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Kriege sind einfacher als Töchter
11.10.1016 - 10:00
Festung, Kenmaras | Zimmer von Moira Fraser
Eanruig Fraser Moira Fraser

Herbstland
Eanruig Fraser
Herbstland
Alter 52
Beruf Herr von Kenmara
Wohnort Kenmara
Stand Verheiratet
User Emma
#3
Eanruig wartete. Ruhig und still. Unbeweglich wie ein Fels, wie der, als den sie oft so bezeichneten und noch mehr ansahen und der doch unweigerlich im Inneren so viel mehr war als nur festes, kaltes Gestein. Er wartete auf das Urteil, auf das, was unweigerlich erfolgen würde, unter dem mahnenden, dem wachsamen Blick seiner Tochter. Cian hatte ihn bereits vor Stunden darüber informiert, dass die junge Frau auf dem Rücken ihres Pferdes aus der Feste geritten war, hinaus in den abflauenden Sturm, der während der Nacht über die Burg und ihre darin lebenden Bewohner hinweggefegt war, als würde er diese, ihre aufgewühlten Gemüter widerspiegeln und ein Abbild davon gleichsetzen, und vielleicht war dem auch so, denn ganz gleich, ob es nur das Land gewesen war, das Atem geholt hatte, es hatte ausgereicht, um nachzuwirken. Doch selbst die klare Luft am Morgen, als Eanruig mit den ersten Strahlen der aufgehenden Sonne den Blick über die Zinnen der Burg und damit über Kenmara selbst hatte schweifen lassen, war noch immer der Nachhall zu spüren gewesen, der in der Nacht über das Land gezogen war, und das Meer unter ihm war voller rauer Kraft gewesen. Jetzt, Stunden später, war die Luft noch immer klar, aber der Nachhall war verklungen, zumindest fast auf ein Gänzliches, und vielleicht war ein solches auch mit dem Gemüt seiner Tochter bestellt. Eine leise Hoffnung blieb, auch wenn sie nur schwach glomm.

Eanruigs Hände blieben hinter dem Rücken verschränkt. Ruhig und beständig blieb er unweit des Schreibtisches stehen, an dem Moira saß und ihren Blick auf ihn gerichtet hatte. Anklagend wie urteilend zugleich mit der stetig schwellenden Glut eines aufbegehrenden Feuers, das er so oft in seiner verstorbenen Frau gesehen hatte, war der bittersüße Schmerz in seiner Brust mittlerweile vertraut, nichts mehr gänzlich so, dass er sich davor verschließen wollte, aber bei weitem auch noch nicht so weit, dass er darüber hinwegsehen konnte wie über eine alte Narbe. Wer wusste schon, ob es jemals eine Narbe werden würde und nicht nur eine Wunde, die von Schorf überzogen war und das Heilen nie erfahren würde? Der trotzige Zug um ihr Kinn ließ ihn unweigerlich innerlich lächeln, auch wenn seine Züge doch sonst ruhig blieben, darin aber ein Anflug von Sanftmut erschien, als er auf die gepolsterte Sitzfläche im Erkerfenster deutete. ,,Darf ich mich setzen?“ erkundigte er sich, stets auf ihr Wort wartend, auf ihre Zustimmung dazu, denn auch wenn er Herr über diese Feste war, hatte er stets auf einen gewissen Grundrespekt bei seinen Kindern geachtet, auf ihre Entscheidungsfreiheit, um ihnen nicht das Gefühl zu geben, nur ein Gegenstand in einem Uhrwerk zu sein, selbst wenn es in manchen Situationen des Lebens so sein würde, unweigerlich. Als Moira ihm zunickte, näherte sich Eanruig mit gemäßigten Schritten der Sitzgelegenheit, bevor er sich darauf niederließ, die Hände locker im Schoß verschränkt, den Rücken und die Schultern gerade und den Blick auf Moira gerichtet. Seine schwelende, seine urteilende Moira.

Ihre Worte waren von einer Schärfe geprägt, die er erwartet hatte, doch mit viel weniger Feuer, als er es gedacht hatte. Doch er kannte sie zu gut, als dass er sich davon würde täuschen lassen, und von dem, was zwischen den Wörtern ruhte, was deutlich machte, sie sehr, sie der Ausschluss aus dem gestrigen Abendessen erbost hatte, auf mehr Arten, als er es wahrscheinlich ahnen würde. Einen kleinen Augenblick hielt er inne, ließ das Schweigen zwischen ihnen raumgreifend werden, bevor er schließlich das Wort ergriff. „Zufriedenheit ist nicht das Wort, das ich verwenden würde!“, sinnierte er mit ruhiger Stimme und einem halb verborgenen Halblächeln, während er sie anblickte. ,,Das Gesinde lebt für seinen Klatsch. Daran gemessen wirst du wahrscheinlich schon mehr wissen als ich. Sprich also aus, was dir auf der Seele brennt und lass es nicht weiter schwelen!“ Denn es war wahrlich besser, sich einmal zu verbrennen, als das Feuer sich so lange durchzubrennen, bis nichts mehr übrig wäre.
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RE: Kriege sind einfacher als Töchter - von Moira Fraser - 04-09-2025, 20:43
RE: Kriege sind einfacher als Töchter - von Eanruig Fraser - 05-09-2025, 03:23
RE: Kriege sind einfacher als Töchter - von Moira Fraser - 08-11-2025, 17:22
RE: Kriege sind einfacher als Töchter - von Moira Fraser - 07-02-2026, 13:45

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