02-07-2025, 09:18 - Wörter:
Life is a Game
- Be a Player or Be Played.

Die ledernen Füße des Bullen wirbelten den Staub auf dem Boden auf, während der graue Riese trottend an Keeran vorbei geführt wurde. Ob dessen Gewicht auch irgendwann auf seine Knie ging? Würde die Sonne nicht bereits in ihrer Prächtigkeit auf den Hof hinab brennen und nur winzige Schatten zwischen den hellen, praktisch orientierten Gebäuden zulassen, hätte er sich vielleicht mehr Zeit gelassen, dem Elefanten hinterher zu sehen und die grauen Rücken hinter ihm zu zählen, einfach, um ein Gefühl für die Größe des Hofes zu bekommen. Doch der Halbtagesritt auf dem Rücken des Kamels hatte ihm nicht unbedingt einen Gefallen getan. Mit einem Gefühl von heute wird kein guter Tag war er bereits wach gewesen, noch bevor der Geruch von frischem Reis und gebackenem Naan durch sein Anwesen geweht war. Irgendwann hatte Basil im Türrahmen gestanden, die Augen noch halb geschlossen vom Schlummer, und Keeran hatte sich aus dem Bett geschält, war fast gestolpert bei dem stechenden Schmerz, der sich von seinem Knie die gesamte Seite hoch biss, hatte seinem Sohn den Kopf getätschelt und nach der ersten Opiumpfeife gegriffen.
Als das Kamel sich vor dem Haupteingang auf seine Vorderbeine, dann auf seine Hinterbeine niederließ und ein Sklave auf ihn zulief, um ihm beim Absteigen zu helfen, schlug Keeran die Hand weg. “Stock”, befahl er scharf und deutete mit einem Kopfnicken auf den befestigten Stock über den Gepäcktaschen des Kamels. Der Halbtagesritt hatte die Wirkungen des Opiums leider deutlich geschwächt, oder es war die Sonne gewesen, die sich durch den betäubenden Nebel in seinem Kopf gebrannt hatte. Zwar gab er sich nicht die Blöße, zu stolpern, als er selbst aus dem Sattel stieg, aber ein aufrechter Stand war sicher etwas anderes. Sein Gesicht, halb von dem Schal seines Turbans verdeckt, war in Stein gemeißelt, selbst als er den Stock gereicht bekam und die Gewichtsverlagerung auf das gesunde Bein nicht verhindern konnte. Erst, als er die große Gestalt auf sich zukommen sah, unverkennbar genau der, weshalb er die Reise auf sich genommen hatte, glätten sich seine Züge und ein leichtes Lächeln zupfte an seinen Mundwinkeln.
“Khalid Al-Zamani. Danke, dass du dir heute Zeit genommen hast.”
Wenn er nur wüsste, wie ähnlich er seinem Bruder sah… “Du musst doch sicher beschäftigt sein?”
