03-03-2024, 19:44 - Wörter:
Nachdem er einige verfügbare Kerzen angezündet hatte und sich gerade wieder setzen wollte, fiel ihm auf, dass sein Schützling es vorzog, stehen zu bleiben. Nun, genau genommen stand er nicht herum, sondern tigerte von einer Ecke in die nächste, wie ein unruhiger Löwe im Käfig. Zephyr hob eine Augenbraue, denn er fragte sich, was so plötzlich in Orpheus gefahren war. Dann erinnerte er sich wieder, dass Orpheus ein sehr verkopfter junger Mann war. Das schränkte die möglichen Antworten nicht weiter ein. Es konnte alles mögliche sein, das ihm auf der Seele lag. Um ihn erst einmal zu beruhigen, wiederholte Zephyr das Sitzangebot nun verbal. "Bitte, nimm' doch Platz...", bat er den Jüngeren und nahm selbst Platz. Alt war er zwar noch nicht, doch die vielen Verpflichtungen und Sorgen machten auch ihm oft das Herz schwer - und die Beine. Nach einem Tag, den man im Gespräch mit einem Fürsten, in Zierrüstung und immer unter Anspannung verbracht hatte, merkte er, dass er nicht mehr Anfang 20 war. Er ging stark auf die 40 zu und spürte leider hier und da die ersten Zipperlein. Er nahm daher wieder Platz und versuchte, Orpheus' Unruhe zu ignorieren, oder ihr zumindest Raum zu geben.
Orpheus entschuldigte sich zunächst für die späte Störung, was Zephyr mit einem angedeuteten Kopfschütteln abtat. "Du weißt, ich stehe Dir zu jeder Tages- und Nachtzeit zur Verfügung...", erklärte er. Ja, Orpheus wusste das und hatte es vermutlich nur der Höflichkeit halber gesagt. Dennoch wollte Zephyr ihm diese Rückversicherung geben. Denn er schien gerade jemanden zu brauchen, der ihn auffing und für ihn da war. Forschend untersuchte er das Gesicht des Castellanos-Sprosses, als dieser sich erkundigte, ob die Hochzeit verschoben würde. Zephyrs Augen verengten sich während er zu erkennen versuchte, ob da ein Hoffnungsschimmer in Orpheus' Augen aufblitzte. "Nicht, wenn ich es vermeiden kann.
Wir sollten im Gegenteil auf eine rasche Vermählung drängen. Nicht, dass Matariyya auch noch auf die Idee kommt, sich aus unserem Krieg heraushalten zu wollen...", antwortete Zephyr ohne lange nachdenken zu müssen. "Ich kann Dir nicht sagen, ob wir genug Zeit haben, um eine angemessene Feier anzuberaumen. Wir müssen einfach sehen, wie schnell Ridvan seine Tochter aufs Festland schickt und für diesen Zeitpunkt die Feierlichkeiten ansetzen. Nunja, eine sonderlich große Feier wird es ohnehin nicht werden können - auf Gäste aus Walleydor und Norsteading sollten wir wohl verzichten..." Bei seinen letzten Worten versuchte er, die dünnen Lippen zu einem Lächeln auseinanderzuziehen. Vielleicht heiterte es Orpheus ja ein kleines bisschen auf. Doch ehrlich gesagt waren die Aussichten seiner Meinung nach nicht allzu rosig.
Dann erkundigte Orpheus sich jedoch danach, ob er weiterhin in Farynn würde bleiben können. Er wolle nach Avonston Green reisen. Zephyr verzog das Gesicht. "Warum denn ausgerechnet dorthin? Avonston Green ist die erste Stadt nach der Grenze zu Walleydor. Man könnte Dich erkennen...
Naja, wenn Farynn Wort hält und sich neutral verhalten möchte, können sie Dir natürlich nichts tun und auch keine kriegerischen Auseinandersetzungen auf ihrem Grund und Boden dulden, aber... ich weiß nicht, wie sicher wir uns sein können...", gab Zephyr seine Überlegungen preis. Er konnte sich schon vorstellen, dass das nicht die Antworten waren, die Orpheus sich vorgestellt hatte. Vermutlich hatte er eher an "Natürlich verschieben wir die Hochzeit, du kannst also so viel reisen, wie du möchtest" gedacht. Doch Zephyr war niemand, der einem falsche Illusionen machte. Er sagte einfach das, was er dachte. Ungeschönt.
"Ich verstehe, dass alles anders läuft, als Du es dir vorgestellt hast. Mir geht es auch so. Und ich verstehe, dass wir über Dein Leben sprechen und nicht meines. Hier also mein Rat.
Du bist ein Prinz von Castandor und musst nur Rechenschaft gegenüber deinem Vater, dem Religionsführer und Heofader selbst ablegen. Es steht Dir also frei, in Farynn herumzureisen.
Mir persönlich wäre es natürlich lieber, wenn Du mit Desdemona und mir zurück in die Hauptstadt kommen würdest. Ich brauche Dich dort - als das Gesicht unseres Landes. Als Galionsfigur unseres Krieges.
Verstehst Du nicht, dass das deine große Chance ist, Dir einen Namen zu machen? Noch vor Leandros? Du kannst das Gesicht des Sieges über Walleydor werden und Dir damit vielleicht einen Thron erkämpfen.
Reisen kannst Du immer noch, wenn wieder Frieden herrscht. Oder wenn Du deine neue Frau in Farynn vorstellen möchtest..."
Zephyr endete und verschränkte die Hände vor dem Bauch während er abwartete, was Orpheus dazu zu sagen hatte.
Orpheus entschuldigte sich zunächst für die späte Störung, was Zephyr mit einem angedeuteten Kopfschütteln abtat. "Du weißt, ich stehe Dir zu jeder Tages- und Nachtzeit zur Verfügung...", erklärte er. Ja, Orpheus wusste das und hatte es vermutlich nur der Höflichkeit halber gesagt. Dennoch wollte Zephyr ihm diese Rückversicherung geben. Denn er schien gerade jemanden zu brauchen, der ihn auffing und für ihn da war. Forschend untersuchte er das Gesicht des Castellanos-Sprosses, als dieser sich erkundigte, ob die Hochzeit verschoben würde. Zephyrs Augen verengten sich während er zu erkennen versuchte, ob da ein Hoffnungsschimmer in Orpheus' Augen aufblitzte. "Nicht, wenn ich es vermeiden kann.
Wir sollten im Gegenteil auf eine rasche Vermählung drängen. Nicht, dass Matariyya auch noch auf die Idee kommt, sich aus unserem Krieg heraushalten zu wollen...", antwortete Zephyr ohne lange nachdenken zu müssen. "Ich kann Dir nicht sagen, ob wir genug Zeit haben, um eine angemessene Feier anzuberaumen. Wir müssen einfach sehen, wie schnell Ridvan seine Tochter aufs Festland schickt und für diesen Zeitpunkt die Feierlichkeiten ansetzen. Nunja, eine sonderlich große Feier wird es ohnehin nicht werden können - auf Gäste aus Walleydor und Norsteading sollten wir wohl verzichten..." Bei seinen letzten Worten versuchte er, die dünnen Lippen zu einem Lächeln auseinanderzuziehen. Vielleicht heiterte es Orpheus ja ein kleines bisschen auf. Doch ehrlich gesagt waren die Aussichten seiner Meinung nach nicht allzu rosig.
Dann erkundigte Orpheus sich jedoch danach, ob er weiterhin in Farynn würde bleiben können. Er wolle nach Avonston Green reisen. Zephyr verzog das Gesicht. "Warum denn ausgerechnet dorthin? Avonston Green ist die erste Stadt nach der Grenze zu Walleydor. Man könnte Dich erkennen...
Naja, wenn Farynn Wort hält und sich neutral verhalten möchte, können sie Dir natürlich nichts tun und auch keine kriegerischen Auseinandersetzungen auf ihrem Grund und Boden dulden, aber... ich weiß nicht, wie sicher wir uns sein können...", gab Zephyr seine Überlegungen preis. Er konnte sich schon vorstellen, dass das nicht die Antworten waren, die Orpheus sich vorgestellt hatte. Vermutlich hatte er eher an "Natürlich verschieben wir die Hochzeit, du kannst also so viel reisen, wie du möchtest" gedacht. Doch Zephyr war niemand, der einem falsche Illusionen machte. Er sagte einfach das, was er dachte. Ungeschönt.
"Ich verstehe, dass alles anders läuft, als Du es dir vorgestellt hast. Mir geht es auch so. Und ich verstehe, dass wir über Dein Leben sprechen und nicht meines. Hier also mein Rat.
Du bist ein Prinz von Castandor und musst nur Rechenschaft gegenüber deinem Vater, dem Religionsführer und Heofader selbst ablegen. Es steht Dir also frei, in Farynn herumzureisen.
Mir persönlich wäre es natürlich lieber, wenn Du mit Desdemona und mir zurück in die Hauptstadt kommen würdest. Ich brauche Dich dort - als das Gesicht unseres Landes. Als Galionsfigur unseres Krieges.
Verstehst Du nicht, dass das deine große Chance ist, Dir einen Namen zu machen? Noch vor Leandros? Du kannst das Gesicht des Sieges über Walleydor werden und Dir damit vielleicht einen Thron erkämpfen.
Reisen kannst Du immer noch, wenn wieder Frieden herrscht. Oder wenn Du deine neue Frau in Farynn vorstellen möchtest..."
Zephyr endete und verschränkte die Hände vor dem Bauch während er abwartete, was Orpheus dazu zu sagen hatte.
