12-11-2025, 01:17 - Wörter:
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 29-12-2025, 18:02 von Eanruig Fraser.)
Still entsann er sich des nur wenige Stunden zurückliegenden Gesprächs mit seiner Frau und dessen, was sich dort zwischen der Stille und der Bitterkeit, der Schuld und ihm offenbart hatte. Sie sich ihm gegenüber offenbart hatte, und er erinnerte sich, still und stumm, und unweigerlich fragte er sich, ob auch [i]dies ein Grund war, dass sie Kenmara all die Zeit kaum als ihr Zuhause angesehen hatte, sondern vielmehr als einen Platz zum Verweilen. Das war unweigerlich in der Stimme von Moira mitschwang, zwischen der Stille, die zwischen den Wörtern ruhte, und ihn nachdenklich werden ließ. Unweigerlich. Es war Missfallen über die Entscheidung einer nur wenige Jahre älteren Frau, die zwar nie den Platz ihrer verstorbenen Mutter hatte einnehmen wollen und es doch auf ihre Art getan hatte, aber weder aus Freiwilligkeit noch aus dem eigenen, daraus geborenen Willen, sondern vielmehr aufgrund der Entscheidung eines anderen Mannes. Stillschweigend nahm sich Eanruig vor, sie danach zu fragen, sich darüber bei ihr zu erkundigen, über das, was er glaubte, zu sehen … jetzt, nachdem sie ihm die Augen geöffnet hatte. Unweigerlich.
Eanruig hatte Ehrlichkeit schon immer geschätzt, er war niemand, der die Wahrheit hinter verschachtelten Sätzen und Dunkelheit verbarg, bis sie kaum noch als solche zu erkennen war. Es war etwas, das ihm in seinem bisherigen Leben nicht immer Freunde hatte finden lassen. Oft genug eckte er damit an, vor allem hinsichtlich seiner Position, in den Augen derer, die von geschwollenen Worten mehr hielten und Doppelzüngigkeit ihren Lebenssinn nannten. Er war da anders und er bevorzugte es so, auch bei seinen Kindern und denjenigen, die ihm nahe standen, doch er wusste, dass dies nicht immer einfach war, dass es oft Überwindung kostete, und trotzdem hoffte er, dass sich Moira ihm gegenüber öffnen würde, das aussprach, was in ihr brannte, und ihre Augen unweigerlich schimmern ließ, als würde hinter ihnen ein Feuer lodern, das dazu bestimmt war, einen jeden zu verschlingen. Áinfean war ebenso gewesen.
Schweigend lauschte er indes den wohl sorgsam gewählten Worten der dunkelhaarigen jungen Frau. Für einen Moment wandte der Herr von Kenmara den Blick von seiner Tochter ab, hin zu dem Fenster und dort, wo das Sonnenlicht durch den trüben Morgenhimmel drang. Fast hätte er geseufzt, doch er beließ es bei einem Schweigen und ließ die Worte nachwirken, die zwischen ihnen Raum fanden und einen Nachhall erzeugten, der gar dröhnend laut war. Er hatte mit so etwas gerechnet, besser machte es die Situation trotzdem nicht, nein, wahrlich nicht, dafür kannte er Moira zu gut, war sie ihrer verstorbenen Mutter zu ähnlich, als dass sie sich über eine solche Tatsache nicht ärgern würde, gar rasend wäre, wie ein Lauffeuer gleichbedeutend. Fast fürchtete er sich vor dem Tag, an dem die Entscheidung fallen würde, sie zu verheiraten, denn wahrlich, was dann über ihn hereinbrechen würde, wäre ein Krieg. Wohl war. „Es hatte nichts mit Schutz zu tun, nichts damit, dass ihr dort nicht gewollt wart, das wart ihr, glaube mir, dies.“ Er hielt einen Augenblick inne und blickte sie mit festen, meeresblauen Augen an. „Aber es schien uns angebrachter, dass dieses Essen erst einmal zwischen Cathal und Muírín stattfindet, anstatt noch weitere mit einzubeziehen an diesem, ihren ersten Tag hier auf Kenmara!“ Denn zumindest nach den Worten von Maebh schien die junge Frau in ihren Augen deutlich verunsichert gewesen zu sein. Es würde sich zeigen, ob dieses Verhalten daraus geboren worden war oder … aus einem grundlegenden charakterlichen Bestreben. Eanruig hoffte ersteres. Doch dann wurden seine Züge fester, der Zug um seinen Mund härter und sein Blick eindringlicher, bevor er erneut das Wort ergriff. „Nichts davon und ich möchte so etwas weder von dir noch über Maebh vernehmen. Sie hält viel von dir und du tätest gut daran, dies zu sehen … vor allem nach all den Jahren.“ Und mochte er ihr vielleicht in diesem Augenblick Unrecht tun, so spürte Eanruig doch die Notwendigkeit dieser Worte und ebenso der Tatsache, dass es auszureichen schien … Er war lange genug blind und taub gewesen.
Moira mochte recht haben, in gewisser Weise stimmte Eanruig ihr auch zu und doch … und doch sah er, zurückblickend auf das vorangegangene Gespräch am Abend, doch einfach nur den Wunsch in seiner Frau, eine offene und warme Atmosphäre zu erzeugen, etwas, in dem sich die junge Frau wohlfühlen sollte, anstatt Ablehnung zu erfahren in etwas, das ihr fremd war und von Missfallen geprägt war aufgrund der Tatsache, dass sie heiraten musste. „Und wenn dem so sei … ist es denn verwerflich, dies zu wollen? Den Frieden innerhalb der Familie in Angesicht einer solchen Situation?“ erkundigte er sich dann aber und auch wenn der harte Zug um seinen Mund bestehen blieb und unweigerlich die zitternde Grenze markierte, auf der Moira wandelte, sah er sie offen an, bereit für das, was kommen würde, für das, was kommen sollte, stets und immer, wie er es von seiner Tochter gewohnt war, wie er es ebenso kaum anders verlangen würde, wahrlich nicht. Doch dann sah er, wie die Schultern von Moira hinabsanken, und das auffallende Missfallen versiegte ebenso schnell, wie es aufgekommen war, und so erhob er sich von dem Platz, den er erst vor wenigen Augenblicken eingenommen hatte, um an den Schreibtisch zu treten, dorthin, wo Moira sich auf ihrem Stuhl niedergelassen hatte, um Zuflucht im Schreiben zu finden. Schweigend lehnte er sich an den Tisch und blickte auf sie hinab, auf das Mädchen, das sie noch immer war und in seinen Augen vielleicht immer bleiben würde, selbst wenn sie doch mittlerweile schon alt genug wäre, um selbst Ehefrau und Mutter zu sein, und doch war es etwas, was er, zumindest in diesen Augenblicken, weit von sich schieben wollte.
,,Ich weiß welche große Stütze du deinem Bruder bist Moira und ich bin sehr dankbar darüber das weißt du... und... ich sehe zu Teilen ein das ich daran eine Schuld trage, weil ich ihn nicht dies seien lies was er vielleicht hätte werden können wären die Umstände... anders gewesen" oder mit anderen Worten, wäre sein Sohn mit Licht in den Augen geboren worden anstelle von Nichts als Dunkelheit darin. ,,Doch er wird irgendwann ohne dich auskommen müssen... irgendwann wirst du ein Leben fern von Kenmara haben und dann wird er alleine Entscheidungen treffen müssen die vielleicht auch den Rest seines Lebens bestimmen werden" für einen Moment hielt Eanruig inne, es kam selten genug vor das er so offen gegenüber Moira sprach aber in ihm ruhte noch immer das Gespräch mit Maebh und die Worte die sie ihm gegenüber dar gebracht hatte. Er hatte ihr versprochen, mehr zu sehen … nicht mehr blind zu sein. Doch dann verließ ein leises Geräusch seine Lippen, das kannte man ihn gut genug, einem Seufzen gleich. ,,Dein Bruder war kaum besser... man kann dem Mädchen nicht allein die Schuld an dem geben was geschehen ist. Cathal war kaum höflich … Ich werde mit ihm darüber noch reden müssen, bevor … nun, bevor diese Ehe noch mit Missgunst beginnt“, was wahrlich nicht gut wäre … denn wenigstens Akzeptanz und Respekt sollten vorhanden sein, wenn sie doch ein Leben lang gebunden sein würden. Cathal und dieses Mädchen, das ein Teil ihrer Familie werden sollte, ein Teil von Kenmara.
Eanruig hatte Ehrlichkeit schon immer geschätzt, er war niemand, der die Wahrheit hinter verschachtelten Sätzen und Dunkelheit verbarg, bis sie kaum noch als solche zu erkennen war. Es war etwas, das ihm in seinem bisherigen Leben nicht immer Freunde hatte finden lassen. Oft genug eckte er damit an, vor allem hinsichtlich seiner Position, in den Augen derer, die von geschwollenen Worten mehr hielten und Doppelzüngigkeit ihren Lebenssinn nannten. Er war da anders und er bevorzugte es so, auch bei seinen Kindern und denjenigen, die ihm nahe standen, doch er wusste, dass dies nicht immer einfach war, dass es oft Überwindung kostete, und trotzdem hoffte er, dass sich Moira ihm gegenüber öffnen würde, das aussprach, was in ihr brannte, und ihre Augen unweigerlich schimmern ließ, als würde hinter ihnen ein Feuer lodern, das dazu bestimmt war, einen jeden zu verschlingen. Áinfean war ebenso gewesen.
Schweigend lauschte er indes den wohl sorgsam gewählten Worten der dunkelhaarigen jungen Frau. Für einen Moment wandte der Herr von Kenmara den Blick von seiner Tochter ab, hin zu dem Fenster und dort, wo das Sonnenlicht durch den trüben Morgenhimmel drang. Fast hätte er geseufzt, doch er beließ es bei einem Schweigen und ließ die Worte nachwirken, die zwischen ihnen Raum fanden und einen Nachhall erzeugten, der gar dröhnend laut war. Er hatte mit so etwas gerechnet, besser machte es die Situation trotzdem nicht, nein, wahrlich nicht, dafür kannte er Moira zu gut, war sie ihrer verstorbenen Mutter zu ähnlich, als dass sie sich über eine solche Tatsache nicht ärgern würde, gar rasend wäre, wie ein Lauffeuer gleichbedeutend. Fast fürchtete er sich vor dem Tag, an dem die Entscheidung fallen würde, sie zu verheiraten, denn wahrlich, was dann über ihn hereinbrechen würde, wäre ein Krieg. Wohl war. „Es hatte nichts mit Schutz zu tun, nichts damit, dass ihr dort nicht gewollt wart, das wart ihr, glaube mir, dies.“ Er hielt einen Augenblick inne und blickte sie mit festen, meeresblauen Augen an. „Aber es schien uns angebrachter, dass dieses Essen erst einmal zwischen Cathal und Muírín stattfindet, anstatt noch weitere mit einzubeziehen an diesem, ihren ersten Tag hier auf Kenmara!“ Denn zumindest nach den Worten von Maebh schien die junge Frau in ihren Augen deutlich verunsichert gewesen zu sein. Es würde sich zeigen, ob dieses Verhalten daraus geboren worden war oder … aus einem grundlegenden charakterlichen Bestreben. Eanruig hoffte ersteres. Doch dann wurden seine Züge fester, der Zug um seinen Mund härter und sein Blick eindringlicher, bevor er erneut das Wort ergriff. „Nichts davon und ich möchte so etwas weder von dir noch über Maebh vernehmen. Sie hält viel von dir und du tätest gut daran, dies zu sehen … vor allem nach all den Jahren.“ Und mochte er ihr vielleicht in diesem Augenblick Unrecht tun, so spürte Eanruig doch die Notwendigkeit dieser Worte und ebenso der Tatsache, dass es auszureichen schien … Er war lange genug blind und taub gewesen.
Moira mochte recht haben, in gewisser Weise stimmte Eanruig ihr auch zu und doch … und doch sah er, zurückblickend auf das vorangegangene Gespräch am Abend, doch einfach nur den Wunsch in seiner Frau, eine offene und warme Atmosphäre zu erzeugen, etwas, in dem sich die junge Frau wohlfühlen sollte, anstatt Ablehnung zu erfahren in etwas, das ihr fremd war und von Missfallen geprägt war aufgrund der Tatsache, dass sie heiraten musste. „Und wenn dem so sei … ist es denn verwerflich, dies zu wollen? Den Frieden innerhalb der Familie in Angesicht einer solchen Situation?“ erkundigte er sich dann aber und auch wenn der harte Zug um seinen Mund bestehen blieb und unweigerlich die zitternde Grenze markierte, auf der Moira wandelte, sah er sie offen an, bereit für das, was kommen würde, für das, was kommen sollte, stets und immer, wie er es von seiner Tochter gewohnt war, wie er es ebenso kaum anders verlangen würde, wahrlich nicht. Doch dann sah er, wie die Schultern von Moira hinabsanken, und das auffallende Missfallen versiegte ebenso schnell, wie es aufgekommen war, und so erhob er sich von dem Platz, den er erst vor wenigen Augenblicken eingenommen hatte, um an den Schreibtisch zu treten, dorthin, wo Moira sich auf ihrem Stuhl niedergelassen hatte, um Zuflucht im Schreiben zu finden. Schweigend lehnte er sich an den Tisch und blickte auf sie hinab, auf das Mädchen, das sie noch immer war und in seinen Augen vielleicht immer bleiben würde, selbst wenn sie doch mittlerweile schon alt genug wäre, um selbst Ehefrau und Mutter zu sein, und doch war es etwas, was er, zumindest in diesen Augenblicken, weit von sich schieben wollte.
,,Ich weiß welche große Stütze du deinem Bruder bist Moira und ich bin sehr dankbar darüber das weißt du... und... ich sehe zu Teilen ein das ich daran eine Schuld trage, weil ich ihn nicht dies seien lies was er vielleicht hätte werden können wären die Umstände... anders gewesen" oder mit anderen Worten, wäre sein Sohn mit Licht in den Augen geboren worden anstelle von Nichts als Dunkelheit darin. ,,Doch er wird irgendwann ohne dich auskommen müssen... irgendwann wirst du ein Leben fern von Kenmara haben und dann wird er alleine Entscheidungen treffen müssen die vielleicht auch den Rest seines Lebens bestimmen werden" für einen Moment hielt Eanruig inne, es kam selten genug vor das er so offen gegenüber Moira sprach aber in ihm ruhte noch immer das Gespräch mit Maebh und die Worte die sie ihm gegenüber dar gebracht hatte. Er hatte ihr versprochen, mehr zu sehen … nicht mehr blind zu sein. Doch dann verließ ein leises Geräusch seine Lippen, das kannte man ihn gut genug, einem Seufzen gleich. ,,Dein Bruder war kaum besser... man kann dem Mädchen nicht allein die Schuld an dem geben was geschehen ist. Cathal war kaum höflich … Ich werde mit ihm darüber noch reden müssen, bevor … nun, bevor diese Ehe noch mit Missgunst beginnt“, was wahrlich nicht gut wäre … denn wenigstens Akzeptanz und Respekt sollten vorhanden sein, wenn sie doch ein Leben lang gebunden sein würden. Cathal und dieses Mädchen, das ein Teil ihrer Familie werden sollte, ein Teil von Kenmara.
