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You were dead. Yet, here you are.
12.10.1016 - 11:00
Hafen von magnushaven
Leif Stelhammer Asgrim Blutfjell

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Asgrim Blutfjell
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#2
Asgrim sah der Lindwyrm noch einen Moment nach, wie sie am Horizont unter einem schweren Himmel verschwand, ein schwärzlicher Punkt gegen das dunkler werdende Blau, der bald in der Ferne verglomm. Dann atmete er durch, griff nach dem Riemen seines Seesacks und wuchtete ihn über die Schulter.
Mit langsamen, festen Schritten bahnte er sich seinen Weg durch die geschäftige Menge. Stimmen vermischten sich, fremde Gerüche lagen in der Luft – aber Asgrim hörte nichts davon wirklich. Sein Kopf war zu voll.
Wolfsmark. Er musste zurück. Musste Gesichter sehen, die er jahrelang nur in Gedanken besucht hatte. Musste sich den Fragen stellen, die unausweichlich sein würden – und den Blicken, die ihn mustern würden, als wäre er ein Geist aus der Vergangenheit. Und dann…?

Der Krieg. Der Ruf nach den alten Kräften, nach den einstigen Waffenbrüdern. Er würde sich einen Überblick verschaffen müssen. Alte Bande neu knüpfen. Oder sollte er sich überhaupt einmischen? Wie stand es eigentlich um Norsteading? Er hatte nur Gerüchte gehört – von Trainingslagern, einen Kampf um Eastergold Meadow. Vieles war undeutlich geblieben, schwer zu greifen, wie Nebel zwischen den Fingern. Vielleicht hatte er auch nicht genauer nachgefragt. Und jeder Schritt, den er nun machte, schien ihn in ein Netz aus Vermutungen, Versprechen und Vorsicht zu führen.

Zu viele Variablen.
Zu viele offene Fragen.
Und viel zu wenig Klarheit.

Er blieb einen Moment stehen, ließ den Blick über den Hafen gleiten, über die fremden Gesichter und vertrauten Muster. Seine Finger krallten sich fester um den Riemen des Seesacks. Er war zurück. Aber wofür – und für wen? Doch vor allem: Was, bei allen Göttern, sollte er ihnen sagen? Was sagte man nach all den Jahren? Nach dem Schweigen?

Asgrim biss die Zähne zusammen, seine Kiefer mahlten unbewusst. Die Vergangenheit ließ sich nicht abschütteln wie Staub auf der Schulter. Er richtete sich ein wenig auf, als könnte er das Gewicht der bevorstehenden Begegnungen mit bloßer Haltung schultern. Noch nicht sicher, was er tun würde – aber bereit, den ersten Schritt zu gehen.
Also setzte er sich wieder in Bewegung.
Er würde in die Ställe gehen – ein Pferd musste her, wenn er zügig nach Wolfsmark gelangen wollte. Doch kaum hatte sich sein Entschluss in erste Schritte verwandelt, spürte er einen festen Griff an der Schulter. Asgrim hielt inne. Sein Blick klärte sich, die Gedanken an Vergangenheit und Zukunft schoben sich in die hinteren Winkel seines Verstands zurück, wo sie vorerst verstummen mussten. An ihre Stelle trat eine kühle Skepsis, wie ein Reflex, geformt in Jahren voller Vorsicht.

Was wollte der Knabe? Und woher kannte er seinen - richtigen - Namen? Gut, der Bursche mochte zwei, vielleicht drei Zentimeter größer sein – aber das konnte nicht darüber hinwegtäuschen, dass sein Gesicht noch nicht das Alter der Härte kannte. Zu glatt, zu jung, zu ungeschliffen. Asgrim musterte ihn mit der Ruhe eines Mannes, der gelernt hatte, jeden Menschen erst in seine Einzelteile zu zerlegen, bevor er ein Urteil sprach. "Und du bist...?" Asgrims Stimme war ruhig, aber durchzogen von einer gewissen Schärfe, die selten Gutes verhieß. Er hörte, wie der Hafenmeister neben ihm leise nach Luft schnappte. Etwas an ihm... war vertraut. Also an dem Jungen. Diese kühlen, blauen Augen, die dunklen Locken – ganz wie Ariald. Das scharfe Kinn, das einen Hauch von Frigga in sich trug.

Hm.

Vielleicht war es auch bloß eine Laune des Gedächtnisses. Oder... Asgrim blinzelte. Ein Bild flackerte auf, eine Erinnerung – an zwei tollkühne Knaben, einer mit Verstand und Feuer, der andere mit zu viel Mut und zu wenig Hirn. Jungs, die er einst durch Matsch, Sturm und Schweiß getrieben hatte. "Leif?" Seine Stimme war jetzt ruhiger, beinahe irritiert. Eine Augenbraue hob sich skeptisch.
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RE: You were dead. Yet, here you are. - von Asgrim Blutfjell - 08-07-2025, 15:28

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