Rachen hoch und spuckte ihn aus, auch wenn er damit das ekelhafte Gefühl von Verantwortung nicht los wurde.
"Guckt nicht so dumm, noch nie jemanden streiten gesehen?!"
, wandte er sich an die Schaulustigen, bevor er einen groben Schritt auf Sanna zumachte. Statt zu umarmen, griff er nach ihrem Handgelenk und zog sie ohne ein Wort durch den kleinen Pulk, der sich um sie gebildet hatte. Für Umstehende musste es vielleicht so aussehen, als würde ein streitendes Geschwisterpaar sich endlich aus dem Staub machen und den Frieden des Marktes nicht weiter stören - hoffentlich, denn er konnte jetzt keine neunmalklugen Ritter gebrauchen, die ihm folgten, um eine Jungfrau in Nöten zu retten. Ach, und dann war da noch das Kind, das sich hoffentlich an die Hand seiner Mutter klammerte, denn Ivar schaute erst über seine Schulter, als sie das geschäftige Treiben des Marktes hinter sich gelassen hatten. Kaum hüllte die kleine Seitenstraße mit den Backsteinmauern sie in Schatten und schützte sie vor der Sonne, ließ er Sannas Handgelenk los und drehte sich wieder zu ihr um.
“Ich kann dich nicht umarmen”
, erwiderte er prompt.
“Und keine Ahnung, was du vorher gesagt hast, ich les keine Poesie.”
Leider wusste er genau, was sie gesagt hatte - und er wusste, dass er ihr nicht das geben konnte, was sie brauchte.
“Aber wenn dus brauchst, dann kannst du… mich umarmen. Oder so.”
Da draußen hätte er das nie über sich gebracht, aber hier, ohne neugierige Fratzen, ohne irgendeine Art von Urteil, spürte er den Druck weniger auf sich, es richtig machen zu müssen. Ob er ihr das gab, was sie brauchte? Vermutlich nicht. Aber damit musste sie halt jetzt leben.
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Wherever the Wind blows - von Ivar Lorenson - 27-01-2025, 08:42
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