02-12-2025, 17:42 - Wörter:
Wenngleich Nadir gewiss ihren Worten so nicht zustimmen würde - er sah sie nicht als grau und trist an -, verstand er ihre Anspielung: Nadir, der alle Möglichkeiten des Lebens nutzt, auf der einen Seite. Yasirah, eine Frau der Pflicht, eine Königin, auf der anderen Seite. Und es war doch interessant, dass jeder eine Königin oder einen König für den freiesten Menschen der Welt hielt, während sie sich selbst wohl wahrlich als die unfreiesten Menschen sahen - ganz im Sinne von Nadir, der wohl auch lieber ein einfacher Bürger als König wäre. Zugleich wusste er wohl nicht annähernd, was es hieß, einfacher Bürger zu sein.
Unzüchtig - ein interessantes Wort. Für die einen Wert, für andere Alltag. Es wurde deutlich, dass das Gespräch andere Züge annahm als sie vermutet hätten. Es wurde jedoch deutlich, dass bunt und trist wohl wahrlich im Raum standen: Sie, die klare Grenzen zog - ziehen musste, wenngleich sie sie lieber nicht ziehen würde - im Gegensatz zu Nadir, der einen moralischen Tabubruch eher als Herausforderung als als Grenze sah. Ja, die Spannung war schon immer da und dass nichts passierte, lag wahrlich nicht an Nadirs Zurückhaltung als an der Tatsache, dass die Königin stets die richtige Distanz wahrte. In seinen Augen hätte es beiden wohl wahrlich nicht geschadet, zumindest einmal voneinander zu kosten, quasi in den verbotenen Apfel zu beißen. Womöglich wäre die Spannung wohl verflogen. Andererseits wusste Nadir recht gut, dass das Thema Anziehung nicht so funktionierte. Ihr heutiges Gespräch zeigte jedoch, dass ihr Intimität fehlte - und sollte es nicht körperlich sein, so sollte er wenigstens ihren Geist, ihre Fantasien anregen - wie auch immer schenkte er ihr gerne die Geschichten und genoss dabei den Anblick der attraktiven Frau, deren Körper doch recht unmissverständlich zu zeigen schien, dass sie ihm, ihrem Schwager, ein wenig zu offen schien.
Als sie ihre Schulter freilegte, hatte es etwas Verführerisches - es schien zudem, dass er einen weitaus besseren Blick auf den dünnen Stoff und die Kurven ihres Körpers bekam. Nadir verbarg nicht, dass er hinsah. Sie war eine attraktive Frau, das sollte sie auch spüren. Ihre Worte machten es nicht zwangsläufig weniger ... nun, unzüchtig - wenngleich 'nächtliche Abenteuer' jegliche Fantasien offenließen.
Gelöst wurde dies durch die Bitte, ein paar seiner Geschichten zu hören. Nadir kam nicht drum herum, aufzulachen.
Nadir ging nicht in die Details und musste es wohl auch nicht. Yasirah konnte, sollte, sich vorstellen, was auch sie erleben konnte. Er rechnete nicht damit, dass sie heute die Worte sprechen würde. Dass sie ihn um ein Abenteuer dieser Art bitten würde. Aber er kannte sie - und auch das weibliche Geschlecht - zu gut, um nicht zu merken, dass sie es nicht gerne erleben würde. Nadir ahnte, dass eine Berührung ihrerseits jetzt zu einer Situation führen könnte, die sie ebenso genießen wie bereuen könnten - sie wohl mehr als er. Da waren sie bei der Freiheit. Doch da waren sie an jenem Abend: Für einen Moment nicht die Königin zu sein - bereit sein, sich nicht königlich behandelt zu lassen. Die Fantasie, Yasirah bei einem dieser Abenteuer zu erleben, ließ auch ihn nicht kalt.
Die weitere Frage ... überraschte ihn. Ihm wurde deutlich, welche Privilegien, aber auch welche ... Grenzlosigkeit er lebte. Für ihn waren Bordelle wie für andere ... Kirchen ... Tavernen. Es überraschte ihn, dass das, was er für so normal hielt, für Yasirah ... ein so ferner Ort war - wenngleich es ihn nicht hätte überraschen sollen.
Unzüchtig - ein interessantes Wort. Für die einen Wert, für andere Alltag. Es wurde deutlich, dass das Gespräch andere Züge annahm als sie vermutet hätten. Es wurde jedoch deutlich, dass bunt und trist wohl wahrlich im Raum standen: Sie, die klare Grenzen zog - ziehen musste, wenngleich sie sie lieber nicht ziehen würde - im Gegensatz zu Nadir, der einen moralischen Tabubruch eher als Herausforderung als als Grenze sah. Ja, die Spannung war schon immer da und dass nichts passierte, lag wahrlich nicht an Nadirs Zurückhaltung als an der Tatsache, dass die Königin stets die richtige Distanz wahrte. In seinen Augen hätte es beiden wohl wahrlich nicht geschadet, zumindest einmal voneinander zu kosten, quasi in den verbotenen Apfel zu beißen. Womöglich wäre die Spannung wohl verflogen. Andererseits wusste Nadir recht gut, dass das Thema Anziehung nicht so funktionierte. Ihr heutiges Gespräch zeigte jedoch, dass ihr Intimität fehlte - und sollte es nicht körperlich sein, so sollte er wenigstens ihren Geist, ihre Fantasien anregen - wie auch immer schenkte er ihr gerne die Geschichten und genoss dabei den Anblick der attraktiven Frau, deren Körper doch recht unmissverständlich zu zeigen schien, dass sie ihm, ihrem Schwager, ein wenig zu offen schien.
Als sie ihre Schulter freilegte, hatte es etwas Verführerisches - es schien zudem, dass er einen weitaus besseren Blick auf den dünnen Stoff und die Kurven ihres Körpers bekam. Nadir verbarg nicht, dass er hinsah. Sie war eine attraktive Frau, das sollte sie auch spüren. Ihre Worte machten es nicht zwangsläufig weniger ... nun, unzüchtig - wenngleich 'nächtliche Abenteuer' jegliche Fantasien offenließen.
"Nun, ich vermute, dass wir beide dies zu sehr genossen hätten."
, flüsterte er im ähnlichen Ton hauchend zurück. Dabei schaute er ihr - nachdem die braunen Augen über den Körper geflogen waren - in die Augen. Der ben Sahidr fragte sich, was wohl passieren würde, wenn die Lippen ihren freigelegten Hals suchen würden; wenn sie sich - wenigstens für einen Moment - inmitten der Gärten ... vergessen würden. Das hatte einen größeren Reiz als angemessen.Gelöst wurde dies durch die Bitte, ein paar seiner Geschichten zu hören. Nadir kam nicht drum herum, aufzulachen.
"Wie Ihr davon profitieren möchtet, solltet ihr konkretisieren."
Ob er darauf jedoch zwangsläufig eine Antwort erwartete? Er fing nämlich recht direkt an, auf ihre schnurrenden Worte zu entgegnen. "Ich weiß jedoch nicht, wie angemessen die Worte sind ..."
Nadir überlegte, denn er wollte nicht konkretisieren, warum er es angemessen fand. Erst wollte er 'gegenüber einer Königin' sagen - doch er verachtete die selbstauferlegten Grenzen. Ging es nach diesen, würde er in einem ähnlichen Konstrukt leben. Dann dachte er über die Worte einer 'verheirateten Frau' nach und verwarf sie. Nicht nur, weil Nadir auch jene Grenzen ziemlich ... offenhielt, sondern auch weil es nicht danach klang, dass diese Ehe zwangsläufig für ihr Glück sorgte. Für Nadir war klar, dass Yasirah eigentlich jede Freiheit haben sollte, sich ihr Glück anderweitig zu verschaffen - wie und mit wem auch immer. Yasirah hätte gerne das Angebot seinerseits angenommen, das wusste er - doch sie konnte nicht. Sie seufzte - und begrenzte sich."Es gibt da meist so eine Nacht, die einen Mann verändert."
, erklärte er und griff tief in die Geschichtskiste. "Ridvan und ich sollten gemeinsam einer Einladung folgen. Während sie ihm zu suspekt und unklar war - und er mich an dem Abend hängen ließ - ging ich hin. Es war einer der seltenen Momente, an denen niemand mehr einen Titel hatte."
Nadir musterte sie aufmerksam während der Erzählung. "Wir tranken, wir spielten, wir lachten, wir tanzten."
In seinen Augen sah man, dass er an jenen Abend dachte. "Und ja, wir küssten und liebten uns, unabhängig von Geschlecht, wir tauschten und probierten."
War das bereits zu unzüchtig? Nadir hielt inne - er hat einige Vorlieben an jenem Abend entdeckt. Während er grundsätzlich dem weiblichen Geschlecht immer zugewandter blieb, war er dem männlichen nicht verschlossen. "Wir klauten, wir ließen uns durch die Gassen jagen und paddelten inmitten der Nacht durchs Meer."
Zufrieden lag er dort, nicht allzu viel Distanz zu Yasirah einhaltend. Klar war nicht nur, wo Nadir seine Wurzeln hatte - sondern wohl auch, dass Ridvan womöglich auch heute ein anderer Mann hätte sein können. "Am Ende mussten wir mit einem Piraten verhandeln, dass er zwei von uns wieder frei ließ. Mit diesen feierten wir dann weiter."
Nadir ging nicht in die Details und musste es wohl auch nicht. Yasirah konnte, sollte, sich vorstellen, was auch sie erleben konnte. Er rechnete nicht damit, dass sie heute die Worte sprechen würde. Dass sie ihn um ein Abenteuer dieser Art bitten würde. Aber er kannte sie - und auch das weibliche Geschlecht - zu gut, um nicht zu merken, dass sie es nicht gerne erleben würde. Nadir ahnte, dass eine Berührung ihrerseits jetzt zu einer Situation führen könnte, die sie ebenso genießen wie bereuen könnten - sie wohl mehr als er. Da waren sie bei der Freiheit. Doch da waren sie an jenem Abend: Für einen Moment nicht die Königin zu sein - bereit sein, sich nicht königlich behandelt zu lassen. Die Fantasie, Yasirah bei einem dieser Abenteuer zu erleben, ließ auch ihn nicht kalt.
Die weitere Frage ... überraschte ihn. Ihm wurde deutlich, welche Privilegien, aber auch welche ... Grenzlosigkeit er lebte. Für ihn waren Bordelle wie für andere ... Kirchen ... Tavernen. Es überraschte ihn, dass das, was er für so normal hielt, für Yasirah ... ein so ferner Ort war - wenngleich es ihn nicht hätte überraschen sollen.
"Nun, ich schätze nicht, dass dort etwas passiert, was Ihr nicht bereits erlebt oder fantasiert habt."
Vielleicht wollte er die Situation auch etwas beschwichtigen - sie zeigte Neugier an all dem, ohne davon kosten zu können. "Stellt es Euch vor wie ... ein Mahl."
, erklärte Nadir nun. "Ob nun süß, salzig, würzig, exotisch - Ihr könnt frei wählen. Aamina und ich mögen es ausgewogen, kosten gerne ausgiebig von allem."
Er pausierte, lächelte dann verschmitzt. "Manchmal speist jeder von uns für sich allein, ganz in Ruhe - ein Gang, der nur uns gehört. Und manchmal teilen wir uns ein Gericht, kosten gemeinsam und reichen uns die Teller hin und her. Und an anderen Abenden ..."
Er überlegte, wie er es ... elegant umschrieb. "... da sitzen auch weitere Gäste mit uns am Tisch. Herren, Damen. Dann wird nicht nur geteilt, sondern gemeinsam probiert."
Nadir beobachtete sie - wollte wissen, was sie fühlte, was es auslöste.
