01-09-2025, 21:34 - Wörter:
Fast hätte sie leise geseufzt.
Er war schon wieder zu hart. Zu sich. Zu seinem Sohn. Zu der gesamten Situation.
Maebh runzelte die Stirn. Eine Geste, die man von ihr ausgesprochen selten sah und nun richtete sie sich doch ein wenig auf und kam schließlich auf die Füße, um sich einen Stuhl heranzuziehen.
„Bitte, setz dich mit mir an den Tisch“, bat sie ihn und nahm ihn bei der Hand, um ihn mit sich zu ziehen und so dafür zu sorgen, dass er seinen Blick nicht weiter grübelnd in die Flammen legen konnte, sondern seinen Fokus auf ihr Gesicht schärfen musste.
„Du hast ihn zu einem selbstbewussten jungen Mann erzogen und du hast als Vater eine gute Arbeit gemacht, Eanruig“, stellte sie ruhig fest. „Aber seine Entscheidungen sind nicht die deinen. Er kann dich damit nicht enttäuschen. Oder etwas falsch machen. Er kann Fehlentscheidungen treffen, sicher. Aber die stehen ihm genauso zu wie sie dir zustehen. Kein Mensch ist perfekt und eben noch hast du angemerkt, dass es auch für euch Männer nicht einfach ist. Verbuchen wir es also einfach darunter, dass auch er sich nur schwer in seine Rolle und Aufgaben einfindet, weil sie einen Eingriff in sein Recht darstellen.“
Vielleicht verstand ihr Mann so, warum es wichtig war, mit den Kindern zwar darüber zu sprechen, sie aber nicht zu sehr einzuschränken.
Maebh kannte diese Art der Einschränkung, wusste, wie sich diese Enttäuschung anfühlte und wie verloren man sich auch als erwachsene Person fühlte.
Sie wünschte sich das weder für Aedán und sie fand es auch schwierig mit Blick auf die Beziehung zwischen Cathal und seinen Kindern, wenn sie ihn zu sehr in diese Situationen hineinlaufen ließ.
„Vielleicht… solltest du ihn fragen, warum er glaubte, dass das auf diese Art notwendig ist? Sicher gab es einen Grund.“
Nein. Sie war damit nicht einverstanden.
So sprach man nicht zu einer Frau als anständiger Mann. Schon gar nicht, wenn es die eigene oder nur die zukünftige Ehefrau war.
Was allerdings Muírín anging, so schmunzelte sie.
„Sie wird eine Freundin brauchen, Eanruig. Eine andere Frau, die für sie da ist. Und bei der sie sich nicht verstellen muss. Die sich ihre Sorgen anhört und sie ernst nimmt.“
Wenn schon niemand sie selbst ernst genommen hatte.
Ihre Sorgen jedenfalls hatte ihr Mann sicher nicht gesehen. Nicht die Einsamkeit. Nicht die Verzweiflung.
Etwas passierte in seinem Gesicht. Und diesmal seufzte sie leise.
Er sah von ihr weg. Sperrte sie aus.
Und zum ersten Mal verspürte Maebh so etwas wie Ungeduld. Hatte das Bedürfnis, ihn anzuschreien. Sich seine Aufmerksamkeit einzufordern, damit er sie sah. Sie wirklich wahrnahm.
Doch sie zwang sich zur Ruhe. Und legte ihre Hände auf die seinen.
„Sprechen solltest du in jedem Fall mit ihm. Von Mann zu Mann. Nicht von Vater zu Sohn“, empfahl sie. „Gib ihm nicht das Gefühl, dass er dich enttäuscht hat, ja?“
Er war schon wieder zu hart. Zu sich. Zu seinem Sohn. Zu der gesamten Situation.
Maebh runzelte die Stirn. Eine Geste, die man von ihr ausgesprochen selten sah und nun richtete sie sich doch ein wenig auf und kam schließlich auf die Füße, um sich einen Stuhl heranzuziehen.
„Bitte, setz dich mit mir an den Tisch“, bat sie ihn und nahm ihn bei der Hand, um ihn mit sich zu ziehen und so dafür zu sorgen, dass er seinen Blick nicht weiter grübelnd in die Flammen legen konnte, sondern seinen Fokus auf ihr Gesicht schärfen musste.
„Du hast ihn zu einem selbstbewussten jungen Mann erzogen und du hast als Vater eine gute Arbeit gemacht, Eanruig“, stellte sie ruhig fest. „Aber seine Entscheidungen sind nicht die deinen. Er kann dich damit nicht enttäuschen. Oder etwas falsch machen. Er kann Fehlentscheidungen treffen, sicher. Aber die stehen ihm genauso zu wie sie dir zustehen. Kein Mensch ist perfekt und eben noch hast du angemerkt, dass es auch für euch Männer nicht einfach ist. Verbuchen wir es also einfach darunter, dass auch er sich nur schwer in seine Rolle und Aufgaben einfindet, weil sie einen Eingriff in sein Recht darstellen.“
Vielleicht verstand ihr Mann so, warum es wichtig war, mit den Kindern zwar darüber zu sprechen, sie aber nicht zu sehr einzuschränken.
Maebh kannte diese Art der Einschränkung, wusste, wie sich diese Enttäuschung anfühlte und wie verloren man sich auch als erwachsene Person fühlte.
Sie wünschte sich das weder für Aedán und sie fand es auch schwierig mit Blick auf die Beziehung zwischen Cathal und seinen Kindern, wenn sie ihn zu sehr in diese Situationen hineinlaufen ließ.
„Vielleicht… solltest du ihn fragen, warum er glaubte, dass das auf diese Art notwendig ist? Sicher gab es einen Grund.“
Nein. Sie war damit nicht einverstanden.
So sprach man nicht zu einer Frau als anständiger Mann. Schon gar nicht, wenn es die eigene oder nur die zukünftige Ehefrau war.
Was allerdings Muírín anging, so schmunzelte sie.
„Sie wird eine Freundin brauchen, Eanruig. Eine andere Frau, die für sie da ist. Und bei der sie sich nicht verstellen muss. Die sich ihre Sorgen anhört und sie ernst nimmt.“
Wenn schon niemand sie selbst ernst genommen hatte.
Ihre Sorgen jedenfalls hatte ihr Mann sicher nicht gesehen. Nicht die Einsamkeit. Nicht die Verzweiflung.
Etwas passierte in seinem Gesicht. Und diesmal seufzte sie leise.
Er sah von ihr weg. Sperrte sie aus.
Und zum ersten Mal verspürte Maebh so etwas wie Ungeduld. Hatte das Bedürfnis, ihn anzuschreien. Sich seine Aufmerksamkeit einzufordern, damit er sie sah. Sie wirklich wahrnahm.
Doch sie zwang sich zur Ruhe. Und legte ihre Hände auf die seinen.
„Sprechen solltest du in jedem Fall mit ihm. Von Mann zu Mann. Nicht von Vater zu Sohn“, empfahl sie. „Gib ihm nicht das Gefühl, dass er dich enttäuscht hat, ja?“
