28-12-2025, 18:49 - Wörter:
Sie kicherte, als er sich mit der Hand über die Nase fuhr, als müsste er das Gefühl, dass ihre Lippen dort hinterlassen hatten, wegwischen. In ihren großen Augen blitzte es vor Belustigung und Liebe für diese kleine Geste. Auch das kleine Räuspern, die verlegene Stille…
Eanruig schien sich trotz ihres kleinen Spiels am gestrigen Abend absolut noch nicht damit abzufinden, wenn sie einander Nähe auch in der Öffentlichkeit zeigten. Und gerade waren hier nur ihr Sohn und sie beide. Aedán, noch viel zu jung um zu verstehen, wie bedeutungsschwer solch kleine Gesten sein konnten, interessierte sich weit mehr dafür die arme Eiche im Garten mit dem Holzschwert zu bearbeiten.
Von seinen bisherigen Versuchen hatte der geduldige Baum schon so manche Kerbe davon geschlagen und ein paar der ungezielteren Schläge hatten Spuren auf den zarten Kinderhänden hinterlassen.
Nichts dramatisches. Nichts, das man noch sehen konnte.
Alles war schnell verheilt und würde dem Kind nicht einmal im Gedächtnis bleiben, wenn es erst so alt war wie sein Vater.
Andere Wunden hingegen würden dauerhaften Schaden anrichten. Solche, die man nicht sah und die sich tief in die Seele graben konnten, wenn man nicht aufpasste.
Sie wollte ihren Sohn davor beschützen, wollte dafür sorgen, dass solche Wunden in seinem Herzen und seiner Seele niemals heilen mussten. Aber Maebh wusste, dass dieser Schutz so nicht funktionierte. Man konnte liebe Menschen nicht vor allem schützen. Und in Aedáns Fall konnte sie im Grunde nur da sein und ihn auffangen, wenn er fiel.
Anders hingegen sah es bei ihrem Ehemann aus.
Ihn hatte sie viel zu spät kennengelernt, als dass sie ihn hätte auffangen können. Sicher hatte seine erste Frau diese Aufgabe gut erfüllt, doch sein Sturz war tief, als sie hatte gehen müssen ohne mehr zu hinterlassen, als schöne und schmerzhafte Erinnerungen. Und nun lagen sie wie ein Schatten über dem, was geblieben war.
„Er war sehr gut, ja. Céo hat es richtig genossen und wie du siehst wurden wir ganz schön durchgerüttelt. Der Sturm hat an der Küste ordentlich Kraft verloren, weil er die Klippen nach oben musste, aber er hatte noch gut Stärke.“
Und belebt hatte er sie. Genau wie das Gespräch mit ihrer zukünftigen Schwiegertochter belebend gewesen war.
„Nicht einen Tag, Liebling. Den heutigen Abend. Wir können das Essen wiederholen. Vielleicht wirklich nur wir drei, sodass es für sie auch ein sicherer Raum ist, in dem sie sich uns anvertrauen kann. Ich schätze, die neue Situation wird ihr Angst machen.“
Sicher war das auch für Cathal so, aber diesen Gedanken wollte sie an dieser Stelle nicht in den Raum stellen, um ihren Mann nicht völlig zu überfordern. Es war immerhin keine Neuigkeit, dass die emotionale Bandbreite von Männern kaum größer war als ein dünnes Seil.
Und in etwa genau diese Traglast war es dann auch, die oft genug dafür sorgte, dass Frauen es waren, die ihren Männern erklären mussten, wie es richtig ging.
Maebh hatte damit kein Problem.
Und mit Eanruig hatte sie es zudem sehr gut getroffen.
„Hast du Lust? Oder soll ich mit ihr alleine essen?“
Eanruig schien sich trotz ihres kleinen Spiels am gestrigen Abend absolut noch nicht damit abzufinden, wenn sie einander Nähe auch in der Öffentlichkeit zeigten. Und gerade waren hier nur ihr Sohn und sie beide. Aedán, noch viel zu jung um zu verstehen, wie bedeutungsschwer solch kleine Gesten sein konnten, interessierte sich weit mehr dafür die arme Eiche im Garten mit dem Holzschwert zu bearbeiten.
Von seinen bisherigen Versuchen hatte der geduldige Baum schon so manche Kerbe davon geschlagen und ein paar der ungezielteren Schläge hatten Spuren auf den zarten Kinderhänden hinterlassen.
Nichts dramatisches. Nichts, das man noch sehen konnte.
Alles war schnell verheilt und würde dem Kind nicht einmal im Gedächtnis bleiben, wenn es erst so alt war wie sein Vater.
Andere Wunden hingegen würden dauerhaften Schaden anrichten. Solche, die man nicht sah und die sich tief in die Seele graben konnten, wenn man nicht aufpasste.
Sie wollte ihren Sohn davor beschützen, wollte dafür sorgen, dass solche Wunden in seinem Herzen und seiner Seele niemals heilen mussten. Aber Maebh wusste, dass dieser Schutz so nicht funktionierte. Man konnte liebe Menschen nicht vor allem schützen. Und in Aedáns Fall konnte sie im Grunde nur da sein und ihn auffangen, wenn er fiel.
Anders hingegen sah es bei ihrem Ehemann aus.
Ihn hatte sie viel zu spät kennengelernt, als dass sie ihn hätte auffangen können. Sicher hatte seine erste Frau diese Aufgabe gut erfüllt, doch sein Sturz war tief, als sie hatte gehen müssen ohne mehr zu hinterlassen, als schöne und schmerzhafte Erinnerungen. Und nun lagen sie wie ein Schatten über dem, was geblieben war.
„Er war sehr gut, ja. Céo hat es richtig genossen und wie du siehst wurden wir ganz schön durchgerüttelt. Der Sturm hat an der Küste ordentlich Kraft verloren, weil er die Klippen nach oben musste, aber er hatte noch gut Stärke.“
Und belebt hatte er sie. Genau wie das Gespräch mit ihrer zukünftigen Schwiegertochter belebend gewesen war.
„Nicht einen Tag, Liebling. Den heutigen Abend. Wir können das Essen wiederholen. Vielleicht wirklich nur wir drei, sodass es für sie auch ein sicherer Raum ist, in dem sie sich uns anvertrauen kann. Ich schätze, die neue Situation wird ihr Angst machen.“
Sicher war das auch für Cathal so, aber diesen Gedanken wollte sie an dieser Stelle nicht in den Raum stellen, um ihren Mann nicht völlig zu überfordern. Es war immerhin keine Neuigkeit, dass die emotionale Bandbreite von Männern kaum größer war als ein dünnes Seil.
Und in etwa genau diese Traglast war es dann auch, die oft genug dafür sorgte, dass Frauen es waren, die ihren Männern erklären mussten, wie es richtig ging.
Maebh hatte damit kein Problem.
Und mit Eanruig hatte sie es zudem sehr gut getroffen.
„Hast du Lust? Oder soll ich mit ihr alleine essen?“
