03-09-2025, 16:09 - Wörter:
Sanna verharrte einen Moment in dieser Umarmung, spürte den vertrauten Druck ihres Bruders an sich, ohne die Erwartung, dass er sie erwidern würde. Vielleicht brauchte nur sie diese Nähe, das greifbare Stück Vergangenheit, das ihr vermittelte, dass das Winterland nicht so fern war, dass ein Teil davon in ihr lebte. Ivar hatte sich von seinem alten Leben abgewandt, würde vermutlich nie wieder vollständig zurückkehren – und das war für sie in Ordnung. Vielleicht würde dies der einzige Moment sein, in dem sie ihn so sehen konnte, bevor sich ihre Wege wieder trennten und jeder sein Leben fortsetzte. Und auch das wäre ok. Auf eine seltsam resignierte Art und Weise.
Als Ivar dann doch beide Arme um sie legte, fühlte es sich einen Moment lang so an, als halte er etwas in ihr zusammen, als wären all die Probleme – jene, die sie sich vermutlich selbst machte – plötzlich bedeutungslos, fast lächerlich. Den Kopf an seine Brust gebettet, lauschte sie aufmerksam seinen Ausführungen zum Thema gefickt sein und war beinahe erleichtert, dass er sich auf ganz andere Aspekte konzentrierte, als jene, die er ihr eben noch an den Kopf geworfen hatte. Ein schwaches, unterschwelliges Grinsen zeichnete sich auf ihren Lippen ab, das jedoch von einem ungläubigen Runzeln ihrer Stirn begleitet wurde – Ivar kannte offenbar unzählige Situationen, die man mit diesem Wort beschreiben konnte.
Valda lauschte unterdessen gebannt den Erklärungen ihres Onkels. Begeistert imitierte sie einzelne Bewegungen, rief immer wieder „gefickt!“, während Sanna innerlich zusammenzuckte und sich fragte, wie sie dieses Wort bloß wieder aus dem Sprachgebrauch ihrer Tochter streichen sollte. Sie seufzte leise.
Sie löste sich langsam von Ivar, ihre Hände verweilten noch einen Moment an seiner Seite, ehe sie sich endgültig zurückzog und Valda sanft über die dunklen Locken strich.
Als Ivar dann doch beide Arme um sie legte, fühlte es sich einen Moment lang so an, als halte er etwas in ihr zusammen, als wären all die Probleme – jene, die sie sich vermutlich selbst machte – plötzlich bedeutungslos, fast lächerlich. Den Kopf an seine Brust gebettet, lauschte sie aufmerksam seinen Ausführungen zum Thema gefickt sein und war beinahe erleichtert, dass er sich auf ganz andere Aspekte konzentrierte, als jene, die er ihr eben noch an den Kopf geworfen hatte. Ein schwaches, unterschwelliges Grinsen zeichnete sich auf ihren Lippen ab, das jedoch von einem ungläubigen Runzeln ihrer Stirn begleitet wurde – Ivar kannte offenbar unzählige Situationen, die man mit diesem Wort beschreiben konnte.
Valda lauschte unterdessen gebannt den Erklärungen ihres Onkels. Begeistert imitierte sie einzelne Bewegungen, rief immer wieder „gefickt!“, während Sanna innerlich zusammenzuckte und sich fragte, wie sie dieses Wort bloß wieder aus dem Sprachgebrauch ihrer Tochter streichen sollte. Sie seufzte leise.
Sie löste sich langsam von Ivar, ihre Hände verweilten noch einen Moment an seiner Seite, ehe sie sich endgültig zurückzog und Valda sanft über die dunklen Locken strich.
„Wir haben ein Zimmer ein paar Häuser weiter vom goldenen Esel“
, sagte sie mit ruhiger Stimme und fuhr sich kurz durch das Gesicht. „Mit einer Söldnerin, die uns vom Winterland aus begleitet hat“
, fügte sie nachdenklich hinzu und ließ ihren Blick kurz abschweifen, als sie sich vorstellte, wie Tyra wohl auf Ivar reagieren würde. Irgendetwas sagte ihr, dass die beiden sich blendend verstehen würden – sie waren vom gleichen Schlag.„Wir kommen schon klar…“
, murmelte sie mit einem halben Lächeln, das weit weniger tapfer wirkte, als ihre Worte vermuten ließen. „Ich war nur… überrascht, dich zu sehen.“
Sie versuchte, ihren kleinen Gefühlsausbruch zu rechtfertigen. „Wie lange bleibst du in der Stadt?“
