22-12-2025, 00:25 - Wörter:
Eanruig hatte schon früh verstanden, dass solche Augenblicke kostbar waren und weder mit Gold noch anderen offenkundigen Kostbarkeiten aufzuwiegen waren. Trotz alledem hatte er weniger als es ihm möglich gewesen war Anteil an diesen, jeden so wichtigen Augenblicken im Leben seiner Kinder, nehmen können. Die Pflicht hatte ihn ein ums andere Mal gebunden Umso wichtiger erschien es ihm nun, nach all der Zeit, sie sich zu nehmen, selbst wenn dies bedeutete, dass er im Leben seiner drei älteren Kinder bei Weitem nicht so viel Zeit mit diesen zu verbringen gewusst hatte wie nun mit seinem jüngsten Sohn. Aedán war in so vielen Dingen anders und gleichzeitig ähnelte er in so vielen Dingen seinen Geschwistern, dass Eanruig manchmal das Gefühl hatte, er würde in ihm einen Spiegel seiner anderen drei Kinder sehen, und sei es manchmal auch nur für einen Herzschlag. Wie der Junge es geschafft hatte, an Kettenhemd und Eisenhelm zu kommen, war eine Frage, die es wohl noch zu klären galt, nicht zuletzt mit seinem Kindermädchen, das eigentlich auf den Jungen acht zu geben wissen sollte. Immer dann, wenn er selbst oder Maeve in der Pflicht gebunden waren, er wahrlich mehr als seine Frau, und manchmal gab es Augenblicke, in denen er dies schon fast bedauerte. Wahrlich.
So stand er nun im Schein der trüben Nachmittagssonne mit dem Blick auf seinen jüngsten Sohn, wie er das Holzschwert schwang und unter dem Gewicht des Kettenhemdes wankte, und spürte eine schon fast erdrückende Zuneigung, die ihm drohte, die Kehle eng und das Herz schwer werden zu lassen. „Ich sehe … ich sehe ausgesprochen gut“, antwortete der großgewachsene Mann auf die Worte seines jüngsten Kindes und konnte sich ein kleines Lächeln nicht verkneifen, das seinen Mundwinkel verzog, während sein Blick wachsam auf dem Kind ruhte und auf den zwei strahlenden blauen Augen, die den seinen zum Verwechseln ähnlich waren. „Ein Krieger … wohl wahr“, gluckste er zustimmend und deutlich amüsiert und war doch stets darauf bedacht, dass sich die schmale Gestalt des Vierjährigen noch mehr oder weniger aufrecht hielt und nicht, wie er mittlerweile ahnte, wohl aufgrund des viel zu schweren Gewichtes auf seinen schmalen Schultern der Schwerkraft zum Trotz bald verlagern würde. Als dies geschah, waren es aber kaum seine Hände, die das Kind zu fangen wussten, sondern zwei viel kleinere, viel zartere, die unweigerlich zu der ebenso schlanken Gestalt seiner Frau gehörten, und halb in der Bewegung verharrend, die das Kind eigentlich hatte auffangen wollen, blinzelte Eanruig, als die Dunkelhaarige ihm und ebenso ihrem gemeinsamen Kind kurzerhand einen Kuss auf die Nase drückte. Als sei es das Normalste in diesem Augenblick, in diesem Moment und vielleicht auch generell. Er verharrte noch immer, halb in der vorgebeugten Haltung, als sich Aedán bereits lachend in den Armen seiner Mutter wand. Nur langsam richtete sich der Herr von Kenmara wieder auf, den Drang unterdrückend, sich mit den Fingern über die Nasenspitze zu fahren und das kribbelnde Gefühl, das die Lippen seiner Frau zurückgelassen hatten, fortzuwischen. Er räusperte sich leise, mehr um einen weiteren Augenblick zu gewinnen, seine Stimme wiederzufinden, bevor er leicht nickte. „Viel mehr war er es, der mich zu beschäftigen wusste“, erklärte er und sein Mundwinkel verzog sich leicht zu einem kleinen Lächeln, während sein wachsamer Blick auf dem Kind ruhte.
„War dein Ritt erfreulich?“ erkundigte er sich dann aber, den Blick für einen Sekundenbruchteil von seinem Sohn abwendend und auf Maebh richtend, ihre offenkundig zerzauste Gestalt in sich aufnehmend und dabei unweigerlich den Drang unterdrückend, die Hand zu heben, um ihr einige der wild ins Gesicht fallenden Strähnen hinter das Ohr zu schieben. Er richtete den Blick wieder auf Aedán. Sein Kopf wandte sich indes vollständig Maebh zu, als ihre Worte ihn leicht die Stirn runzeln ließen, doch für einen Moment zu abgelenkt von den tastenden Fingern, die nach den seinen griffen, quittierte er ihre Aussage nur mit einem zustimmenden Summen in den Tiefen seiner Kehle. Schweigend lauschte er ihren Worten, während sich ihre Finger mit seinen verschränkten und sich sein Blick wieder auf ihren gemeinsamen Sohn richtete, der im Schatten des großen Baumes imaginäre Gegner bekämpfte. Es ließ sein Herz seltsam schmerzen. „Kenmara soll für all diejenigen, die zu unserer Familie gehören, ein Zuhause sein … demnach ist es eine gute Idee“, stimmte er zu und strich mit der Daumenkuppe sanft über ihren Handrücken. „Hast du bereits einen Tag festgelegt?“, erkundigte er sich und blickte sie aus meeresblauen Augen ruhig an.
So stand er nun im Schein der trüben Nachmittagssonne mit dem Blick auf seinen jüngsten Sohn, wie er das Holzschwert schwang und unter dem Gewicht des Kettenhemdes wankte, und spürte eine schon fast erdrückende Zuneigung, die ihm drohte, die Kehle eng und das Herz schwer werden zu lassen. „Ich sehe … ich sehe ausgesprochen gut“, antwortete der großgewachsene Mann auf die Worte seines jüngsten Kindes und konnte sich ein kleines Lächeln nicht verkneifen, das seinen Mundwinkel verzog, während sein Blick wachsam auf dem Kind ruhte und auf den zwei strahlenden blauen Augen, die den seinen zum Verwechseln ähnlich waren. „Ein Krieger … wohl wahr“, gluckste er zustimmend und deutlich amüsiert und war doch stets darauf bedacht, dass sich die schmale Gestalt des Vierjährigen noch mehr oder weniger aufrecht hielt und nicht, wie er mittlerweile ahnte, wohl aufgrund des viel zu schweren Gewichtes auf seinen schmalen Schultern der Schwerkraft zum Trotz bald verlagern würde. Als dies geschah, waren es aber kaum seine Hände, die das Kind zu fangen wussten, sondern zwei viel kleinere, viel zartere, die unweigerlich zu der ebenso schlanken Gestalt seiner Frau gehörten, und halb in der Bewegung verharrend, die das Kind eigentlich hatte auffangen wollen, blinzelte Eanruig, als die Dunkelhaarige ihm und ebenso ihrem gemeinsamen Kind kurzerhand einen Kuss auf die Nase drückte. Als sei es das Normalste in diesem Augenblick, in diesem Moment und vielleicht auch generell. Er verharrte noch immer, halb in der vorgebeugten Haltung, als sich Aedán bereits lachend in den Armen seiner Mutter wand. Nur langsam richtete sich der Herr von Kenmara wieder auf, den Drang unterdrückend, sich mit den Fingern über die Nasenspitze zu fahren und das kribbelnde Gefühl, das die Lippen seiner Frau zurückgelassen hatten, fortzuwischen. Er räusperte sich leise, mehr um einen weiteren Augenblick zu gewinnen, seine Stimme wiederzufinden, bevor er leicht nickte. „Viel mehr war er es, der mich zu beschäftigen wusste“, erklärte er und sein Mundwinkel verzog sich leicht zu einem kleinen Lächeln, während sein wachsamer Blick auf dem Kind ruhte.
„War dein Ritt erfreulich?“ erkundigte er sich dann aber, den Blick für einen Sekundenbruchteil von seinem Sohn abwendend und auf Maebh richtend, ihre offenkundig zerzauste Gestalt in sich aufnehmend und dabei unweigerlich den Drang unterdrückend, die Hand zu heben, um ihr einige der wild ins Gesicht fallenden Strähnen hinter das Ohr zu schieben. Er richtete den Blick wieder auf Aedán. Sein Kopf wandte sich indes vollständig Maebh zu, als ihre Worte ihn leicht die Stirn runzeln ließen, doch für einen Moment zu abgelenkt von den tastenden Fingern, die nach den seinen griffen, quittierte er ihre Aussage nur mit einem zustimmenden Summen in den Tiefen seiner Kehle. Schweigend lauschte er ihren Worten, während sich ihre Finger mit seinen verschränkten und sich sein Blick wieder auf ihren gemeinsamen Sohn richtete, der im Schatten des großen Baumes imaginäre Gegner bekämpfte. Es ließ sein Herz seltsam schmerzen. „Kenmara soll für all diejenigen, die zu unserer Familie gehören, ein Zuhause sein … demnach ist es eine gute Idee“, stimmte er zu und strich mit der Daumenkuppe sanft über ihren Handrücken. „Hast du bereits einen Tag festgelegt?“, erkundigte er sich und blickte sie aus meeresblauen Augen ruhig an.
