19-08-2025, 14:45 - Wörter:
Maebh schenkte der jungen Frau ein sanftes Lächeln.
„Das ist normal“, stellte sie fest. „Ich dachte, ich würde mich erwachsen fühlen, wenn ich mein Kind in den Armen halte. Ich meine…“, sie kicherte ein wenig, „man sollte doch meinen, dann fühlt man sich erwachsen. Wenn man Mutter wird. Aber zugegebenermaßen ist das nicht so. Ich dachte eher: Oh nein, jetzt habe ich Verantwortung. Und: Dich werde ich bis ans Ende meiner Tage lieben.“
Sie wandte den Blick wieder geradeaus und nickte bedächtig, als Muírín ein wenig Kraft aus ihren Worten zu ziehen schien. Die würde das Mädchen auch brauchen, wenn man Maebh fragte.
Der Weg, den sie nun beschreiten würde, war kein einfacher. Sie konnte alles an Kraft brauchen, was sie bekommen konnte.
Maebh sah zu ihr hinüber und schüttelte den Kopf.
„Nein. Ich danke dir. Und ich glaube wirklich, die übertriebene Höflichkeit können wir uns sparen, wenn wir unter uns sind, Muírín. Wir werden oft genug gezwungen, in eine Verkleidung zu schlüpfen. Nehmen wir uns doch die Natürlichkeit nicht auch, wenn wir die Möglichkeit haben, wir selbst zu sein.“
Liebevoll wanderte ihr Blick über die jüngere Frau und das Lächeln auf den Lippen der Fürstin gewann an Zuversicht, Liebe und Freundlichkeit.
„Ich denke, mir war das eher klar als dir, Muírín. Und das ist in Ordnung. Du bekommst von mir jederzeit Aufmunterung und Liebe, wenn du sie benötigst. Du darfst jederzeit danach fragen.“
Und da war es.
Etwas in ihrem Gesicht veränderte sich und Maebh erkannte den Ansatz eines Lächelns, dass sich schließlich Bahn brach und etwas helleres, freundlicheres in das Gesicht der hübschen Frau brachte.
Maebh kam auf die Füße und zog die neugewonnene Freundin mit sich, sodass sie an die kleine Mauer treten konnten.
„Als deine erste Freundin“, stellte sie fest und kletterte über die Mauer auf den Felsen. „Zeige ich dir als erstes, wie du dir selbst helfen kannst. Tagein tagaus müssen wir unsere Pflichten erfüllen. Wir sind Geliebte, Lehrerin, Ehefrau, Ratgeberin, Stimme der Vernunft. Wir müssen schön sein, ordentlich, gepflegt, still, halbwegs gebildet, gehorsam, ehrfürchtig. Wir müssen so viele Ansprüche erfüllen, dass es schwer ist, sich nicht selbst zu verlieren. Denn wir dürfen nie wanken, nie die Kontrolle verlieren.“
Hier vorne, ohne den Schutz der Mauer, stieß ihnen die aufschäumende Gischt ins Gesicht und immer wieder versank die Stimme der Fürstin unter den tosenden Wellen, die auf unnachgiebigen Stein schlugen.
Sie hielt immer noch Muíríns Hand und wandte sich dem Meer zu.
Mit der nächsten Welle, die gegen die Felsen brandete und so ein ohrenbetäubendes Donnern auslöste, stieß die Fürstin einen kaum hörbaren Schrei aus.
Sie schloss die Augen, als Wasser auf ihr Gesicht niederregnete und reckte die Nase in die Höhe, als würde sie das Wasser willkommen heißen, ehe sie zu Muírín sah.
„Jetzt du!“
Ein Leuchten lag in den sanften dunklen Augen der Fürstin, begeistert und lebendig.
„Schrei es einfach hinaus. All deine Ängste und Sorgen. Lass zu, dass der Wind sie einfach mit sich fortträgt.“
„Das ist normal“, stellte sie fest. „Ich dachte, ich würde mich erwachsen fühlen, wenn ich mein Kind in den Armen halte. Ich meine…“, sie kicherte ein wenig, „man sollte doch meinen, dann fühlt man sich erwachsen. Wenn man Mutter wird. Aber zugegebenermaßen ist das nicht so. Ich dachte eher: Oh nein, jetzt habe ich Verantwortung. Und: Dich werde ich bis ans Ende meiner Tage lieben.“
Sie wandte den Blick wieder geradeaus und nickte bedächtig, als Muírín ein wenig Kraft aus ihren Worten zu ziehen schien. Die würde das Mädchen auch brauchen, wenn man Maebh fragte.
Der Weg, den sie nun beschreiten würde, war kein einfacher. Sie konnte alles an Kraft brauchen, was sie bekommen konnte.
Maebh sah zu ihr hinüber und schüttelte den Kopf.
„Nein. Ich danke dir. Und ich glaube wirklich, die übertriebene Höflichkeit können wir uns sparen, wenn wir unter uns sind, Muírín. Wir werden oft genug gezwungen, in eine Verkleidung zu schlüpfen. Nehmen wir uns doch die Natürlichkeit nicht auch, wenn wir die Möglichkeit haben, wir selbst zu sein.“
Liebevoll wanderte ihr Blick über die jüngere Frau und das Lächeln auf den Lippen der Fürstin gewann an Zuversicht, Liebe und Freundlichkeit.
„Ich denke, mir war das eher klar als dir, Muírín. Und das ist in Ordnung. Du bekommst von mir jederzeit Aufmunterung und Liebe, wenn du sie benötigst. Du darfst jederzeit danach fragen.“
Und da war es.
Etwas in ihrem Gesicht veränderte sich und Maebh erkannte den Ansatz eines Lächelns, dass sich schließlich Bahn brach und etwas helleres, freundlicheres in das Gesicht der hübschen Frau brachte.
Maebh kam auf die Füße und zog die neugewonnene Freundin mit sich, sodass sie an die kleine Mauer treten konnten.
„Als deine erste Freundin“, stellte sie fest und kletterte über die Mauer auf den Felsen. „Zeige ich dir als erstes, wie du dir selbst helfen kannst. Tagein tagaus müssen wir unsere Pflichten erfüllen. Wir sind Geliebte, Lehrerin, Ehefrau, Ratgeberin, Stimme der Vernunft. Wir müssen schön sein, ordentlich, gepflegt, still, halbwegs gebildet, gehorsam, ehrfürchtig. Wir müssen so viele Ansprüche erfüllen, dass es schwer ist, sich nicht selbst zu verlieren. Denn wir dürfen nie wanken, nie die Kontrolle verlieren.“
Hier vorne, ohne den Schutz der Mauer, stieß ihnen die aufschäumende Gischt ins Gesicht und immer wieder versank die Stimme der Fürstin unter den tosenden Wellen, die auf unnachgiebigen Stein schlugen.
Sie hielt immer noch Muíríns Hand und wandte sich dem Meer zu.
Mit der nächsten Welle, die gegen die Felsen brandete und so ein ohrenbetäubendes Donnern auslöste, stieß die Fürstin einen kaum hörbaren Schrei aus.
Sie schloss die Augen, als Wasser auf ihr Gesicht niederregnete und reckte die Nase in die Höhe, als würde sie das Wasser willkommen heißen, ehe sie zu Muírín sah.
„Jetzt du!“
Ein Leuchten lag in den sanften dunklen Augen der Fürstin, begeistert und lebendig.
„Schrei es einfach hinaus. All deine Ängste und Sorgen. Lass zu, dass der Wind sie einfach mit sich fortträgt.“
