21-11-2025, 18:39 - Wörter:
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Nie darf man das machen, was man wirklich machen möchte. Denn wenn ich ganz ehrlich bin, dann steht Weglaufen ganz oben auf meiner Wunschliste
", murmelte sie leise und fügte am Ende ein sanftes Grinsen mit an. Es war ein Scherz. Sie war nicht die humorvollste Person oder die, mit der man besonders viel lachen konnte, aber manchmal, da überkam es sie dann doch. Wenngleich auch ein wenig Wahrheit mitschwang. Als Frau war sie es jedoch gewohnt, dass andere über ihr Leben entschieden. Das war schon immer ihr Weg gewesen und daran würde sich auch nie etwas ändern. Allerdings hatte sie dafür an dem heutigen Abend festgestellt, dass es sie hätte deutlich schlimmer treffen können. Jedenfalls was ihre Schwiegermutter betraf. Wenn sich ihr Ehemann jetzt auch noch als ein handzahmer Welpe herausstellte, dann wäre sie zumindest vorerst einigermaßen zufrieden mit der Situation. Dann würde sie immer noch einen Ring als Fessel um ihren Finger tragen. Und dieser Ring ging mit Pflichten einher, die sie nicht haben wollte. "
Wieso habt ihr beide keinen so guten Bezug zueinander? Also ich verstehe, wieso er mich nicht leiden kann, aber wie kann es in ganz Farynn überhaupt jemanden geben, der Euch nicht leiden kann?!
", fragte sie völlig verdutzt und traute sich einfach mal ihre Gedanken frei heraus auszusprechen. Maebh hat ihr nun oft genug zu verstehen gegeben, dass die Rothaarige sich nicht an irgendwelche Etiketten halten musste, solange sie zu zweit waren. Und auch, wenn es sie nicht von allen Fesseln befreite, lockerte es sie doch ungemein. Und dafür war sie ihr zutiefst dankbar. Eine Verbündete zu haben, machte alles so viel einfacher. Obwohl sie sich noch nicht lange kannten, spürte sie, dass die Worte, die die Fürstin an sie richtete, voller Wahrheit waren. "
Ich würde gerne mit der Familie essen, ja. Ich habe Angst, dass Cathal sonst lieber alleine isst und ich dann den Abend ebenfalls alleine verbringen muss. Und das würde mir nicht sehr gefallen
", gab sie leise zu und ließ eine Hand auf dem warmen Pferdekörper liegen. Geistesabwesend strich sie immer wieder mit der Bürste über das Fell, das mittlerweile einiges an Feuchtigkeit verloren hatte. Das Tier schnaubte leise, als würde es ihr Mut zusprechen wollen. Sanft strich ihr Daumen über das Tier, während sie über die Abendplanung nachdachte. "Ich wüsste nicht, was wir sonst machen sollten. Ich glaube wirklich vorbereiten kann ich mich sowieso nicht für morgen
", gab sie zu und zuckte mit den Schultern. Plötzlich musste sie an das weiße Kleid denken, dass ihr Vater in Auftrag gegeben hatte, ohne dass sie davon etwas mitbekommen hat. Es lag noch immer sicher verstaut in einer ihrer Taschen und würde morgen erst zum Einsatz kommen. Hoffentlich passte es überhaupt...
